Studie zeigt: Fleisch- und Milchwirtschaft haben größten ökologischen Fußabdruck

Sinnbild des ökologischen Fußabdrucks: Ein Baum mit halb Blättern und Rasen unter sich und eine Seite mit kahlen Ästen und verdörrtem Boden.
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Eine kürzlich von der Oxford University veröffentlichte Studie, befasst sich mit den Auswirkungen der derzeitig praktizierten Landwirtschaft rund um den Globus und untersucht die damit verbundenen ökologischen Probleme. Als Kernergebnis der Studie steht fest, dass die globale Fleisch- und Milchwirtschaft den größten ökologischen Fußabdruck auf dem Planeten hinterlässt und damit besonders negative Auswirkungen auf Mensch und Natur hat.

Die Ergebnisse der Studie basieren auf einem umfassenden Datensatz zur globalen Agrarwirtschaft. Untersucht wurden 40.000 Agrarbetriebe in 119 Ländern und darüber hinaus auch eine Fülle von Lebensmitteln, die circa 90 Prozent der gesamten Nahrungsmittel ausmachen. Analysiert wurde der Einfluss aller Umweltfaktoren entlang der gesamten Wertschöpfungskette -vom Erzeuger bis zum Endverbraucher – der Landnutzung, die produzierten Klimagase, die Frischwassernutzung und die verursachte Wasser- und Luftverschmutzung.

Die Untersuchungen der Oxford University zeigen, dass die Agrarflächen auf der Welt um bis zu 75 Prozent reduziert werden könnten, wenn man auf Fleisch- und Milchprodukte verzichten würde. Tierprodukte liefern außerdem nur circa 18 Prozent aller Kalorien und 37 Prozent der benötigten Proteine. Dabei beanspruchen sie jedoch ungefähr 83 Prozent der global genutzten landwirtschaftlichen Flächen und verursachen über 60 Prozent aller in der Landwirtschaft produzierten Treibhausgas-Emissionen.

Der Leiter der Studie, Joseph Poore, sagte im Interview mit dem „Guardian“ dazu: „Eine vegane Ernährung ist wahrscheinlich die effektivste Weise, um unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern. Denn es geht nicht nur um die verursachten Treibhausgase, sondern auch um die weltweite Übersäuerung der Böden, die Überdüngung der Gewässer und die Land- und Wassernutzung. Die Landwirtschaft ist dabei der Sektor, der eine Vielzahl an Umweltproblemen vereint. Auf Tierprodukte zu verzichten bringt deshalb weit mehr, als der Versuch, nur nachhaltig produzierte Fleisch- und Milchprodukte zu erwerben.“

Nicht jeder muss gleich vegan werden

Obwohl die Studie die vielen (äußerst negativen) Auswirkungen der Fleisch- und Milchwirtschaft benennt und aufzeigt, bedeutet dies nicht automatisch, dass man komplett auf entsprechende Produkte verzichten muss. Viel wichtiger sei allgemein eine Reduktion des Konsums und eine nachhaltigere und umweltverträglichere Nutzung der Flächen und Ressourcen. So verursache die Haltung von Rindern auf abgeholzten Flächen, zwölfmal mehr Treibhausgase und benötige 50-mal mehr Fläche, als die Haltung auf natürlichem Weideland.

Laut Studie müsste die Hälfte an Fleisch- und Milchprodukten, die den meisten Schaden anrichten, durch pflanzliche Produkte ersetzt werden, um die negativen Effekte einzudämmen. Poore plädiert deshalb für eine Kennzeichnung von Produkten, damit die Verbraucher erkennen, welche Lebensmittel am umweltverträglichsten sind. Weiterhin fordert er Zuschüsse für die Produktion nachhaltigerer Nahrungsmittel und eine zusätzliche Steuer auf besonders umweltschädliche Fleisch- und Milchprodukte.

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