BioNord: “Bio und vegan gehören nach unserer Auffassung zusammen.”

BioNord Gründer Matthias Deppe
© BioNord

Wenn man sich die florierenden Konsummärkte anschaut, dann sieht man zwei Themen immer stärker verknüpft: Bio & vegan. Egal ob bio-vegane Landwirtschaft, bio-vegane Produktsortimente oder bio-vegane Rohstoffe in der Kosmetik- und Fashion-Industrie – Diese beiden Aspekte scheinen immer mehr Konsumenten zu begeistern. Da wundert es auch nicht, dass auch auf den Biomessen immer mehr Unternehmen mit diesem Fokus ausstellen. So auch auf der BioNord. Wir haben den Biomessen-Veranstalter Matthias Deppe zu dieser neuen Verbindung befragt.

Wie stark bestimmt das Thema “veganer Lifestyle” die Biomessen mittlerweile?
Das Thema veganer Lifestyle ist auf den BioMessen ausgesprochen präsent, da der Vegan-Trend sowohl im Bio-Fachhandel als auch bei Bio-Kunden nach wie vor eine große Rolle spielt. Rund 36 Prozent der Aussteller führen nach eigenen Angaben vegane Produkte, weitere 31 Prozent vegetarische, wobei das allerdings nicht heißt, dass alle diese Aussteller ausschließlich vegan-vegetarische Sortimente führen. Der Fokus der BioMessen liegt, wie der Name schon sagt, auf dem Thema Bio. Bereits in der Entstehungsphase der Bio-Branche spielte das Thema vegetarische Ernährung eine wichtige Rolle – Fleisch hätten Sie in einem Bio-Laden in den 1970er Jahren vergebens gesucht. Viele wichtige Vegan-Produzenten, wie zum Beispiel Tofutown/Viana, Taifun oder Wheaty, um nur drei zu nennen, sind gleichzeitig Bio-Pioniere. Bio und vegan gehören nach unserer Auffassung zusammen: Mittlerweile sind konventionelle Hersteller und der konventionelle LEH auf den Zug aufgesprungen. Allerdings werden in konventionellen veganen Produkten häufig Zusatzstoffe und Aromen sowie billige Ausgangsrohstoffe verarbeitet, was weder gesund noch nachhaltig ist. Bio-vegane Produkte sind nach unserer Auffassung die beste Antwort auf die wachsende Nachfrage, die ja nicht nur von Veganerinnen und Veganern, sondern vor allem auch der Fraktion der Flexitarier beflügelt wird.

Gibt es auf den Biomessen vegane Sonderausstellungsflächen oder sind welche geplant?
Nein, und zwar aus zwei Gründen: Die BioMessen sind sehr kompakte Veranstaltungen, die an einem Tag in ein bis zwei Messehallen stattfinden. Gerade weil die Zahl der Aussteller mit veganen Angeboten so groß ist, macht es keinen Sinn, sie auf Extra-Flächen zu stellen. Hinzu kommt: Solche Sonderausstellungsflächen bieten den jeweiligen Ausstellern nicht unbedingt das optimale Ambiente für ihren Messeauftritt: Man nehme das Beispiel des veganen Fleischalternativen-Spezialisten, der an seinem Stand fleißig brät und verkostet. Wenn dann daneben oder wenige Meter entfernt ein Anbieter veganer Naturkosmetik steht – das passt einfach nicht, und die Aussteller selber wünschen sich das auch nicht.

Welche bio-veganen Unternehmen werden auf den kommenden Biomessen ausstellen?
Definitiv zu viele, als dass man sie hier aufzählen könnte! Auf den jeweiligen Websites bio.sued.de und bionord.de kann man unter der Rubrik Aussteller gezielt nach veganen Angeboten suchen.

Wie viele Besucher erwarten Sie auf den kommenden Biomessen?
Wir rechnen für die BioNord in Hannover und die BioSüd in Augsburg mit ähnlichen Besucherzahlen wie im Vorjahr, also zirka 4.200 in Hannover und 4.600 in Augsburg. Insgesamt haben die BioMessen an ihren vier Standorten insgesamt 14.421 Fachbesucher erreicht. Mit zirka zwei Drittel ist die überwältigende Mehrheit der Besucher direkt im Handel tätig, also Bio-Märkte, Naturkostfachgeschäfte, Reformhäusern, aber auch zunehmend dem selbständigen Lebensmitteleinzelhandel sowie Naturkostgroßhandel tätig, weitere Besuchergruppen sind Gastronomie und Großverbraucher.

Können sich Spätentschlossene noch anmelden?
Sowohl die BioNord als auch die BioSüd sind komplett ausgebucht, es gibt bereits eine Warteliste. Im Frühjahr 2019 geht es dann weiter mit der BioWest am 7. April in Düsseldorf und der BioOst am neuen Standort Leipzig am 14. April 2019.