• Studentisches Start-up “Leef Point” möchte Einweggeschirr-Markt revolutionieren



    © Leef Point / Krishna Pantakani

    Mithilfe kompostierbarer Teller, Schüsseln und To-Go Boxen gestaltet die Studierendeninitiative Enactus aus indischen Traditionen zukünftige Innovationen. Durch ihr Crowdfunding möchte das Social Start-up nun in den Vertrieb starten.

    Seit Jahrhunderten werden in Indien bei großen Tempelfesten Speisen feierlich auf den Blättern der Siali-Pflanze serviert. Aufgewachsen in Andhra Pradesh sah der Firmengründer Krishna Pantakani darin eine Lösung für die drängende Problematik von Einweg-Plastik in Deutschland. Seit 12 Jahren lebt er nun mit seiner Familie in Göttingen. Gemeinsam mit der Entrepreneurship Initiative Enactus e.V. gründete er 2019 das Unternehmen Leef Point. Mittlerweile besteht das Projektteam aus 22 Studierenden, die sich ehrenamtlich für das Start-up engagieren. Ihre Vision ist es Umweltschutz nahbar zu gestalten, um eine gesamtgesellschaftliche Veränderung in Gang zu setzen.

    Antonia Sophie Gedig ist Projektleiterin bei Leef Point. Für sie ist es besonders wichtig, das Thema Nachhaltigkeit bereits in der Ressourcenbeschaffung über die Produktion bis hin zur Entsorgung in den Mittelpunkt des Unternehmens zu stellen. Als Grundmaterial dient die Siali Pflanze, eine wildwachsende robuste Kletterpflanze, beheimatet in den indischen Urwäldern. Ihre Blätter werden unter strenger Limitierung der Erntemenge von den dortigen Bewohnern sorgsam gepflückt. So könne sich das Ökosystem nachhaltig regenerieren und der Lebensraum von Mensch und Tier bleibe erhalten.

    „Durch eine faire Bezahlung des Rohstoffs schaffen wir zusätzlich auch ein wirtschaftliches Interesse am Schutz des Regenwaldes und bewahren ihn somit bspw. vor Rodung oder Ausbeutung”, ergänzt Gedig. Besonders stolz ist das Projektteam auf ihre eigene Manufaktur in Andhra Pradesh, in der sie aktuell zwölf lokale Bewohner beschäftigen. Geleitet wird die Produktion von Krishna Pantakanis Bruder. Durch ihre Wurzeln liegt es den Brüdern am Herzen die Lebensbedingungen vor Ort durch sichere Arbeitsplätze und gute Arbeitsbedingungen zu verbessern.

    Das kompostierbare Einweggeschirr ist vegan, wasserresistent und stabil

    © Leef Point / Krishna Pantakani

    Zu Beginn des Jahres stand vor allem die Produktentwicklung im Vordergrund. Das Sortiment umfasst Teller und Schalen in verschiedenen Größen. Das Einweggeschirr ist vegan, sehr stabil und durch die hydrophile Blattoberfläche ebenfalls für Saucen, Currys und Eintöpfe geeignet. Da es sich um ein reines Naturprodukt handelt, sei es innerhalb kürzester Zeit kompostiert und könne in der Bio-Tonne, einer kommunalen Kompostieranlage oder auf dem Komposthaufen im eigenen Garten entsorgt werden.

    Nach erfolgreicher Zertifizierung als lebensmittelsicher nach FDA und LFGB steht dem Unternehmen jetzt der Markteintritt bevor. Die Chancen stehen gut: Die Produktion sowie der Verkauf von Einweggeschirr aus Plastik wird mit Wirkung zum 03. Juli 2021 EU-weit verboten. Antonia Sophie Gedig ist überzeugt: „Wir wollen die beste umweltfreundliche Alternative dazu bieten“.

    Leef Point startet Crowdfunding in zwei Phasen

    Jetzt sucht das Projekt Unterstützung und hat über die Plattform Startnext ein Crowdfunding gestartet. Die Grundidee dahinter: Schon durch kleine Beträge des Einzelnen kann das Projekt so gemeinsam realisiert werden. Neben einer freien Spende ist es ebenfalls möglich die ersten Schalen und Teller für den privaten Gebrauch oder die Gastronomie zu erwerben.

    Mit der Erreichung des ersten Fundingziels in Höhe von 5.000 Euro finanziert Leef Point die Kosten zur Pflückung des Rohmaterials bis hin zur ersten Lieferung der Produkte nach Deutschland. Das zweite Fundingziel mit 30.000 Euro soll in die Entwicklung To-Go Boxen investiert werden. Für das kommende Jahr plant das Unternehmen die Ausweitung seiner Produktionskapazitäten durch eine größere Manufaktur mit neuen Maschinen und mehr Mitarbeitern.

    „Unser Ziel ist es, aus Leef Point ein erfolgreiches Social Startup zu machen, das nachhaltigen Konsum in Deutschland und sichere Arbeitsplätze in Indien garantiert“, so Gedig. Besonders zu Pandemiezeiten seien sichere Arbeitsplätze in Indien wertvoll und notwendig. Die finanzielle Sicherheit diene als unabdingbarer Grundbaustein für Bildung und Hygiene. Derzeit seien die Produkte noch nicht im Einzelhandel erhältlich, bestellbar sind sie aktuell nur bis zum 08. Januar über die Crowdfunding-Website www.startnext.com/leefpoint.

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