Agrarwirtschaft

Donau Soja: „Landwirte können dem aktuellen Stickstoffdüngermangel in der EU aktiv durch Sojaanbau begegnen“

Die EU-Importe von Stickstoffdünger sind im Januar 2026 über 80 % zurückgegangen im Vergleich zum Vorjahr. Die Europäische Union importierte nur 179.877 Tonnen, im Januar 2025 waren es 1.183.728 Tonnen.

Donau Soja schätzt die Lage ein und empfiehlt Landwirten Soja und Leguminosen als Resilienzstrategie gegen steigende Preise steigen und potenzielle Lieferengpässe :

Mehrere Faktoren tragen zu diesem starken Einbruch bei. Mit dem Inkrafttreten des Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) wurden zusätzliche CO₂-Bepreisungs-, Berichts- und Verifizierungspflichten für bestimmte Importe, inklusive Dünger, eingeführt. Kommissar Hoekstra hat eine Aussetzung des CBAM für Düngemittel aber bereits ausgeschlossen. Gleichzeitig sind die Düngemittelpreise auf dem EU-Markt im Vergleich zum Durchschnitt 2024 um rund 25 % gestiegen, unter anderem aufgrund neuer Zölle auf russische Importe. Viele Kulturen könnten dadurch wirtschaftlich nicht mehr rentabel werden. Und die aktuelle Krise im Nahen Osten wird sich wahrscheinlich ebenfalls auf die Preise für Düngemittel auswirken, laut Kommissar Hansen.
Internationale Bauernverbände warnen, dass die aktuellen Düngemittelbestände nur ca. die Hälfte des für die Ernte 2026 benötigten Stickstoffs abdecken. Zwar wurden im Dezember, vor Inkrafttreten des CBAM, höhere Mengen importiert, was den starken Rückgang im Januar teilweise abfedern konnte, dennoch bleibt die Lage angespannt und wirft Fragen zur Versorgungssicherheit auf.

Soja und Leguminosen als Resilienzstrategie

In dieser herausfordernden Situation bieten Soja und andere Leguminosen eine praktikable Antwort. Im Gegensatz zu den meisten klassischen Ackerbaukulturen benötigen Leguminosen kaum oder keinen Stickstoffdünger. Durch die biologische Stickstofffixierung können sie Luftstickstoff binden und in pflanzenverfügbare Nährstoffe umwandeln. Dieser natürliche Prozess reduziert die Abhängigkeit von mineralischen Stickstoffdüngern erheblich.

Der Anbau von Leguminosen:

  • senkt die Abhängigkeit von volatilen Stickstoffpreisen
  • reduziert das Risiko bei Lieferengpässen
  • stabilisiert Produktionskosten
  • ermöglicht auch unter angespannten Marktbedingungen verlässliche Erträge

Gerade in Zeiten unsicherer Betriebsmittelverfügbarkeit sind Leguminosen daher eine strategische Kulturwahl.

Stärkung der europäischen Autonomie und Versorgungssicherheit

Über die kurzfristige Entlastung hinaus trägt ein verstärkter Soja- und Leguminosenanbau zur strukturellen Resilienz der Landwirtschaft bei. Weniger Abhängigkeit von Importen bedeutet mehr Resilienz unseres Ernährungssystems. In einer Phase von immer mehr Lieferkettenstörungen und geopolitischer Unsicherheit ist der Ausbau des europäischen Sojaanbaus ein strategischer Schritt hin zu mehr Autonomie und langfristiger Stabilität der EU-Landwirtschaft.

Landwirte können noch in diesem Jahr auf Sojabohnen umsteigen

Die Aussaat von Sojabohnen beginnt, sobald die Bodentemperatur mindestens 10 Grad erreicht hat, was in den meisten Regionen in 1-2 Monaten der Fall sein wird. Im Gegensatz zu anderen Hülsenfrüchten tragen Sojabohnen nicht zur Leguminosen-Müdigkeit bei und können somit spontan in die Fruchtfolge integriert werden. Landwirte können daher noch in diesem Jahr auf Sojabohnen umsteigen und auch ohne Stickstoffdünger gute Erträge erzielen.

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