Abu Dhabi investiert 100 Millionen Dollar in eine nachhaltige pflanzliche Landwirtschaft

nachhaltige Landwirtschaft, Hand hält Setzling
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Die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, Abu Dhabi, investiert derzeit rund 100 Millionen Dollar in Indoor Farmen, um die heimische Landwirtschaft anzukurbeln. Für die Anlagen wird derzeit ein großer Industriepark zwischen Abu Dhabi und Dubai gebaut. Zudem werden mit der ersten Tranche von 100 Millionen Dollar vier AgTech Unternehmen gefördert, die technologische Lösungen für eine effektive Landwirtschaft anbieten. Für die Zukunft sind noch weitere Investitionen in Höhe von insgesamt 272 Millionen Dollar geplant.

Die vier AgTech Unternehmen Madar Farms, Aerofarms, Responsive Drip Irrigation und das Startup RNZ aus Abu Dhabi sollen gemeinsam die Zukunft der Landwirtschaft des Landes mitbestimmen. Sie bringen innovative Technologien mit, die einen nachhaltigen Weg zur Wasserreduzierung und Landnutzung versprechen.

Durch die neuen Technologien soll außerdem die stark kritisierte Ausbeutung von Tieren, die in der traditionellen Landwirtschaft stattfindet, verringert werden. Die neue Anbauweise würde den ökologischen Fußabdruck verkleinern und da nahezu 83% der Treibhausgas-Emissionen in der Nahrungsmittelkette der konventionellen Landwirtschaft und der Ernährung zugeschrieben werden können, hätte dies erhebliche positive Auswirkungen auf die Umwelt.

Das extrem warme Klima und die große Wasserknappheit sowie zu wenig Ackerböden haben das Land letztlich dazu gezwungen zu handeln. Die traditionelle Landwirtschaft verbraucht zu viel von den knappen Wasserressourcen und die Regierung befürchtet, dass ihnen innerhalb der nächsten 50 Jahre das Wasser ausgehen könnte. Deshalb wird viel Geld in die Forschung und Entwicklung der digitalen Landwirtschaft gesteckt. Sie wird als zukünftige Lösung der aktuellen Probleme angesehen. Außerdem verschaffen sich die Vereinigten Arabischen Emiraten ein weiteres Stück Unabhängigkeit. Momentan werden cirka 80% der Lebensmittel importiert.

Forschung und Entwicklung, Pipette und Reagenzglas
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Das Programm wird ein von Aerofarms betriebenes Forschungs- und Entwicklungszentrum umfassen. Madar Farms wird sich um die Infrastruktur der Farmen kümmern und diese entwickeln. Das Jungunternehmen Responsive Drip Irrigation hat eine innovative Technologie zur Bewässerung von Ackerböden entwickelt. Das Bewässerungssystem kann rund 95 % Wasser einsparen. Das System soll genau erkennen können, wann die Pflanzen Wasser brauchen und dieses wird dann über Schläuche direkt zu den Wurzeln geleitet. Schließlich wird das heimische Startup RNZ Düngemittel herstellen, um die in der Landwirtschaft benötigten Ressourcen effizienter zu nutzen.

Ziel vom Programm soll es sein, den Ertrag pro Quadratmeter zu erhöhen und gleichzeitig den Wasserverbrauch pro Quadratmeter zu reduzieren. Das Projekt soll bis zum Jahr 2021 abgeschlossen sein und es soll zu einer nachhaltigen Zukunft beitragen.