Agrarwirtschaft

TFZ-Studie: Mischanbau von Leguminosen und Ölfrüchten steigert Flächeneffizienz

Das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) in Straubing hat die Ergebnisse des dreijährigen Forschungsprojekts „MixNawaRo“ veröffentlicht. Die Untersuchung zeigt, dass der Mischanbau von Leguminosen (Erbse, Ackerbohne, Sojabohne) und Ölfrüchten (Leindotter, Saflor, Körnerhanf) signifikante Vorteile bei der Flächeneffizienz und der Reduktion von Betriebsmitteln bietet, jedoch hohe Anforderungen an Technik und Vermarktung stellt.

Optimale Synergien bei Erbse und Leindotter

Im Rahmen des Projekts wurden verschiedene Kombinationen aus Erbsen, Ackerbohnen und Soja mit den Partnerkulturen Leindotter, Saflor und Körnerhanf getestet. Die wichtigsten Ergebnisse der Feldversuche:

  • Erbse und Leindotter: Diese Kombination erwies sich als am erfolgreichsten. Unabhängig von Sorte und Reihenanordnung erzielte das Gemenge eine höhere Flächeneffizienz als der Reinanbau, selbst unter ungünstigen Witterungsbedingungen.
  • Ackerbohne mit Saflor oder Leindotter: Diese Mischungen erreichten meist einen höheren Gesamtertrag als Reinsaaten und konnten Ertragsausfälle durch Witterung abmildern. Allerdings gestalteten sich Drusch und Korntrennung hier komplexer.
  • Nicht geeignete Gemengepartner: Körnerhanf wurde aufgrund seines hohen Stickstoffbedarfs und ungleichmäßiger Abreife als ungeeignet für Gemenge identifiziert. Auch Sojabohnen zeigten im Mischanbau aufgrund starker interspezifischer Konkurrenz unzureichende Erträge.

Ökologische und ökonomische Implikationen

Die ökologische Bewertung des TFZ zeigt, „dass der Gemengeanbau im Vergleich zur Reinsaat meist geringere Treibhausgasemissionen und eine deutlich reduzierte marine Eutrophierung aufweist, vor allem durch den geringeren Einsatz von Stickstoffdüngemitteln und den höheren N-Output durch Mischkulturen. Dadurch kann der Gemengeanbau zur Verringerung von Nährstoffeinträgen in Gewässer beitragen, wobei das Ertragsniveau eine wichtige Rolle für die Umweltwirkung spielt.

Abschließend zeigt das Projekt, dass Mischanbau das Anbaurisiko von Leguminosen reduzieren kann, jedoch eine standortspezifische, sorgfältige Partnerwahl, erfolgreiche mechanische Beikrautregulierung, anspruchsvollere Ernteplanung sowie flexible Vermarktungskonzepte erfordert.“

Für die Agrar- und Lebensmittelindustrie bedeutet dies eine Chance zur Risikominimierung in der Rohstoffbeschaffung, erfordert jedoch Anpassungen in der Lieferkette. Susanne Scholcz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am TFZ, resümiert, dass der Mischanbau zwar das Anbaurisiko von Leguminosen senken kann, aber eine „standortspezifische, sorgfältige Partnerwahl“ sowie anspruchsvollere Ernte- und Vermarktungskonzepte voraussetzt.

Hintergrund des Projekts

Das Projekt „MixNawaRo“ reagiert auf politische Anforderungen wie den Green Deal und die bayerische Biodiversitätsstrategie, die eine Reduktion von Stickstoffdüngern und Pflanzenschutzmitteln vorsehen. Die Ergebnisse liefern Daten für die Entwicklung resilienter Anbausysteme im Kontext des Klimawandels.

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