DIL-Experte für Lebenszyklusanalysen für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert

© Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis Forschung wurde zum neunten Mal vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zum Thema urbane Bioökonomie ausgelobt. In den Vorjahren wurden hierfür abgeschlossene Projekte berücksichtigt, in diesem Jahr stehen innovative Ideen im Mittelpunkt. Dr. Sergiy Smetana, Leiter der Forschungsplattform Food Data Group am DIL, ist Teil des fünfköpfigen Teams, welches mit der Idee für eine „Waste-to-Resource-Unit“ von der Jury nominiert wurde.

Dr. Sergiy Smetana, Leiter der Forschungsplattform Food Data Group am DIL © Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik e. V.

Die „Waste-to-Resource-Unit“ soll die Umwandlung von organischen Reststoffen in hochwertige Rohstoffe ermöglichen. Die in Einrichtungen mit Essenausgabe platzierte Bio-Raffinerie hygienisiert gemischte Lebensmittelabfälle wie bspw. Obst- und Gemüseschalen oder tierische Produkte und extrahiert einzelne Bestandteile wie z.B. Stickstoff- und Kohlenstoffverbindungen. Diese dienen zur Kultivierung gesundheitlich unbedenklicher und proteinreicher Mikroalgen im Inneren eines Bio-Reaktors, dem Herz der Bio-Raffinerie. Algen sind u.a. in weiten Teilen Asiens bereits fester Bestandteil einer pflanzenbasierten Ernährung. Je nach Zusammensetzung der Lebensmittelabfälle ist z.B. auch die Gewinnung von Pigmenten, Vitaminen, Antioxidantien uvm. mittels moderner Technologien für die Lebensmittelproduktion und darüber hinaus möglich.

Die Waste-to-Resource-Unit arbeitet hierbei automatisiert, kann dank ihrer Container-Bauweise modular zusammengesetzt werden und ist somit flexibel einsetzbar sowie mobil. Die Rohstoffeffizienz und Kreislaufwirtschaft in Städten kann so gesteigert und die Umweltbelastung gesenkt werden. Lebensmittelabfälle werdenauf diese Weise gleich am Entstehungsort sinnvoll weiterverarbeitet und leisten so einen Beitrag zur lokalen Wertschöpfung. Neben der Nutzung lokaler Stoffströme und Schaffung einer Kreislaufwirtschaft würden hiermit auch Entsorgungsinfrastruktur und Transport gespart sowie hochwertige Arbeitsplätze und Geschäftsmöglichkeiten im städtischen Umfeld geschaffen.