Die Kluft zwischen Fleisch und pflanzlichen Proteinen wird immer größer, da die Fleischpreise steigen, wie eine neue Datenauswertung der NGO Madre Brava ergab.
Die von Madre Brava ermittelten Preissteigerungen für Produkte wie Schweinefleisch zeigen, dass ein Zwei-Personen-Haushalt, der sich an die Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung hält, jährlich über 700 Euro beim Fleischkauf sparen könnte.
Während die Mieten in Deutschland seit 2011 um rund 26 % gestiegen sind, zeigen die Fleischpreisdaten von Euromonitor International, dass die Preise für Fleischprodukte im gleichen Zeitraum um 50 % gestiegen sind.
Der Preis-Wendepunkt ist erreicht: Erstmals sind Fleischalternativen günstiger als verarbeitetes Fleisch
Madre Brava hebt folgende zentrale Erkenntnisse aus der Analyse hervor:
Der Preisunterschied zwischen Schweinefleisch und Bohnen hat sich um 2,73 € pro Kilo erhöht. Mit einem Preisunterschied von rund 10 € pro Kilo liegen die gesünderen Alternativen in der Preisrangliste deutlich vorne.
Der Preis-Wendepunkt ist erreicht: Zum ersten Mal sind Fleischalternativen mit durchschnittlich 9,95 €/kg günstiger als verarbeitetes Fleisch (10,41 €/kg). Während die Fleischpreise seit 2021 um 25 % gestiegen sind, sind die Preise für Ersatzprodukte um 8 % gefallen.
Massiver Renditehebel für private Haushalte: Eine Reduzierung des Fleischkonsums auf das von der DGE empfohlene Maß (max. 53 g Fleisch/Tag) kann die Fixkosten deutlich senken. Ein durchschnittlicher Haushalt kann so über 700 € pro Jahr einsparen, ohne Abstriche bei der Proteinqualität.
Die Klimainflation treibt die Fleischpreise weiter in die Höhe: Experten prognostizieren weitere Preissteigerungen aufgrund von Hitzestress in der Tierhaltung, volatilen Futtermittelpreisen und steigenden Kühlkosten infolge der globalen Erwärmung.
Marktwandel in Supermärkten: Der Absatz von Fleischalternativen im Einzelhandel ist seit 2021 um 43 % gestiegen (auf 88.500 Tonnen im Jahr 2025). Einzelhandelsriesen wie Lidl, Rewe und Edeka reagieren bereits mit Preissenkungen für ihre eigenen pflanzlichen Produkte.
Gesundheit und Klima als kostenloser Bonus
Neben dem finanziellen Aspekt hebt die Analyse auch die gesundheitlichen Vorteile hervor: Die WHO stuft verarbeitetes Fleisch als krebserregend ein. Darüber hinaus ist unser Ernährungssystem für bis zu einem Drittel der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Eine Umstellung der Ernährung schont also nicht nur das Portemonnaie der Deutschen, sondern auch ihre Gesundheit und das Klima.
„Gesunde Ernährung ist kein Luxus mehr, sondern die wirtschaftlichste Option für den deutschen Geldbeutel“, sagt Moritz Möller, Deutschland-Direktor bei Madre Brava.
Die strukturellen Ursachen für den Anstieg der Fleischpreise, die pflanzliche Proteine weniger stark belasten, bedeuten, dass diejenigen von uns, die ihre Ernährung umstellen, weniger Fleisch und mehr Pflanzen essen, neue Geschmacksrichtungen, eine bessere Gesundheit und ein optimiertes Haushaltsbudget entdecken werden.
Deutsche Supermärkte liegen mit dieser Veränderung im Trend und haben sich bereits Ziele gesetzt, um ihr Angebot an Fleisch und pflanzlichen Proteinen auszugleichen. Wir fordern sie dringend auf, ein Branchenziel für den Proteinsplit zu setzen, um schneller mehr Haushalte durch ein Angebot an schmackhaften, erschwinglichen und gesünderen Lebensmitteln zu entlasten.“





