GBFI: „Plant-based food ist der Trend schlechthin.”

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Seit mehr als 25 Jahren entwickelt Georg Breuer Food Ingredients Ideen und Lösungen für Lebensmittelhersteller und hat sich als Spezialist für funktionelle pflanzliche Rohstoffe, als Ideengeber, Marktöffner, Innovationstreiber und Exklusivvertrieb ausgewählter Rohstoffe in Deutschland fest etabliert. Wir sprachen mit Geschäftsführer Georg Breuer über die Entwicklung und Vermarktung pflanzlicher Proteine und die aktuellen Trends am Markt.

Sie bieten seit über 25 Jahren pflanzliche Proteine, wie hat sich dieses Geschäft in den letzten Jahren entwickelt?

Vor fast 28 Jahren hat meine Firma mit dem Vertrieb pflanzlicher Proteine begonnen, heute umfasst unser Angebot Zutaten aus den verschiedensten Agrarrohstoffen. Pflanzliche, funktionelle Alternativen zu tierischen Produkten, hergestellt zum Beispiel aus europäischen Erbsen und Weizen. Sie haben nicht nur mich überzeugt: Gerade in den vergangenen zehn Jahren ist der Absatz pflanzlicher Zutaten kontinuierlich gestiegen. Seit fünf Jahren erleben wir einen weiteren Schub durch Unternehmen, die sich auf vegane und vegetarische – auch fleischähnliche – Produkte spezialisieren. Damit sind wir auf einem sehr guten Weg. Denn die industrielle Fleischproduktion und unser übermäßiger Fleischkonsum sind einfach ein Problem, sowohl gesundheitlich als auch tierethisch, ökologisch und mit Blick auf unser Klima.

Welche Art Proteine, Rohstoffe bieten Sie an?

Georg Breuer © Georg Breuer GmbH

Pflanzliche Zutaten, die aus unserer Sicht ökologisch vertretbar und ernährungsphysiologisch wertvoll sind. Da wären zum Beispiel allergenfreie Proteine, glutenfreie Stärken und Ballaststoffe aus französischen Erbsen. Weizen- und Sojaproteine aus Frankreich und England gehören dazu. Ebenfalls glutenfrei sind unsere Cellulosen, die sich hervorragend für vegane Formprodukte eignen, sowie Reisstärken aus italienischem Anbau. Wenn es darum geht, den Zucker- oder Salzgehalt in Lebensmitteln deutlich zu senken, stehen der Ballaststoff Inulin und natürlicher Tomatensirup als Geschmacksgeber im Fokus.

Welche Proteine sind gerade im Aufwind?

Ganz eindeutig Erbsenproteine unseres belgischen Partners Cosucra – und sogenannte Texturate aus Erbsen und Weizen. Sehr gefragt ist außerdem europäischer Soja von unseren Geschäftsfreunden Sotexpro aus Frankreich. Ganz aktuell: Kichererbsenproteine und Bohnenmehle – und texturierte Proteine aus französischen Ackerbohnen.

Sie bieten nicht nur Produkte, sondern auch Services an, welche sind das?

Das komplette „Programm“ von der ersten Idee bis zur Marktreife. Zum einen helfen wir unseren Kunden dabei, Lebensmittel zu verbessern – zum Beispiel deren Haltbarkeit, Bekömmlichkeit oder Geschmack. Zum anderen geht es uns darum, mit Hilfe unserer pflanzlichen Proteine und Rohstoffe völlig neue Produkte zu entwickeln. Wir verfolgen Trends, beraten Kunden bei der Produktentwicklung, beim Marketing, rund um die Produktion. Meine Mitarbeiter arbeiten im Team – und sie wissen, wovon sie sprechen. Ökotrophologie haben sie studiert und Lebensmitteltechnologie, einige blicken auf jahrelange Praxis in der Lebensmittelherstellung zurück, zwei Mitarbeiter sind unter anderem Köche. Ein weiterer Vorteil für uns ist unser breites Angebot aus pflanzlichen, für vegane und vegetarische Produkte nötigen Rohstoffen. Und die Kenntnis über die Vorteile der Kombination aller Rohstoffe. Das unterscheidet uns von Anbietern einzelner Rohstoffe.

Wer sind Ihre Kunden?

Die unterschiedlichsten Unternehmen; Multinationals genauso wie innovative Trendsetter und kleine, mittelständische Familienbetriebe.

Wo geht die Zukunft hin?

„Plant-based food“ ist der Trend schlechthin. Nein, es ist kein Trend mehr, es ist faktisch die neue Form der Ernährung. Da sind wir dabei. Denn bei „Plant-based food“ steht nicht über allem der Verzicht; sondern man lässt Fleisch beiseite und wählt dafür aus einer Vielzahl wohlschmeckender pflanzlicher Alternativen.

Ob flexitarisch, vegetarisch oder vegan: Das „Plant-based food“-Konzept stellt die Vorteile einer pflanzlichen Ernährung in den Vordergrund. Es verbindet schmackhaftes Essen mit dem guten Gefühl, auch ethisch und ökologisch korrekt zu handeln. Das ist sein Erfolgsfaktor, mit dem auch die Bedeutung pflanzlicher Produkte weiter wachsen wird, davon bin ich überzeugt. Und es sind nicht allein die Verbraucher, die den Erfolg vorantreiben. Oft sind es auch Köche, die sich als Zukunftsbotschafter für Veganes und Vegetarisches verstehen.