Weltwassertag 2017: Tierische Lebensmittel verbrauchen das meiste Wasser

Anlässlich des Weltwassertages am 22. März 2017 weist der VEBU (Vegetarierbund Deutschland) auf die Zusammenhänge von Wasserverbrauch und dem Konsum tierischer Lebensmittel hin. Bei der Nahrungsmittelerzeugung verbrauchen tierische Produkte mit Abstand das meiste Wasser.

“Die wenigsten wissen, dass unser Wasserverbrauch am stärksten durch unsere Ernährung bestimmt wird. Bis zu einem 10-fachen übersteigt der Wasserbedarf der Nahrungsmittelproduktion unseren privaten, alltäglichen Bedarf. Wer seinen Wasserfußabdruck gering halten möchte, sollte auf eine pflanzliche Ernährung umsteigen”, rät Sebastian Joy, VEBU-Geschäftsführung.

Tierische Produkte schneiden schlecht ab
Laut Water Footprint Network* werden bis zu 15.500 Liter Wasser benötigt, um 1 Kilogramm Rindfleisch zu produzieren. Das ist so viel, wie ein in Deutschland lebender Mensch durchschnittlich in einem Jahr beim Duschen verbraucht. Etwa 5.000 Liter Wasser müssen für 1 Kilogramm Kuhmilchkäse aufgebracht werden und 3.300 Liter Wasser werden für 1 Kilogramm Eier benötigt. Im Vergleich dazu: Auf 1 Kilogramm Brot kommen nur etwa 1.600 Liter Wasser und auf 1 Kilogramm Äpfel 800 Liter. “Verglichen mit einer Ernährung, die Fleisch beinhaltet, verbraucht eine vegetarische Ernährung über eine halbe Million Liter Wasser weniger pro Jahr”, so Joy.

Hoher Wasserfußabdruck und hohe Wasserverschmutzung
Wasser kommt in vielen Bereichen der landwirtschaftlichen Herstellung tierischer Lebensmittel zum Einsatz. Angefangen bei der Bewässerung der Felder für den Anbau von Futtermitteln, über das Trinkwasser für die Tiere bis hin zur Reinigung von Ställen, Tiertransportern und Schlachthäusern. All dies zusammengenommen ergibt die Wasserbilanz eines tierischen Produktes. Hinzu kommt, dass die Massentierhaltung und die Unmengen an Gülle auf den Feldern unser Trinkwasser verschmutzen. Diese Bilanz wird auch als Wasserfußabdruck bezeichnet. Der Wasserfußabdruck betrachtet die gesamte Herstellungskette bis zum Verbraucher.

Pflanzliche Ernährung zugunsten der Umwelt
“Der Zusammenhang zwischen Wasserverbrauch und Ernährung liegt auf der Hand. Auf Obst, Gemüse und Getreide umzusteigen, bedeutet, den persönlichen Wasserverbrauch gering zu halten und die Umwelt zu schützen”, erklärt Joy. Eine pflanzliche Ernährung leistet einen wichtigen Beitrag zur Schonung der Ressourcen. Durch eine konsequent vegetarisch-vegane Ernährung können Verbraucher ihren Wasserfußabdruck halbieren.

Pflanzlich in die Zukunft
Wer die ersten Schritte hin zu einer fleischfreien Ernährung nicht allein gehen möchte, dem hilft der VEBU mit praktischen Tipps und leckeren Rezepten dabei, die vegan-vegetarische Lebensweise auszuprobieren. In der VEBU-Restaurantdatenbank finden Interessierte vegetarische und vegane Restaurants in ihrer Umgebung.

 

* Water Footprint Network (2011, 2012), Product gallery, online verfügbar unter: http://waterfootprint.org/en/resources/interactive-tools/product-gallery/ [21.03.2017]

Der Wasserfußabdruck ist eine Orientierungshilfe. Er setzt sich zusammen aus dem Gesamtvolumen an Wasser, das für ein Produkt insgesamt verbraucht und verschmutzt wird. Bei Nahrungsmitteln heißt das konkret: das Bewässern des Ackerlandes, die Wassermenge, die ein Tier trinkt, die Reinigung von Ställen, Tiertransportern und Schlachthäusern.