Interview mit Bas Kast, Autor von Bestseller “Der Ernährungskompass”

Portrait Bas Kast
Quelle: Random House – © Mike Meyer

High-carb, low-carb, paleo, omnivor, vegetarisch oder vegan. Es gibt eine Vielzahl Ernährungsvarianten, die uns in der heutigen Gesellschaft immer wieder als DIE Lösung vorgestellt werden. Dabei herrschen untereinander oft komplett gegensätzliche Meinungen, was erlaubt ist – und damit gesund – und was eben nicht. Es gibt sogar so viele unterschiedliche Meinungen, dass das Thema Ernährung mittlerweile einem “Informations-Dschungel” gleicht, in dem sich viele Menschen entweder gar nicht erst hineintrauen oder sich direkt verirren. Doch es gibt ein Licht am Ende des Tunnels, das mit allen Ernährungsmythen aufräumt und sachlich-analytisch alle Fakten der Ernährung von der Nachkriegszeit bis heute gesammelt und aufbereitet hat. Die Rede ist von “Der Ernährungskompass – Das Fazit aller wissenschaftlichen Studien zum Thema Ernährung.” Der Autor Bas Kast macht in seinem Spiegel Bestseller Schluss mit Ernährungsmythen unserer Zeit und zeigt die Fakten für eine gesunde und natürliche Ernährung auf.

Vegconomist gab Herr Kast ein Quick-Interview mit ersten Einblicken.

Welchen Stellenwert hat eine vegane Ernährung für die Gesundheit?
Einen überraschend großen! Man sieht das zum Beispiel bei den Siebenten-Tags-Adventisten, einer protestantischen Religionsgemeinschaft, die in den USA akribisch untersucht wird. Dort haben Analysen ein frappierendes „Langlebigkeitsranking“ offenbart: Vegetarier leben länger als Allesesser. Noch länger als die Vegetarier aber leben die Veganer (Einzige Ausnahme sind die „Pescetarier“, die Vegetarier, die mindestens einmal im Monat Fisch essen – sie leben von allen am längsten!). Vegetarier und Veganer werden auch weitaus weniger von Krankheiten geplagt, sie sind schlanker und leiden weniger häufig unter Diabetes. Natürlich sollte man bedenken, dass eine vegane Kost zwar sehr gesund sein kann, letztlich jedoch hängt es entscheidend davon ab, was man konkret isst. Chips, Pommes und Weißbrot sind auch vegan, aber nicht eben gesund. Als Faustregel gilt: Die Pflanzen sollten noch halbwegs als solche zu erkennen sein. Zucker zum Beispiel ist auch rein pflanzlich, aber so hochgradig verarbeitet, dass es fast schon ein Gift ist, wobei natürlich die Dosis das Gift macht.

Was sollten Hersteller veganer Lebensmittel besser/anders machen?
Ich interessiere mich nicht so sehr für Industrieprodukte, ich esse lieber Lebensmittel, die direkt aus der Natur kommen. Aber wenn Sie mich schon so fragen, ein kleines Beispiel: Veganer stehen ja oft auf Agavendicksaft, der aber keinen Deut besser ist als Zucker, er besteht sogar in hohem Maße aus eher schädlicher Fruktose. Wieder so ein Beispiel dafür, das „vegan“ nicht automatisch „gesund“ heißt, obwohl eine vegane Kost – richtig verstanden – zur gesündesten überhaupt gehören kann.

Was ist denn Ihre vegane Lieblingsspeise?
Linsen mit buntem Gemüse. Oder ein Salat mit Falafel – herrlich!

Unsere Leser sind Entscheider in der Wirtschaft. Welche Gründe sprechen dafür, dass konventionelle Nahrungsmittelunternehmen vegane Angebote in ihr Sortiment aufnehmen sollten?

Ich bin Wissenschaftsjournalist, kein Industrie-Berater. Ich denke aber, dass bei vielen Leuten ein Wandel stattfindet. Sie wollen pur essen, natürlich. Dabei spielen auch ethische Gründe eine Rolle: Vielen Leuten fällt es mittlerweile schwer (wie mir auch!), ein Lebensmittel zu genießen, das selbst ein Leben lang gelitten hat.

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