Alnavit: „Ernährungsbewusstsein spielt eine immer größere Rolle.“

Daniel Meißner, Leiter der Alnavit GmbH
© Alnavit GmbH

In der heutigen Zeit geht das Umdenken in der Ernährung – im wahrsten Sinne des Wortes – weit über den Tellerrand hinaus. Konsumenten machen sich nicht nur Gedanken, welche Produkte auf den Teller kommen, sondern auch, wie diese angebaut werden. Das ist einer der Gründe, warum auch Unternehmen immer mehr Wert auf nachhaltiges Wirtschaften, transparente Deklaration, soziales Engagement und einiges mehr legen. So auch Alnavit, welches mit seinen Bio-Produkten – ein Großteil davon vegan – und hohen Qualitätskriterien den Bio-Markt bedient. Im Interview mit Daniel von Meißner, Leiter der Alnavit GmbH, haben wir mehr über das Unternehmen, die aktuellen Entwicklungen und die neue Art von Wirtschaften erfahren.

Wie ist die aktuelle Situation bei Ihnen im Unternehmen?
Der netto Gesamtjahresumsatz betrug 2017 bei Alnavit rund 12 Millionen Euro. Unser Sortiment umfasst mittlerweile eine Bandbreite von 104 veganen und/oder glutenfreien Produkten. Diese gibt es im stationären Handel in über 4.000 Geschäften in Europa sowie im Online-Handel zu kaufen.

Welche Vertriebskanäle nutzen Sie derzeit und warum?
Wir achten besonders darauf, dass die Vertriebskanäle zum Unternehmen passen. Ein wichtiges Kriterium ist dabei eine ähnliche Wertekultur und das gemeinsame Verständnis über eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Außerdem wollen wir gewährleisten, dass möglichst viele Menschen Zugang zu den Produkten haben. Dies können – vor allem bei glutenfreien Produkten – zum Beispiel durch den Vertrieb über Online-Shops garantieren. Aktuell vertreiben wir Alnavit-Produkte in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Frankreich über den Bio-Handel, Drogerien und Apotheken sowie im Lebensmitteleinzelhandel und über Online-Shops.

Alnavit setzt sich für soziales Engagement ein. Warum ist Ihnen dies, neben dem operativen Geschäft wichtig?
Uns ist es sehr wichtig, auch über das reine Geschäft hinaus, Verantwortung zu übernehmen. Dass dies ein fundamentales Anliegen ist, merkt man auch daran, dass die Vorschläge für soziale Projekte oft aus den Reihen der Mitarbeiter kommen. Wir unterstützen sowohl global agierende Organisationen, als auch sehr kleine, regionale Unternehmungen, wie Vereine oder Konzepte zur Flüchtlingshilfe.

Sie haben den „Free From Award“ erhalten. Wie schätzen Sie die Entwicklungen des „Free From Marktes“ ein?
Der Markt befindet sich weiterhin im Wachstum. Ernährungsbewusstsein spielt eine immer größere Rolle. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf „frei von“, sondern auch auf einem „reich an“ natürlicher Rezepturen sowie Nährstoffreichtum für eine bewusste und wertvolle Ernährung. Die Produkte sollten also das Konzept „frei von“ und einen Mehrwert für das Wohlbefinden verknüpfen und neben der Belastungsfreiheit noch weitere Vorteile für den Konsumenten bieten.

Zudem wurden Sie als „Top Innovator 2017“ ausgezeichnet. Welche Innovationen haben die Konsumenten denn 2018 zu erwarten?
Da sind wir natürlich fleißig am Tüfteln, auch immer in Abstimmung mit unserer unabhängigen Expertenrunde. Erst wenn für uns alle Parameter stimmen, gehen wir mit einem Neuprodukt auf dem Markt. Man darf auf jeden Fall gespannt bleiben.

Während der Nominierung hob man besonders ihr „Innovations-Klima“ hervor. Können Sie anderen Unternehmern kurz erläutern, wie sowas bei Ihnen aussieht und was die Vorteile sind?
Unser Unternehmen ist nahezu hierarchie-frei organisiert und jeder hat die Möglichkeit, Ideen einzubringen – alles ist erst einmal erlaubt. Innerhalb eines Jahres gab es beispielsweise etwa 70 Vorschläge von Mitarbeitern, von denen etwa die Hälfte in die Tat umgesetzt wurden. Ein Beispiel dafür ist die glutenfreie und proteinreiche Pasta „Grande Mio“. Mit dieser Offenheit möchten wir allen Mitarbeitern echte Freiräume bieten und sind überzeugt, dass so eine besondere Form der Kreativität und des Innovationswillens entsteht.

Vegetarier, Veganer & Flexitarier – Wie schätzen Sie diese Zielgruppe, deren Entwicklung & die Bedeutung für Ihre Branche in den nächsten Jahren ein?
Wir bei Alnavit sind der Meinung, dass sich immer mehr Menschen bewusst mit ihrer Ernährung auseinandersetzen und einen gesunden Lebensstil anstreben. Deshalb bin ich mir sicher, dass die Bedeutung dieser Zielgruppe immer mehr wächst. Eine überwiegend vegetarische und vegane Ernährung mit Produkten aus nachhaltiger biologischer Landwirtschaft, sehe ich als Antwort auf die Notwendigkeit eines bewussteren Umgangs mit der Erde, den zur Verfügung stehenden Ressourcen und den anzustrebenden Klimazielen. Der Anteil an kritisch hinterfragenden Konsumenten wird steigen, weshalb pflanzliche Lebensmittel in den Supermärkten in Zukunft keine Nischenprodukte mehr sein werden, sondern als innovative und gesundheitsorientierte Produkte im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Die Aufgabe der Branche ist es, hier neue Produkte zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig als Unternehmen hinter diesem Lebens- und Ernährungsstil zu stehen.