40% der führenden Retailer und Lebensmittelhersteller haben jetzt spezielle Teams für pflanzliche Produkte

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Ein vierjähriges Investoren-Engagement mit 25  großen Food-Reailern und -herstellern unter der Leitung des FAIRR-Investoren-Netzwerks hat ergeben, dass zwei von fünf globalen Lebensmittelgiganten mit einem gemeinsamen Jahresumsatz von 459 Milliarden US-Dollar inzwischen über engagierte Teams verfügen, die sich mit der Entwicklung und dem Verkauf von pflanzlichen Alternativen zu Fleisch und Milchprodukten befassen. Tesco und Unilever stehen dabei an der Spitze.

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Die Daten in diesem Zusammenhang stammen aus einem Bericht, welcher kürzlich in dem Online-Hub “Sustainable Proteins” für Investoren unter den Namen “Appetite for Disruption: A Second Serving” vom FAIRR Investor Network veröffentlicht wurde. Seit dem Start im Jahr 2016 (mit 40 Investoren, die Vermögenswerte in Höhe von 1,25 Billionen US-Dollar verwalten) ist das Engagement von FAIRR für nachhaltige Proteine um das Zehnfache gewachsen und umfasst mittlerweile 88 Investoren, die im Jahr 2020 Vermögenswerte in Höhe von über 13 Billionen US-Dollar verwalten, darunter Amundi, Northern Trust Asset Management und BMO General Asset Management. Ziel sei es unter anderem, 25 globale Lebensmitteleinzelhändler und -hersteller, darunter Nestlé, M&S, Sainsbury’s, Carrefour, Costco, Amazon und Walmart, zu ermutigen, ihre Proteinquellen zu diversifizieren, um das Wachstum voranzutreiben und das Risiko nach der Corona-Krise zu verringern.

Tesco und Unilever wurden von den Investoren für ihr Engagement gelobt, Nahrungsmittelportfolios auf nachhaltigere Proteinquellen umzustellen, die Unterstützung auf Vorstandsebene für einen klimagerechten Proteinübergang (die Umstellung von tierischen Proteinen auf pflanzliche und neue Proteinquellen) zu demonstrieren und eine Klima-“Szenarioanalyse” ihrer Rohstoffversorgungsketten abzuschließen. Insgesamt verkaufen jetzt 7 von 15 Einzelhändlern pflanzliche Fleischalternativen “auf dem Fleischmarkt” oder planen, sie zu verkaufen.

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Der Bericht hebt ebenfalls neue Forschungsergebnisse hervor, aus denen hervorgeht, dass in der ersten Hälfte des Jahres 2020 über 1,1 Milliarden Dollar an Venture-Investitionen in alternative Proteine geflossen sind, mehr als doppelt so viel wie die Gesamtinvestitionen des letzten Jahres (534 Millionen Dollar). Es wird zusätzlich erwartet, dass der Markt für alternative Proteine bis 2025 auf 17,9 Milliarden Dollar anwachsen wird. Inmitten der öffentlichen Besorgnis über den Zusammenhang zwischen der Fleischproduktion und der anhaltenden Corona- und der afrikanischen Schweinepestkrise sehen sich Einzelhändler und Hersteller mit einem Nachfrageschub nach pflanzlichen Produkten konfrontiert.

Foto: Omnipork

Am deutlichsten war dies in China zu spüren, wo der Schweinefleischkonsum in diesem Jahr um schätzungsweise 35% zurückgehen wird, während die pflanzliche Schweinefleischmarke OmniFoods in China und anderen asiatischen Märkten ein Rekordwachstum verzeichnete. Marken wie Impossible Foods und Oatly haben die Region ins Visier genommen.

Jeremy Coller, Gründer von FAIRR und CIO bei Coller Capital, erklärte in diesem Zusammenhang: “Die heute veröffentlichten Unternehmensdaten sind ein echter Beweis dafür, dass große Lebensmittelmarken um ihr Stück vom pflanzlichen Kuchen wetteifern. Sie bauen ihre Kapazitäten zur Erforschung und Entwicklung von pflanzlichen Alternativen zu Fleisch und Milchprodukten drastisch aus und qualifizieren sich weiter. Es werden greifbare Ziele für einen Proteinübergang gesetzt”.