Französisches Restaurant ONA erhält NICHT den ersten Michelin-Stern für ein rein veganes Restaurant

© ONA

Das französische Restaurant ONA wurde vor kurzem mit einem begehrten Michelin-Stern ausgezeichnet, entgegen Berichten vieler Medien NICHT dem ersten seiner Art für ein Lokal, das ausschließlich pflanzliche Speisen serviert. Das ONA in der südwestfranzösischen Stadt Arès wurde erst vor vier Jahren durch eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen.

UPDATE: Das erste vegane Restaurant mit einem Strern ist das Seven Swans in Frankfurt, wie uns Seven Swans mitteilte: “Wir, das SEVEN SWANS, sind seit einigen Jahren konsequent vegan. 2019 und 2020 wurden wir vom Guide Michelin mit einem Stern, sowie mit dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Somit freuen wir uns, das erste vegane Sternerestaurant der Welt sein zu dürfen. Küchenchef Ricky Saward setzt auf konsequente, radikale, regionale, rein pflanzliche Produkte, größtenteils aus eigenem Anbau.”  Der Guide Michelin urteilt: Ein MICHELIN Stern: eine Küche voller Finesse – einen Stopp wert! 

ONA, das für “Origine Non-Animale” (tierfreie Herkunft) steht, ist zu 100% pflanzlich und wird von der Köchin Claire Vallée geführt. Die 41-Jährige, eine ehemalige Archäologin, wurde nach einer Reise nach Thailand vegan und brachte sich selbst bei, wie man auf höchstem Niveau kocht. Das in der Nähe von Bordeaux gelegene Restaurant ist das erste vegane Restaurant in Frankreich, das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde.

© ONA

“Es fühlte sich an, als ob ich von einem Zug getroffen wurde”, sagte Vallee gegenüber AFP über den Moment, als sie den Anruf vom Guide Michelin erhielt. Neben der Verleihung des klassischen Sterns, erhielt Vallee auch einen grünen Stern, den Michelin im vergangenen Jahr eingeführt hat, um Betriebe auszuzeichnen, die nachhaltige Praktiken wie Recycling, Reduzierung von Lebensmittelabfällen und nachhaltige Beschaffung von Zutaten fördern.

“Wir arbeiten mit saisonalen, biologischen und lokalen Produkten. Auf unserer grünen Terrasse, die im Sommer geöffnet ist, wachsen 140 verschiedene essbare Pflanzen, die wir in unserer Küche verwenden. Unsere Energie ist erneuerbar und wir haben ein Kompostsystem”, erklärte Vallée dem berühmten Foodie-Guide. Leider ist das Restaurant derzeit wegen der anhaltenden Pandemie geschlossen.

Als sie vor vier Jahren anfing, verweigerten französische Banken der Köchin das Startkapital, als sie über die traditionellen Kreditkanäle ging. “Sie sagten, die Aussichten für Veganismus und pflanzliche Lebensmittel seien zu unsicher”, erinnert sie sich. Vallee startete dann eine Finanzierung via Crowdfunding und bekamm schließlich weitere Unterstützung von Le Nef, einer Bank, die sich auf die Finanzierung von Projekten spezialisiert hat, die sie als ethisch betrachtet.

Weitere Informationen zum Restaurant unter www.clairevallee.com.