Südkorea: Veganismus verdreifacht sich innerhalb von zehn Jahren

Südkorea Fahne Flagge
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Die südkoreanische Zeitung “The Korea Herald” berichtet, dass die pflanzliche Fleischindustrie in Südkorea boomen würde. Laut der “Korea Vegetarian Union” (KVU) hat sich der Veganismus in den letzten 10 Jahren verdreifacht, aber der wirkliche Wandel auf dem koreanischen Markt wird von denjenigen Verbrauchern vorangetrieben, die ihren Fleischkonsum reduzierten. Diese flexitarischen Verbraucher machen demnach inzwischen fast ein Fünftel der Bevölkerung aus.

Südkorea ist ein interessantes Beispiel, wenn es um die Akzeptanz von pflanzlicher Lebensmittel geht, da die Ernährung in dem Land traditionell stark von Fleisch geprägt ist. Die Zahl der Flexitarier und Veganer nimmt jedoch seit Jahren zu, sie könnte in naher Zukunft bis auf 10 Millionen Verbraucher ansteigen.

LotteMart in Südkorea
© LotteMart

In diesem Zusammenhang führen auch viele Supermärkte und andere Einzelhändler ein eigenes pflanzliches Sortiment ein. So haben beispielsweise Ketten wie Lotte Mart oder 7-Eleven in den letzten Monaten ihr pflanzliches Produktangebot deutlich ausgebaut und setzen zunehmend auf innovative Alternativprodukte.

Im April diesen Jahres hat Zikooin, ein Hersteller von pflanzlichen Fleischprodukten mit Sitz in Seoul, ein veganes Produkt namens “Unlimeat” vorgestellt, bei dem upgecyceltes Getreide verwendet wird. Berichten zufolge steigen auch südkoreanische Investoren verstärkt in den alternativen Fleischsektor ein.

Das koreanische Unternehmen Dongwon F&B hat im Dezember 2018 einen Exklusivvertrag über den Import und Vertrieb von Beyond Meat-Produkten in Südkorea unterzeichnet. Im März 2019 führte der Lebensmittelkonzern das Flaggschiff der US-Marke, den Beyond Burger, auf dem koreanischen Markt ein und allein in diesem Jahr wurden laut Dongwon F&B bereits etwa 82.000 Patties verkauft. Dongwon hat deshalb sein Angebot um das Beyond Beef und die Beyond Sausage erweitert.

Lee Won-bok von der KVU erklärte: “Was den Geschmack und die Textur betrifft, gibt es noch viel Raum für Entwicklung. Es ist ein unvermeidlicher Trend. Die Menschen in Korea interessieren sich heute mehr für die Umwelt und die Tiergerechtigkeit und sie sind vorsichtiger bei dem, was sie essen.”