VEBU-Kommentar zum Klimaschutzplan 2050



VEBU-Kommentar zum Klimaschutzplan 2050: “Konkrete Maßnahmen für eine klimafreundliche Landwirtschaft fehlen”

Am Montag verabschiedete das Bundeskabinett den Klimaschutzplan 2050, die nationale Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens. Der VEBU (Vegetarierbund Deutschland) kommentiert den beschlossenen Plan.

Nach langen Verhandlungen hat sich das Bundeskabinett Anfang dieser Woche auf den von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks vorgelegten Klimaschutzplan 2050 geeinigt. Dieser stellt die langfristige nationale Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens dar. “Der Klimaschutzplan 2050 ignoriert die Klimaschutzpotenziale pflanzlicher Ernährung und schreibt den gegenwärtigen Zustand der deutschen Landwirtschaft fort. Der Plan erkennt an, dass ein hoher Anteil an den landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen auf die Produktion tierischer Nahrungsmittel zurückzuführen ist. Diese Tatsache mündet aber nicht in sinnvollen Maßnahmen für eine klimafreundliche Landwirtschaft. Deutschland wird seine Klimaschutzziele ohne die Einbeziehung der Potenziale der pflanzlichen Ernährung nicht erreichen”, so Felix Domke, Referent VEBU-Politik.

Tierhaltung und Ernährung gestrichen
Im ersten Entwurf des vom Bundesumweltministerium (BMUB) vorgelegten Plans waren ambitionierte und konkrete Forderungen wie ein Abbau der Tierbestände, eine Überprüfung der Exportstrategie tierischer Produkte und eine Reduzierung des Fleischkonsums enthalten. All diese Punkte fehlen im endgültigen Plan. “Statt die dringend notwendige Landwirtschafts- und Ernährungswende einzuläuten, ließ Bundesminister Christian Schmidt den Plan zusammenstreichen. Der Grund dafür ist, dass die deutsche Landwirtschaft in hohem Maße von der klimaschädlichen Tierhaltung abhängig ist”, so Domke.

Kaum positive Punkte enthalten
“Positive Punkte wie ein konkretes Ziel zur Minderung der Treibhausgase bis zum Jahr 2030 sind zwar im Klimaschutzplan enthalten, müssen aber ‘mit der Lupe gesucht’ werden”, sagt Domke. So steht im Klimaschutzplan, dass die Tierhaltung für einen hohen Anteil der landwirtschaftlichen Emissionen verantwortlich ist. Außerdem verweist der Plan auf das ‘Nationale Programm für nachhaltigen Konsum’, welches die Vorteile pflanzlicher Lebensmittel für das Klima anerkennt. Die notwendigen Konsequenzen werden jedoch nicht gezogen.

VEBU für eine Wende in Ernährung und Landwirtschaft
Der VEBU hatte innerhalb des vom BMUB initiierten Beteiligungsprozesses intensiv an der Ausarbeitung des Klimaschutzplans mitgewirkt. “Ärgerlich ist die wiederholte Aussage im Plan, es könne aufgrund von physiologischen Prozessen keine komplett emissionsfreie Landwirtschaft geben und dass für Emissionsverringerungen mehr wissenschaftliche Forschung nötig sei. Dies immer wieder zu betonen, ist eine Strategie des Ablenkens und Verzögerns, um die Klimaschädlichkeit der gegenwärtigen Produktion zu verschleiern. Eine Wende in Ernährung und Landwirtschaft ist aber möglich und dringend notwendig”, erklärt Domke.

Landwirtschaftliche Tierhaltung noch schädlicher als Transportsektor
Der VEBU arbeitet intensiv daran, die Klimaauswirkungen der Ernährungsweise auf die politische Agenda zu bringen. Die Tierhaltung ist Hauptverursacher klimarelevanter Emissionen in der Landwirtschaft. Global gesehen ist sie laut FAO, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, für 14,5 Prozent der von Menschen verursachten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Damit emittiert die Tierhaltung mehr als der gesamte Transportsektor.

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