Loveco: “Bei uns war Nachhaltigkeit von Anfang an der Kern unserer Arbeit und das merken auch unsere KundInnen”

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Loveco Team © 2019 loveco GmbH
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Die Loveco GmbH vertreibt als nachhaltiges Unternehmen ökologische, faire und vegane Mode sowie Accessoires für Frauen und Männer in mittlerweile drei stationären Läden in Berlin und einem Online-shop. Loveco arbeitet mit Marken zusammen, die fair hergestellte Mode und Accessoires aus ökologischen und veganen Materialien anbieten und in Bezug auf Stil, Qualität und Preis den mode-affinen Kunden eine sehr gute Alternative zu traditionell verarbeiteten Produkten bieten. Wir sprachen mit Christina Wille, Gründerin und Geschäftsführerin von Loveco, über den Markt für nachhaltige Mode und die Entwicklung des Unternehmens.

Sie haben 2014 mit der Gründung von Loveco in Berlin ihren ersten Laden aufgemacht. Wie würden Sie rückblickend die vergangenen 5 Jahre bewerten?

Es ist natürlich toll, dass wir so wachsen konnten! Ich habe in den letzten Jahren gemerkt, dass die Nachfrage nach nachhaltiger und veganer Mode immer mehr steigt und das freut mich total. Für uns als Unternehmen gab es immer wieder Herausforderungen, wie den Launch des Online Shops, an denen wir super wachsen konnten.

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Loveco-Store Schoeneberg © 2019 loveco GmbH

Loveco hat in Berlin inzwischen drei stationäre Geschäfte. Welchen Vorteil bietet das Konzept der kleinen Händlerkette? Warum setzen Sie auf online und offline?

Wir wissen, dass unsere Zielgruppe versucht, unnötigen Versand zu vermeiden. Deshalb ist es super, ihnen vor Ort die Möglichkeit zu geben, die Sachen direkt anzuprobieren und mit uns über Materialien, Pflege und Produktionsbedingungen zu sprechen. Wir bieten allerdings auch an, online zu reservieren und im Laden abzuholen. Das wird viel genutzt. Viele KundInnen möchten sich vorher schon einmal informieren.

Sehen Sie die Bemühungen größerer Mode-Konzerne, nachhaltige Kollektionen auf den Markt zu bringen, als Chance oder als Risiko für Loveco?

Das ist schwer zu sagen. Natürlich freut es uns, dass das Thema Nachhaltigkeit bei immer mehr Konzernen ankommt. Allerdings ist dies manchmal auch mit Vorsicht zu genießen. Wie genau wird das wirklich genommen? Geht es hier nur um Reputation? Außerdem finden wir, dass viele große Konzerne einfach noch nicht genug für faire Arbeitsbedingungen und Nachhaltigkeit tun, wenn man sich ihren Marktanteil und ihre finanziellen Mittel ansieht. Bei uns war Nachhaltigkeit von Anfang an der Kern unserer Arbeit und das merken auch unsere KundInnen. Ohne Nachhaltigkeit gäbe es LOVECO gar nicht.

Nach welchen Kriterien sucht Loveco die Hersteller und Labels aus, die Sie in Ihren Stores vertreiben?

Wir haben zu allen Marken persönlichen Kontakt. Sie sind entweder durch strenge Standards zertifiziert, nutzen zertifizierte Stoffe oder können uns durch hohe Transparenz und häufige Besuche der Produktionsstätten faire und ökologische Herstellung garantieren. Bei den Standards achten wir auf den GOTS, das Fairtrade Siegel für Biobaumwolle und/oder eine Mitgliedschaft in der Fair Wear Foundation. Oft treffen wir die Marken auf Messen, da es uns wichtig ist, die Kleidung direkt anfassen und begutachten zu können und mit den Menschen hinter der Marke direkt in Kontakt zu sein. Zum Thema vegan: Nicht alle unsere Marken sind 100% vegan. Wir wählen allerdings aus jeder Kollektion nur die veganen Teile aus. Außerdem nutzen wir jede Möglichkeit, alle Labels davon zu überzeugen, dass gute Mode keine tierischen Materialien benötigt. Bei einigen Labels hat das schon zu Erfolgen geführt!

Wie unterscheidet sich Loveco von anderen Wettbewerbern wie beispielsweise Glore oder Dear Goods?

Bei uns sind die Säulen ökologisch, fair und vegan alle drei gleich wichtig. Viele andere Shops konzentrieren sich nur auf fair oder nur auf vegan. Außerdem sehen wir uns nicht nur als Shop: Uns ist Aufklärung ebenfalls sehr wichtig. Deshalb stecken wir auch viel Energie in unseren Ratgeber und unser Online-Magazin. Auch veranstalten wir Events zu verschiedenen Themen, um noch mehr Menschen für das Thema zu sensibilisieren.

Auch hinter den Kulissen wird Nachhaltigkeit bei LOVECO groß geschrieben. Um welche Bereiche geht es hier? Stellt das ein Unternehmen vor Herausforderungen?

Wir möchten auch nach innen hin leben, was wir nach außen repräsentieren. Deshalb achten wir in allen Unternehmensbereichen auf Nachhaltigkeit: Unsere Finanzen wickeln wir über die GLS Bank ab, wir versenden klimaneutral mit DHL Go Green, wir recyceln Kartons bei unseren Lieferungen, wir richten unsere Läden mit Second Möbeln ein und wir vertrauen auf Ökostrom und veganes Ökogas. Außerdem sind wir nicht von Investoren finanziert und können so unabhängig unsere Unternehmensentscheidungen treffen. Natürlich macht dieser hohe Anspruch an uns selbst nicht alles immer sehr leicht – wir finden aber, es zahlt sich langfristig aus. Manchmal muss man etwas länger nach Lösungen suchen oder um die Ecke denken, aber für uns ist es der einzige Weg.

Werden Kunden künftig auch in anderen Städten in Loveco-Stores gehen können oder bleiben Sie erstmal in Berlin?

Wir schließen das natürlich nicht aus, haben hier aber noch nichts konkretes geplant. Wir möchten öko, faire und vegane Mode allen Menschen anbieten – egal, wo sie wohnen. Mit dem Online-Shop haben wir dazu ja bereits eine gute Adresse für unsere KundInnen, die nicht in der Hauptstadt leben. Schauen wir mal, was die Zukunft noch bringt!

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