Veganes Eis ist in aller Munde. Florian Meyer (Das Eis) im Interview

Das Eis - Sortiment

Sommer, Sonne, Strand und … EIS! Sobald die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke brechen, tummeln sich viele Menschen um die Eistruhen im Handel und stellen sich feinsäuberlich in die Warteschlangen der Eisdielen. Jeder Deutsche hat sich in 2017 so im Schnitt mit 7,9 Litern Eis versorgt. Beim Eiskonsum lieben wir Deutschen scheinbar Konstanz, denn seit bereits fast 10 Jahren ist der Eiskonsum stabil mit leichten Schwankungen von 7,6 bis 7,9 Litern Pro-Kopf-Verbrauch[1].

Doch schon seit einiger Zeit kommt nicht nur Milchspeiseeis in die Waffeln der Eisliebhaber, sondern das Interesse an milchfreiem Eis wächst zunehmend. Laut Mintel waren bereits 2015 über 60% der Deutschen an Eisvarianten auf Basis von Mandel-, Kokosnuss-, Sojamilch & Co. interessiert. Diese Abenteuerlust wird untermauert von den immer trendigeren Eissorten. Sorten wie Matcha, Banane-Erdnussbutter, Pancake-Ahornsirup, Franzbrötchen und andere ausgefallene Kreationen laufen dabei den Klassikern Erdbeer, Schoko und Vanille schon fast den Rang ab. Neben kleinen Eismanufakturen erkennt auch die Industrie immer mehr diesen Trend. Dies führt dazu, das immer neue vegane Eismarken den Markt betreten und selbst der Eis-Gigant „Ben & Jerry’s“ in diesem Jahr seine vegane Variante auf Mandelbasis im deutschen Markt einführte.

All diese Entwicklungen haben wir zum Anlass genommen um Florian Mayr, den Geschäftsführer von „Das Eis“, vor das Mikrofon zu holen um mit ihm gemeinsam über die Trends 2018 und die Entwicklungen im veganen Eissektor zu sprechen.

Wie ist die Eissaison 2018 angelaufen?
Klasse war der Eis-Saison-Start 2018 mit bis zu 29 Grad bei uns in Wiesbaden. OK, hier ist es immer ein kleines bisschen wärmer als in manch anderem Ort der Republik, aber ich glaube, bislang kann sich wettermäßig keiner beschweren. Wir übrigens auch nicht; der gute Ruf unserer Marke in Handel und Gastronomie und die konstant hohe Qualität unserer innovativen Produkte haben definitiv ihren festen Freundeskreis gefunden.

Wo seid ihr derzeit überall in Deutschland und anderen Ländern zu genießen?
Die Kund*innen bekommen unsere Artikel, neben vielen Betrieben des sogenannten Ausser-Haus-Marktes (Gastronomie, Catering, Hotels), bundesweit in jedem gut geführten Bioladen wie zum Beispiel denn’s, Alnatura, basic, etc., aber auch in vielen kleinen “Läden um die Ecke” sind wir oft erhältlich. Außerdem bei uns regional im tegut (200 Läden) und immer öfter auch in REWE und Edeka-Filialen von Flensburg bis Garmisch. Hier wird zunehmend verstanden, dass innovative Hersteller wie wir das Thema ‚no nasties‘ im Rahmen ernährungsphysiologisch sinnvoller Alternativen weit besser spielen können und wollen als die etablierten Hersteller, die im Rahmen eines globalen Rollouts natürlich vor ganz anderen Herausforderungen stehen.

Authentizität ist für uns ein wichtiges asset und ‚small is beautiful’. Deshalb gibt es aber naturgemäß noch viele weiße Flecken auf unserer Distributions-Landkarte. Wir bekommen täglich Anfragen von Kund*innen, warum es diese und jene Sorte in ihrem Geschäft nicht gibt. Dazu mein Tipp: Nachfragen! Der/die Händler*in vor Ort kann öft selbst über sein/ihr Sortiment entscheiden. Wir machen immer wieder die Erfahrung, selbstständige Kaufleute tendenziell offen sind, wenn Kunden sich bemerkbar machen & ihre Produktwünsche äussern. Auf die Sortimentsentscheidung der Wiederverkäufer haben wir dann aber keinen Einfluss, auch nicht auf die Preise, das macht jede/r Händler*in selber.

Deshalb die Aufforderung an alle: Ihr als Kund*innen macht den Markt – fragt nach, macht euch bemerkbar, verschafft euch am Ort des Einkaufes Gehör (im positiven Sinne).

Nun der Blick über den Tellerrand: Die entfernteste Destination für unsere Produkte ist aktuell VAE (Vereinte Arabische Emirate). Wobei sich momentan eher unerwartet Osteuropa sehr gut entwickelt. Dort wird professionell und ambitioniert gearbeitet, das macht uns Spaß.

Wie große ist eure aktuelle Produktpalette, welche Sorten führt ihr?
Viel zu groß: Als Vollsortimenter führen wir um die 50 Artikel in 3 Gebindegrößen: 5L-Wannen für die Gastronomie, 125ml-Impulsbecher für Firmen-Kantinen und 500ml Haushaltsbecher für den Handel. Darauf verteilen sich ungefähr 25 aktive Sorten. Jedes Jahr kommen ein paar neue dazu, dafür müssen wir uns dann auch von ein paar liebgewonnenen Flavours und Themen verabschieden. So ist das harte Leben eines Eismannes … (Florian Mayr lacht)

Welche eurer Sorten laufen am besten? Welche Neuheiten kommen noch auf den Markt
Stand heute kann ich das noch nicht einschätzen, das wissen wir erst ab der Mitte der Saison, wenn die ersten belastbaren Zahlen da sind. Natürlich ist es so: Die starken Themen Schokolade, Vanille und Nuss sind auch bei uns überproportional gut vertreten. Auf die Feinheiten kommt es aber an. Das heißt bei uns: köstliche Stückigkeiten, die individuell für uns hergestellt werden, dabei alles schon immer ausschließlich 100% bio & sojafrei, vegane Sorten auf Basis von Mandel, Hafer, Nuss oder Reis je nach Zutaten und Geschmack und immer im kompostierbaren Becher mit einem Löffel aus Maisstärke im Deckel. Alles außerdem klimaneutral produziert als erster und einziger Bio-Eishersteller überhaupt. Ich denke, da sind viele mögliche Anknüpfungspunkte für Kund*innen beziehungsweise “touchpoints des Markenerlebnissses”, wie der Marketer gerne sagt.

Wie pusht ihr eure Produkte 2018 (Messen, Werbekampagnen, POS-Promotions, Social Media, Influencer Marketing,…)?
Am Ende muss das Produkt für sich selbst die kundenseitige Kaufentscheidung auslösen, egal an welchen Messen wir teilnehmen oder was wir irgendwo publizieren. Dass es funktioniert, sieht man an unserer Präsenz in Gastronomie und Handel. Wir sind bekannt für unsere Community-Nähe, machen aber kein Insta-Influencer-Gedöns trotz täglicher Anfragen. Auch keine aufwändigen Werbekampagnen. Das überlassen wir der Industrie. Wir wollen uns damit beschäftigen, was wir am besten können: Deutschlands hoffentlich bestes Bio-Eis zu machen. Das war, ist und bleibt unser Anspruch.

Etliche konventionelle Eishersteller sind in den veganen Eismarkt eingestiegen oder haben ihren Einstieg angekündigt. Warum sollte der Handel trotzdem auf DAS EIS setzen?
Wenn konventionell bedeutet non-bio, betrifft uns das eher weniger, weil Bio definitiv der größte Trend ist nach wie vor, das sehen wir in allen Jahresgesprächen und auch beim Blick auf unsere eigenen Zahlen als Deutschlands erste Bio-Eis-Manufaktur. „No artificial anything“ ist unser Thema, davon rücken wir als Original keinen Millimeter ab. Natürlich schauen die Großen genau hin, was wir und andere Hersteller machen um dann, wenn ein Thema etabliert ist, mit all ihrer Marktmacht in den Markt einzutreten. Heißt für uns: Wir müssen vorher drin sein und unsere Marke randscharf positionieren.

Ich denke hier sind wir als kleiner Fisch schon relativ weit rausgeschwommen: Biomarke des Jahres, German Brand Award, European Product Design Award, World Food Innovation Award, et cetera pp. – einige unserer bisher 17 Auszeichnungen, die wir für unser Sortiment erringen konnten. Und mit 12 pflanzenbasierten ‚Signature Flavours’ haben wir das mutmaßlich größte vegane Eissortiment aller Hersteller: ein weiterer guter Grund, unser Sortiment zu listen und damit für sich als Markt den Unterschied zu machen.

Weitere Infos zu Das Eis finden Sie auf der Website (Link: www.daseis.eu), Instagram (instagram.com/daseis.eu) und auf Facebook (facebook.com/daseis.eu).

[1]https://de.statista.com/statistik/daten/studie/20152/umfrage/entwicklung-des-eiskonsums-in-deutschland-seit-2001/

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