Wie aus Orangenschalen ein Luxusschal wird

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© Orange Fiber S.r.l.

Die innovative Verwendung von ungewöhnlichen pflanzlichen Rohstoffen in der Textilindustrie steht noch ganz am Anfang. Doch Produktionsüberreste wie Fruchtschalen und Obstkerne, die bei der Lebensmittelverarbeitung als Nebenprodukt entstehen, erwecken immer mehr die Aufmerksamkeit von Textilproduzenten, die aus den natürlichen Ressourcen neue Materialien entwickeln. Dazu zählt die italienische Firma Orange Fiber, die mit einer bahnbrechenden Technologie Orangenschalen zu hochwertigen Textilien verarbeitet.

In Italien entstehen jedes Jahr mehr als 700.000 Tonnen Abfall durch die Verarbeitung von Zitrusfrüchten. Aus den biologischen Abfällen, die bei der industriellen Gewinnung von Orangensaft anfallen, gewinnt Orange Fiber ein seidenartiges Zellulosegarn, das pur oder in Kombination mit anderen Garnen verwoben werden kann. Das gewonnene Filament wird mit einem ätherischen Zitrusöl angereichert, welches durch Reibung freigesetzt wird. Stoffe aus Orangenfasern zeichnen sich durch Leichtigkeit sowie einen edlen Glanz aus und werden vor Allem im Luxussegment eingesetzt.

Der Garngewinnungsprozess wurde von den beiden Gründerinnen Adriana Santanocito und Enrica Arena im Rahmen ihrer Diplomarbeit am Politecnico di Milano entwickelt. 2014 ließen sie den Extraktionsprozess patentieren und präsentierten der Öffentlichkeit den ersten aus Zitrusfasern gewobenen Stoff. Orange Fiber wurde mehrfach auf nationaler und internationaler Ebene ausgezeichnet.

In Zusammenarbeit mit dem italienischen Modehaus Salvatore Ferragamo entstand 2017 aus rund 10.000 Metern Webstoff aus Orangenfasern die erste Kleiderkollektion. Bis zum 27. Januar 2019 werden die exklusiven Stücke in der Ausstellung „Fashioned from Nature” im renommierten Victoria & Albert Museum in London ausgestellt.

 

Dieser Artikel stammt von Mirjam Walser, Mitgründerin von Faloa, dem Onlineshop für vegane, nachhaltige und faire Mode.
(Launch Februar 2019)

 

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