• Pond Technologies gewinnt globalen Agrarkonzern für algenbasierte Tierfutterproduktion



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    © Pond Tech

    Auf diesen Moment hat Pond Technologies in mehr als zehn Jahren Forschung und Entwicklung geduldig hingearbeitet. Das kanadische Tech-Start-Up hat erst kürzlich den ersten internationalen Agrarkonzern als Partner und Kunden für seine disruptive Plattformtechnologie zur digital kontrollierten Algenzucht gewonnen.

    Der Deal ist bahnbrechend für Pond: Die in London börsennotierte Gesellschaft Associated British Foods (LSE:ABF), kurz AB Agri, will mit ihrer Tochtergesellschaft Livalta in die gemeinsame Kommerzialisierung von Tierfutter auf Algenbasis einsteigen. Die vereinbarte Liefer- und Lizenzvereinbarung besitzt einen Gegenwert von mehr als 5 Millionen CAD. Diese Summe mag für den weltweit agierenden Konzern mit einem Börsenwert von rund 18 Mrd. EUR klein sein. Für Pond ist es eine weitere Validierung seiner Technologie und die beste Chance, die Leistungsfähigkeit seiner Wachstumsplattform auf einer internationalen Bühne vorzuführen.

    Spirulina-Paste mit ca. 20prozentiger Restfeuchte. Die Algenernte aus dem Photobioreaktor erfolgt so, dass das exponentielle Wachstum der Algen nicht unterbrochen wird. Die grüne Algenmasse dient als Ausgangsprodukt für Tierfutter oder bspw. für Lebensmittelfarbe © GOLDINVEST / Pond Tech

    Algenzucht in digitalen Photobioreaktoren: Die nächste grüne Revolution für die Landwirtschaft?

    Livalta und Pond haben eine exklusive globale Partnerschaft zur Erzeugung von Tierfutter auf Algenbasis aus CO2-Emissionen vereinbart. Algen wandeln das CO2 durch Photosynthese in Biomasse um. Der CO2-Gehalt in der Luft liegt bei 0,04%. Das Pond-Verfahren steigert den CO2-Gehalt in seinen Photobioreaktoren für ein optimales Wachstum der Mikroalgen auf bis zu 5 Prozent.

    Die Vereinbarung der Partner besteht aus zwei Teilen: Teil eins beinhaltet einen Vertrag zur Lieferung und zum Erwerb eines Algen-Demonstrationssystem von Pond im Volumen von 2,9 Mio. CAD, das in Großbritannien installiert wird. Der zweite Bestandteil ist ein Lizenzvertrag, bei dem Pond bis zu 2,6 Mio. CAD an Gebühren für den Technologiezugang erhält. Darüber hinaus soll Pond dauerhaft Lizenzgebühren auf der Grundlage der Produktion von kommerziellen Algenanlagen erhalten, die in Zukunft eingesetzt werden. Eingefädelt wurde der Deal von Ponds regionalem Entwicklungspartner, Remedi!ate UK.

    AB Agri sieht sich selbst als Vorreiter für eine nachhaltigere Landwirtschaft und hat sich dem Ziel einer Netto-Null-Agrarindustrie verschrieben. Bereits in der Vergangenheit hat AB Agri neue Futtermittelzutaten auf den Markt gebracht und sieht in der Produktion verantwortungsvoller Proteine einen wichtigen Wachstumsmotor für die Zukunft.

    Die geplante Demonstrationsanlage wird zur Züchtung von Algenstämmen für Tierfutterversuche und die Entwicklung von kommerziellen Tierfuttermitteln verwendet, die von AB Agri verkauft werden. Die Pilotanlage von Livalta wird voraussichtlich 2022 am Standort von British Sugar in Wissington, Norfolk, in Betrieb genommen.

    LEDs lassen den Photobioreaktor orange leuchten. Die Mikroalgen werden von allen Seiten optimal mit Licht versorgt, exakt in der Wellenlänge, die die Algen brauchen. Der für die Photosynthese erforderliche Tag/Nachtzyklus wird durch Mikrotaktung simuliert. Digitale Inputs steuern das Wachstum im bestmöglichen Bereich. Außerdem brauchen die Photobioreaktoren durch die Ausnutzung der 3. Dimension wenig Platz, was insbesondere für die Massenproduktion von Bedeutung sein könnte © GOLDINVEST / Pond Tech

    AB Agri möchte seinen ökologischen Fußabdruck minimieren

    José Nobre, Geschäftsführer von AB Agri, sagte: “Als AB Agri sind wir bestrebt, neue und mutige Technologien zu entwickeln, um sichere, hochwertige Nahrungsmittel zu liefern und gleichzeitig unseren ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Aus diesem Grund haben wir Livalta als Spezialabteilung gegründet, um die globale Proteinherausforderung zu bewältigen.”

    Die Geschäftsführerin von Livalta, Valerie Schuster, sagte: “Wir glauben, dass Wissenschaft und Technologie der Schlüssel sind, um die Herausforderung der Proteine in eine Chance zu verwandeln. Wir freuen uns sehr über die Partnerschaft mit Pond und auf das Potenzial, das in ihrer Technologie zur Herstellung von Algen unter Nutzung von CO2-Emissionen liegt. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit, um einen positiven Wandel herbeizuführen.”

    Der Präsident und CEO von Pond, Grant Smith, sprach von einer bahnbrechenden kommerziellen Partnerschaft mit AB Agri, die Pond einen globalen Zugang zum milliardenschweren Tierfuttermarkt ermögliche. Grant kündigte an: “Gemeinsam mit AB Agri und deren neuer Abteilung für verantwortungsbewusste Proteine, Livalta, arbeiten wir an der Entwicklung von Algen als kosteneffiziente, verantwortungsbewusste Futtermittelzutat, die Emissionen in kommerzielle Tierfutterzutaten umwandelt. Der Zusammenschluss von AB Agri und Pond zur Herstellung erschwinglicher, hochwertiger und verantwortungsbewusster Lebensmittel ist ein großer Schritt nach vorn und dieses Kommerzialisierungsprojekt wird die Art und Weise, wie unsere Industrie Lebensmittel für Menschen und Tiere herstellt, vorantreiben.”

    Das erste Produkt wird die weit verbreitete Mikroalge Spirulina sein, die einen besonders hohen Proteingehalt von 60 Prozent und wichtige Vitamine und Mineralien bietet. Spirulina ist bekannt für seinen Nährwert und seinen funktionellen Wert sowohl in Lebensmitteln als auch in Tierfutter. Spirulina (und andere Algen) gewinnen zunehmend an Aufmerksamkeit als potenziell bahnbrechende Tierfutterzutat. Herkömmliche Technologien zur Algenproduktion waren bislang nicht in der Lage, die erforderlichen Mengen in ausreichender Qualität zu Kosten zu produzieren, die für das preissensible Geschäft mit Tierfutter erforderlich sind. Die exklusive Partnerschaft, die die bahnbrechende Technologie von Pond mit dem Fachwissen von Livalta in Bezug auf neue Proteine für Tierfutter zusammenbringt, soll dies ändern.

    Weitere Informationen unter www.pondtech.com.

     

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