Michael Hähnel, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Rügenwalder Mühle: “Wir suchen stets die Nähe zum Lieferanten und Erzeuger, denn so sichern wir eine hohe Qualität”

Michael Hähnel, Vorsitzender der Geschäftsleitung © Rügenwalder Mühle

Wie wir vor kurzem berichteten, startet die Rügenwalder Mühle aktuell ein neues Pilotprojekt mit dem Anbau von eigenem Soja in Deutschland. Das neue Projekt ist Teil einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens, die unter anderem eine Reduzierung des C02-Fußabdrucks der eigenen Produkte durch eine Verkürzung der Transportwege und die verstärkte Beschaffung regionaler Rohstoffe vorsieht. Michael Hähnel, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Rügenwalder Mühle, verriet uns im Interview nun mehr über das neue Pilotprojekt und die zugrunde liegende Nachhaltigkeitsstrategie.

Die Rügenwalder Mühle baut jetzt eigenes Soja an – warum?

Sojaanbau in NRW © Rügenwalder Mühle

Wir suchen stets die Nähe zum Lieferanten und Erzeuger, denn so sichern wir eine hohe Qualität. Die Herkunft der Lebensmittel und deren Zutaten ist auch den Verbrauchern besonders wichtig. Vor allem aber ist sie ein entscheidender Faktor für unser Ziel, immer nachhaltiger zu werden: Denn je kürzer der Transportweg, desto höher die Einsparung beim C02.

Schon jetzt stammt darum 50 Prozent unseres Sojas aus Europa, der Donau-Region. Nun wollen wir das Thema weitertreiben und haben daher das Pilotprojekt mit eigenem Sojaanbau in Deutschland gestartet. Die Anbaufläche umfasst je ein Feld in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg mit jeweils 25 Hektar. Die Aussaat durch den Vertragspartner erfolgte im Mai. Bis jetzt sieht es sehr gut aus und wir hoffen, mit dem Pilotprojekt erfolgreich zu sein.

Das heißt, in Kürze gibt es Ihre Produkte nur noch mit eigens angebautem, regionalem Soja?

Nein, bis wir unseren Bedarf an Soja aus heimischen Anbau decken können, wird noch einige Zeit vergehen. Mit dem Pilotprojekt haben wir den ersten, mutigen Schritt in diese Richtung gemacht.

Was heißt mutig? Ist Sojaanbau so kompliziert?

Absolut. Die Anbauregion der Sojabohnen hat entscheidenden Einfluss auf Geschmack und Farbe des Rohstoffs. Daher kann es sein, dass die fertigen Fleischalternativen plötzlich anders schmecken. Tests werden zeigen, in welchen vegetarischen / veganen Produkten wir das regionale Soja später verarbeiten können.

Wie geht es weiter?

Ist das Pilotprojekt erfolgreich – also wenn die Soja-Pflanzen weiter gut und ertragreich wachsen – erfolgt die Ernte im September, danach wird das Soja veredelt und soll in den vegetarischen / veganen Produkten zum Einsatz kommen. So könnten wir schon im kommenden Jahr zehn Prozent des Gesamtbedarfs mit diesem heimischem Soja decken und den Anteil in den nächsten Jahren sukzessive steigern.

Wichtig wäre uns dabei aber auch, dass es für Verbraucher zukünftig klar ersichtlich ist, wo die Rohstoffe herkommen bzw. welchen C02-Fußabdruck ein Lebensmittel hat. Denn nur so ist es möglich, dass Verbraucher bei Lebensmitteln selbst die Wahl treffen können, sich bewusst zu ernähren. Wir unterstützen daher die Petition zur gesetzlichen CO2e-Kennzeichnung von Lebensmitteln. Verbraucher sollen damit direkt erkennen können, wie groß der CO2-Fußabdruck von Lebensmitteln ist.

 

Mehr zum neuen Projekt der Rügenwalder Mühle finden Sie unter www.ruegenwalder.de