Colourfood Professional: “Bei unseren färbenden Lebensmitteln entfällt die Kennzeichnungspflicht als Zusatzstoff.”

Alexander Hautmann – Geschäftsführer Colourfood Professional by BETTEC B.V.
© Colourfood Professional

Alles was man benötigt, steckt in der Natur. Das beweist auch Colourfood Professional. Das Unternehmen stellt vegane Lebensmittelfarben her, die ausschließlich aus Obst, Gemüse und essbaren Pflanzen gewonnen werden. Auf Chemie oder Zusatzstoffe wird dabei verzichtet. Wir haben mit Geschäftsführer Alexander Hautmann über diese Neuheit, die Einsatzmöglichkeiten und die Zukunftsperspektive gesprochen.

Warum war es Ihnen ein Bedürfnis vegane Farben zu entwickeln?
Die Vision war es aus farbstarkem Obst, Gemüse und essbaren Pflanzen wirklich natürliche Lebensmittelfarbe bzw. genauer „färbende Lebensmittel“ herzustellen und auf synthetische Zutaten und Zusatzstoffe komplett zu verzichten. Die Bedürfnisse der Verbraucher gehen immer mehr in Richtung echte Natürlichkeit (ohne Zusatzstoffe) und Transparenz. Das heißt, dass sich natürlich auch die Industrie sowie die Profianwender im Food Service Bereich immer stärker auf diese Trends einstellen. Wir bieten Konditoren, Bäckern, Gastronomen, Eis-Manufakturen, etc. mit dem Sortiment von Colourfood Professional eine echte Alternative, um in der Anwendung Clean-Label – sprich ohne Zusatzstoffe – arbeiten zu können. Bei unseren färbenden Lebensmitteln entfällt nämlich aufgrund der eingesetzten Rohwaren und den Produktionsverfahren die Kennzeichnungspflicht als Zusatzstoff (E-Nummer).

Was ist die Basis für Ihre veganen Lebensmittelfarben?
Unsere Philosophie – „Vom Feld direkt in die Flasche. Pure Farben aus 100% Obst und Gemüse.“ – bringt es eigentlich schon ziemlich genau auf den Punkt. Unsere färbenden Lebensmittel werden aus reifen und farbintensiven Obst, Gemüse und essbaren Pflanzen hergestellt. Und auch in der Produktion kommen nur physikalische Prozesse, wie schneiden, erhitzen und filtern sowie Wasser als Prozessmedium zum Einsatz. Wir verzichten komplett auf die Verwendung von organischen Lösungsmitteln, Farb- und Konservierungsstoffen und natürlich Zutaten tierischen Ursprungs. Das Besondere ist sicherlich auch, dass man unsere Produkte zu jeder Zeit im Produktionsprozess essen kann – sie sind und bleiben Lebensmittel!

Welche Produktpalette bieten Sie aktuell an?
Wir sind im März diesen Jahres auf den Markt gekommen und haben uns erstmalig auf der Internorga in Hamburg präsentiert. Gestartet sind wir mit einem Sortiment wasserlöslicher, flüssiger Produkte in einer 250g Flasche. Hierbei bieten wir die sechs Farbtöne „Kirsch-Rot“, „Karotten-Orange“, „Spirulina-Blau“, „Trauben-Violett“, „Zitronen-Gelb“ und „Apfel-Grün“. Die große Nachfrage hat uns selber überrascht und schnell war klar, dass wir auch eine größere Einheit benötigen. Daher haben wir schon im Mai eine 1,25 kg Einheit zusätzlich eingeführt.

Was kann bei Farben anderer Hersteller nicht-vegan sein?
Bekanntes Beispiel ist der Farbstoff E120 bzw. auch „echtes Karmin“ genannt. Gewonnen wird echtes Karmin aus den getrockneten Weibchen der Scharlachschildlaus, die auf einer bestimmten Kaktusart vor allem in Mexiko und Peru leben. Durch Extraktion kann der Farbstoff Karminsäure aus der Laus isoliert werden.

Gibt es Nachteile/Unterschiede bei der Verwendung von veganen Farben?
Nein, ganz und gar nicht. Man muss vielleicht ein paar Produkteigenschaften kennen und sich etwas mehr mit dem Produkt beschäftigen, aber die Ergebnisse sind schöne und brillante Farben.

In unserem Sortiment reagieren z.B. die Sorten „Kirsch-Rot“ und „Trauben-Violett“ auf den herrschenden pH-Wert mit unterschiedlichen Farbtönen. Je höher der pH-Wert umso blauer ist der Farbton und je niedriger der pH-Wert umso röter ist der Farbton. Weiß ich das, kann ich die Farbtöne ganz bewusst und in die gewünschte Richtung beeinflussen.
Wir versuchen das relevante Wissen zu den Produkten schnell und einfach dem Anwender an die Hand zu geben und stehen dabei auch mit Rat & Tat zur Seite.

Mit welchen Neuheiten kommen Sie in den nächsten Wochen und Monaten?
Die genannten flüssigen Produkte eignen sich sehr gut um zum Beispiel Cremes, Toppings, Eis oder Getränke zu färben. Allerdings gibt es auch Anwendungen bei denen sich ein Pulver besser umsetzen lässt. So werden wir im Januar 2019 ein neues Pulversortiment in den fünf starken Farbtönen „Spirulina-Blau“, „Trauben-Violett“, „Apfel-Grün“, „Zitronen-Gelb“ und „Einhorn-Pink“ einführen, mit denen dann auch Schokolade oder Macarons perfekt eingefärbt werden können.

Die färbenden Lebensmittel von uns stoßen auf reges Interesse und das nicht nur im Food Service Bereich. Uns erreichen tägliche mehrere Anfragen von Privatpersonen, die händeringend auf der Suche nach wirklich natürlichen Alternativen zu den bestehenden Lebensmittelfarben sind und so auf Colourfood Professional (www.colourfood.de) gestoßen sind. Wir wollen dieser Nachfrage nun auch nachkommen und Anfang 2019 ein Pulversortiment für den Endverbraucher unter unserer Marke ‘Eat a Rainbow’ (www.eatarainbow.de) auf den Markt bringen.

In welchen Produkten werden Ihre Farben bereits eingesetzt?
Unsere Produkte werden bereits in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt. Hierzu zählen insbesondere Backwaren (Cupcakes, Kuchen, Donuts, Berliner, etc.), Speiseeis, Süßwaren (Bonbons), Getränke im Barbereich, Saucen und Gerichte in der Gastronomie.

Wie schätzen Sie die Entwicklungen im Farbenbereich ein – werden zukünftig alle auf vegane Farben umstellen?
Der Markt veganer Farben/färbender Lebensmittel wird aufgrund der herrschenden Trends und dem Bewusstsein der Verbraucher sicherlich weiter wachsen. Eine komplette Verdrängung der klassischen Lebensmittelfarben wird es hingegen so schnell auch nicht geben, weil die färbenden Lebensmittel einfach etwas mehr Einsatz von dem Anwender verlangen. Er hat natürlich den riesigen Vorteil in seiner Kommunikation zum Verbraucher/Gast hin und hebt seine Produkte auf ein neues Qualitätsniveau.

Anzeige
Kennen Sie schon unsere internationale Ausgabe? Hier klicken (Link auf vegconomist.com) vegconomist (nicht veconomist)