Interview mit Maurice Bäcker, dem Veranstalter des „Vegan Summer“ in Eckernförde und Travemünde

Portrait_Maurice Vegan Summer
© PR Vegan Summer
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Auch abseits der bekannten Metropolen entwickelt sich eine lebendige vegane Szene. Eine Hochburg ist das Ostseebad Eckernförde, im nördlichen Schleswig-Holstein. Dort treffen sich regelmäßig Veganer und organisieren Publikumevents, die auf charmante Art über die Vorzüge einer pflanzlichen Lebensweise informieren.

Der bekannteste und größte Event ist das vegane Sommerfest „Vegan Summer“, eine Mischung aus Messe und Open-Air-Festival. Die Veranstaltung wurde 2013 ins Leben gerufen und 2016 von Maurice Bäcker übernommen. Der inzwischen in Berlin lebende Maurice Bäcker, 27 Jahre, baute den Vegan Summer kontinuierlich aus, von einem eintägigen Strandfest in Eckernförde zu einem Veranstaltungshighlight der Ostsee-Region. 

Der Vegan Summer wurde 2013 von engagierten Veganern aus Eckernförde ins Leben gerufen. Du warst als Ausstller dabei, aber hast Dich erst wenige Wochen zuvor überhaupt mit der veganen Lebensart beschäftigt.
Ja, das ist richtig. Ich steckte mir beim Verlassen des Eckernförder Bioladens die Broschüre von Dr. Ernst Walter Heinrich ein. Das Thema „vegan“ war für mich noch Neuland, aber ich war neugierig, mehr zu erfahren. Obwohl ich durch meine ganzheitliche Erziehung stets sensibel gegenüber ethischen und umweltrelevanten Themen war, hat die Broschüre mich aufgeweckt. Glücklicherweise lag ein Flyer vom Veggie-Stammtisch in der Broschüre. Beim nächsten Treffen war ich mit von der Partie. Nach meinem ersten Besuch beschloss ich, mich für einen Monat testweise vegan zu ernähren. Ich war so fasziniert von all‘ den Erfahrungsberichten und wollte wissen, wie es sich anfühlt.

Du hast Dich erst wenige Wochen vegan ernährt und warst schon gleich als Aussteller dabei?
Ich bot damals schon nebenbei gesunde und umweltfreundliche Produkte aus dem Bereich Körperpflege an. Rein zufällig waren die Produkte auch vegan, so dass für mich klar war, ich stelle auf dem Vegan Summer aus. Nach meinem veganen Testmonat und meinen Erfahrungen als Aussteller, war ich beschwingt meine Lebensweise komplett auf “vegan” umzustellen. Auch beim zweiten und dritten Vegan Summer nahm ich als Aussteller teil. Es war deutlich erkennbar, dass sich das Fest etablieren und die vegane Szene vergrößern wird.

2016 hast Du die Leitung und Organisation des Vegan Summer übernommen. Wie kam es dazu und was hat sich unter Deiner Regie verändert?
Das Gründungsteam zog sich aus privaten Gründen zurück. Mein erster Gedanke war, dass es unglaublich schade wäre, wenn es dieses tolle Fest nicht mehr geben würde. Ich bin dann einfach ins kalte Wasser gesprungen. Natürlich habe ich an ein paar Stellschrauben gedreht. Ich war 24 und wollte den Vegan Summer auch für junge Familien aus der Region attraktiv machen. Als erstes habe ich die Anordnung der Stände und Ausstellerfläche optimiert, dadurch konnten die Aussteller ihre Produkte erfolgreicher präsentieren. Um ein vielseitigeres und kompakteres Programm anzubieten, installierte ich eine zweite Bühne. So trennte ich Kochshows und Live Musik von den Fachvorträgen, Lesungen und den Workshops. Und für unsere vierbeinigen Besucher habe ich eine Hundebar aufgebaut. Gesponsert von Futterherstellern. Und mit einem neuen Logo konnte ich dem Vegan Summer ein schickeres Gesicht in der Außendarstellung verleihen. Durch diese Erneuerungen gelang es mir, mehr Aussteller zu gewinnen.

© PR Vegan Summer

Diesen Sommer geht der Vegan Summer nun zum siebten Mal an den Start. Wie hat sich der Vegan Summer bis dato entwickelt?
Das Interesse ist enorm gestiegen. Sowohl bei den Besuchern als auch bei den Gastronomen und Händlern. 2017 konnte ich den Vegan Summer auf zwei Festivaltage erweitern. Durch einen Zeitungsartikel wurde das Stadtmarketing des Ostseebads Travemünde auf mich aufmerksam. Die Idee und der Erfolg des veganen Sommerfestes haben den Touristikern so gut gefallen, dass sie mich fragten, ob ich das auch in Travemünde organisieren könnte. Gesagt, getan. Seit 2018 findet der Vegan Summer nun auch in Travemünde statt.

© PR Vegan Summer

Wie unterscheidet sich der Vegan Summer von einem Sommerfest in der Großstadt?
Ich bin ausgebildeter Immobilienkaufmann. Ein immer wieder zitierter Slogan lautet: Lage, Lage, Lage. Unsere Standorte sind einfach genial. In Eckernförde veranstalten wir das Sommerfest auf dem Kurparkgelände, welches unmittelbar an den Strand grenzt. Urlaubsfeeling pur. In Travemünde haben wir ebenfalls eine sensationelle Location. Die Lübecker Yachtclubwiese befindet sich direkt an der vielbesuchten Travepromenade.

Was hast Du Dir für die Zukunft vorgenommen?
Auf alle Fälle möchte ich mit dem Vegan Summer noch mehr Menschen für eine vegane Lebensweise begeistern. 2018 hatten wir in Eckernförde rund 6.000 Besucher, in Travemünde rund 3.000. Mir schwebt vor, den Vegan Summer in mehreren Ostseebädern zu etablieren. Dafür muss der Vegan Summer aber noch bekannter werden. Daran arbeiten ich und meine vielen ehrenamtlichen
Helfer. Und was natürlich noch entscheidend ist, ich möchte mehr Kooperationspartner und Sponsoren gewinnen.

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