Starkes Wachstum für vegane Lederalternativen: Bis 2025 soll das Marktvolumen 85 Milliarden Dollar erreichen

unbearbeitetes Leder
© jangrau1984 - stock.adobe.com

Gemäß dem Bericht des Unternehmensberaters Grand View Research (lnk GVR) wird der globale Markt für Lederalternativen innerhalb des nächsten Jahrzehnts auf ein Volumen von 85 Milliarden Dollar wachsen.  Die niedrigeren Herstellungskosten von Kunstleder sowie das wachsende Bewusstsein der Endverbraucher über die Zustände in der Lederindustrie sind wichtige Wachstumsfaktoren. Des Weiteren beschleunigt der technologische und qualitative Fortschritt von Kunstleder das Wachstum, sowie die Verfügbarkeit neuer pflanzlicher Materialien.

Der Schuhsektor ist der größte Verbraucher von Lederalternativen und trägt rund ein Drittel zum Gesamtumsatz bei. In den letzten Jahren konnte jedoch beobachtet werden, dass Lederalternativen vermehrt auch in anderen Bereichen wie bei der Herstellung von Möbeln, Fahrzeugen, Kleidung und Taschen eingesetzt wurden. Zudem dürfte die Modeerscheinung „Athleisure“ – der Trend, Sportschuhe im Alltag zu tragen – die Nachfrage für Schuhe aus funktionalen Materialien ohne Leder weiter beflügeln.

Die Autoren erwarten, dass insbesondere Schwellenländer wie China, Indien, Brasilien, Malaysia, Thailand und Vietnam eine wichtige Rolle bei der wachsenden Nachfrage spielen werden und von der kostengünstigen Produktion profitieren können.

Synthetisches Leder aus Polyurethan (PU) und Polyvinylchlorid (PVC) sind bisher die am meisten verwendeten Alternativen. PU wird aufgrund seiner Eigenschaften, hohe Elastizität, Komfort und eine lange Lebensdauer, besonders geschätzt. Obwohl PVC günstiger ist in der Herstellung, wird für dieses Material wegen der geringeren Haltbarkeit und der leicht klebrigen Oberfläche weniger Wachstum erwartet.
Allerdings sind alternative Ledererzeugnisse, die aus PU und PVC bestehen, hinsichtlich des ökologischen Fußabdrucks sowieso nicht die beste Wahl.

Hersteller suchen deshalb nach einer umweltfreundlicheren Alternative zu klassischen Kunstlederstoffen. Das Naturmaterial Piñatex, das aus Ananasfasern gewonnen wird, zählt zu den erfolgreichsten Beispielen in der kommerziellen Anwendung nachhaltiger und tierfreier Materialien. Sowohl im universitären als auch im kommerziellen Bereich werden zahlreiche neuartige Materialien erforscht und verarbeitet. Dazu zählen Lederalternativen aus Apfelresten, Teakblättern oder Pilzen.

In der globalen Lederindustrie ist also mit einem radikalen Umbruch zu rechnen.

Dieser Artikel stammt von Mirjam Walser, Mitgründerin von Faloa, dem Onlineshop für vegane, nachhaltige und faire Mode.
(Launch Februar 2019)

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