Whole Food Box: „Wir sind wohl die Box mit den strengsten Kriterien auf dem Markt.“

Die Gründer der Whole Food Box
© Julia Thiele

Immer mehr Konsumenten erfreuen sich an Lieferservices, die ihnen bequem und einfach die gewünschten Produkte nach Hause liefern. Viele kaufen jedoch immer und immer wieder dieselben Lebensmittel ein –  eine sich wiederholende Einkaufs-Routine. Eine willkommene Abwechslung bieten da die Anbieter sogenannter Abo-Boxen wie die “Whole Food Box”. Diese versorgt ihre Abonnenten nicht nur mit neuen Produkten, sondern auch mit gesünderen Alternativen. Wir haben im Interview mit der Geschäftsführerin Rosa Koppelmann mehr über ihr gesundes Konzept und den Markt für Abo-Boxen erfahren.

Wie sieht Ihr Geschäftsmodell genau aus?
Die Whole Food Box ist eine Überraschungsbox für vollwertige, pflanzliche Food-Produkte. Das bedeutet, wir verschicken jeden Monat eine Box mit 8 bis 10 Produkten, die alle frei von tierischen Bestandteilen sowie frei von raffiniertem Zucker, weißem Mehl, Zusatzstoffen und ähnlichem sind. Unser Ziel ist es, jeden Monat eine neue Inspirationsquelle für einen gesunden Lebensstil zu liefern. Dabei möchten wir auch motivieren, kreativer zu werden, neue Dinge zu probieren und vielleicht sogar dauerhaft das ein oder andere nährstoffarme Lieblingsprodukt gegen eine nährstoffreichere Alternative aus unserer Box zu tauschen.

Wie viele Abonnenten haben Sie aktuell?
Unsere Kunden setzen sich aus Einzelkunden und Abonnenten zusammen. Die Zahl der verkauften Boxen variiert von Monat zu Monat. Insbesondere zu Weihnachten und Ostern, aber auch wenn wir einmal im Jahr unsere Jubiläumsbox verschicken, schnellen die Verkaufszahlen in die Höhe. Im Sommer dagegen ist es meist etwas ruhiger. Unser Ziel ist es, bis Mitte 2019 die 1000 Boxen im Monat zu knacken.

Was unterscheidet Sie von anderen Box-Anbietern?
Wir sind wohl die Box mit den strengsten Kriterien auf dem Markt. Wir sind nicht nur vegan und bio, sondern haben auch den Anspruch „gesund“ zu sein. Wir möchten, dass unsere Kunden jedes Produkt aus unserer Box genießen können, ohne Gewissensbisse zu haben. Unser Wunsch ist es, dass sie durch unsere Box erfahren, dass vollwertige, nährstoffreiche Ernährung vielseitig ist und Spaß bringt und dass man gar keine veganen Gummibärchen, Weißmehlkekse oder Fleisch-Imitat-Schnitzel braucht, um sich lecker und bunt ernähren zu können – und auch genießen zu können. Außerdem achten wir sehr auf Nachhaltigkeit, benutzen kein gebleichtes Papier, verpacken plastikfrei, arbeiten mit Öko-Strom und haben auch eine komplett plastikfreie Box im Angebot!

Wie entwickelt sich der Markt in dem Sie tätig sind?
Sehr gut! Unsere Box spricht ja verschiedene Zielgruppen an. Da sind die, die sich gesünder ernähren möchten aber gar nicht unbedingt vegan oder vegetarisch sind, sondern einfach weniger Weißmehl und Zucker essen möchten. Dann sind da die Menschen, die sich vegan ernähren. Hinzu kommen die Menschen, die nachhaltiger leben möchten (wir haben wie gesagt auch eine komplett plastikfreie Box im Angebot) und die Menschen, die einfach neugierig und kreativ sind und gerne neue, interessante Produkte kennenlernen. All diese Märkte wachsen und wir bedienen sie: Denn uns sind all diese Punkte sehr wichtig!

Wer sind Ihre typischen Kunden?
Wir sind erstaunt wie unterschiedlich unsere Kunden sind. Wie eben schon gesagt, sind da verschiedene Zielgruppen mit teilweise unterschiedlichen Schwerpunkten. Da sind junge Frauen, die sich für einen gesunden Lifestyle interessieren, ältere Damen, die sich für Vollwertkost interessieren, junge Männer, die mal was Neues ausprobieren möchten … das ist für uns zwar auf der einen Seite immer wieder herausfordernd, aber irgendwie auch sehr schön zu sehen, wie unser Thema durch die gesamte Breite der Gesellschaft geht.

Wird sich Ihrer Meinung nach der vegane Lifestyle in der Breite der Gesellschaft etablieren?
Ja, aber nicht der dogmatische vegane Lifestyle. Viele erschrecken vor dem allzu radikalen, aber ein überwiegend veganer Lifestyle wird sich definitiv etablieren. Immer mehr Menschen erkennen, dass es so wie es aktuell ist, einfach nicht weitergehen kann. Man muss sich so z.B. nur mal die Ziele der DGE und die von ProVeg anschauen: Beide Organisationen haben das Ziel den Fleischkonsum um 50 Prozent zu reduzieren! Obwohl sie sonst in vielen Dingen so unterschiedlich, ja manchmal Meilenweit voneinander entfernt sind! Das zeigt doch, dass es aus ganz unterschiedlichen Ecken der Gesellschaft in die richtige Richtung geht. 100 Prozent vegan ist hier gar nicht so wichtig, sondern die Erkenntnis, dass es einfach sehr, sehr, sehr viel weniger Tierisches sein muss.