Benennung von Fleischalternativen: VEBU und Lebensmittelhersteller fordern Rechtssicherheit



Am 8. Dezember 2016 verabschiedeten der VEBU (Vegetarierbund Deutschland) und mehrere Lebensmittelhersteller in Frankfurt am Main ein gemeinsames Positionspapier zur Benennung von Fleischalternativen. Darin fordern sie Rechtssicherheit und Klarheit für Hersteller und Verbraucher.

Der VEBU hat gestern gemeinsam mit zahlreichen Lebensmittelherstellern auf der VEBU-Tagung ‘Rechtssichere Benennung von vegetarischen und veganen Lebensmitteln’ in Frankfurt am Main klare Forderungen erhoben: Vegetarische Fleischalternativen sollen auch weiterhin attraktiv und informativ benannt werden können. Ihre Position verabschiedeten der VEBU und die Unternehmen in einem gemeinsamen Papier. “Zum ersten Mal haben sich der VEBU und Hersteller vegetarischer Fleischalternativen in großer Runde getroffen. Wir freuen uns, dass wir in dieser wichtigen Frage zu einer gemeinsamen Haltung gelangt sind”, sagt Till Strecker, Leitung VEBU-Politik. “Verbraucher wünschen sich aussagekräftige Informationen auf Lebensmitteln, um selbstbestimmt einkaufen zu können. Hersteller brauchen Rechtssicherheit bei der Kennzeichnung. Sie möchten ihre Produkte attraktiv benennen können, um Käufer anzusprechen”, so Strecker. An der Tagung nahmen insgesamt 14 Unternehmen teil, darunter sowohl rein vegane Produzenten als auch Firmen, die vor allem Fleischerzeugnisse herstellen.

Irreführung ausgeschlossen

Seit Jahrzehnten verwenden Hersteller Begriffe wie ‘Wurst’ oder ‘Schnitzel’ auch für fleischfreie Produkte. Gerichte bestätigten immer wieder die Zulässigkeit. Seitdem der Markt vegetarischer Lebensmittel stark wächst, kritisieren der Bauernverband (DBV) und der Fleischerverband (DFV) diese Praxis mit der Begründung, dass Verbraucher irregeführt würden. “‘Fleischbegriffe’ für vegetarische Produkte vermitteln auf den ersten Blick wichtige Informationen, die sich Kunden im Falle von Wortneuschöpfungen erst anlesen müssten. Niemand versucht, Kunden fleischfreie Produkte unterzujubeln. Vielmehr ist die vegetarische Eigenschaft ein Verkaufsargument, auf das deutlich hingewiesen wird. Es gibt keine empirischen Hinweise darauf, dass Verbraucher verwirrt oder in die Irre geführt werden. Dies bestätigen auch die Erfahrungen der Hersteller. Der von Bauern und Fleischern vorgeschlagene Begriff ‘Bratstück’ für alle Arten von Fleischalternativen hätte Verwirrung auf Seiten der Kunden zur Folge, also genau das Gegenteil von dem, was DBV und DFV angeblich erreichen wollen”, erklärt Strecker.

VEBU für liberale Benennungspraxis

Der VEBU vertritt die Interessen der circa acht Millionen vegetarisch und vegan lebenden Menschen in Deutschland sowie der rund 42 Millionen Flexitarier, die regelmäßig bewusst zu pflanzlichen Produkten greifen. Der VEBU setzt sich für eine bessere Verfügbarkeit vegan-vegetarischer Lebensmittel ein. Eine informative Benennung von Fleischalternativen trägt dazu bei, pflanzliche Lebensmittel als attraktive Option zu verbreiten. Um deren Benennung wird es auch bei der Sitzung der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission am kommenden Montag, den 12. Dezember, gehen. Till Strecker wird als Experte die Interessen der an vegetarischen Produkten interessierten Verbraucher vertreten und sich für eine liberale Benennungspraxis einsetzen.

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