Luicellas Ice Cream: “Vegan hat mittlerweile seinen “Trendcharakter” verloren, ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.”

Luisa und Markus
Luisa und Markus (© Luicella’s Premium Ice Cream GmbH)
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Ausgefallenes und gleichzeitig natürliches Eis ist der Markenkern von Luicella’s Ice Cream, seit das Unternehmen 2013 in Hamburg gegründet wurde. Schnell wurde die Nachfrage größer und die beiden Läden in Hamburg konnten logischerweise die deutschlandweite Nachfrage nicht bedienen. Mit verschiedenen Eis-Mix-Sorten für die Zubereitung zuhause, schafften die beiden Gründer Luisa Mentele und Markus Deibler den Sprung in den LEH. Nicht zuletzt auch durch die Unterstützung von “Die Höhle der Löwen”-Investor Frank Thelen. Im Interview erzählen die beiden Gründer was sie antreibt, wie wichtig der vegane Markt für sie ist und auf was wir uns 2019 freuen können.

Wie kamen Sie auf die Idee Luicella’s Ice Cream zu gründen? Und was macht es zu etwas Besonderem?
Luisa: Ich liebe Eis seit ich denken kann. Es gibt kaum ein Foto aus Kindertagen, wo ich nicht mit der kalten Süßigkeit in der Hand zu sehen bin – und das hat sich bis heute nicht geändert. Egal wo ich gerade auf der Welt war, Eis war mein ständiger Begleiter und ich habe mich überall „durchprobiert“. Dabei habe ich viele außergewöhnlich und handwerklich gut gemachte Sorten entdeckt, aber leider auch die Erfahrung gemacht, dass es diese eben nicht überall gibt. Das war im Prinzip die Initialzündung für meine Idee, ausgefallenes, aber trotzdem natürliches Eis herzustellen und in meinem eigenen Laden zu verkaufen. Die Kunst des Eismachens habe ich dann an der Gelato University in Bologna von der Pike auf gelernt, denn die Herstellung ist nicht so einfach, wie man vielleicht vermuten mag – insbesondere, wenn man, wie wir, ausschließlich 100 Prozent natürliche Zutaten verwendet. ​Wir kreieren jede unserer ausgefallenen Sorten selbst. Die Milch und Sahne, die wir verwenden, kommen aus unserer Region Hamburg, wo das Eis auch produziert wird. In der Industrie kommen für die Cremigkeit meist Emulgatoren zum Einsatz, wir verwenden natürliche Bindemittel. Unsere Aromen stammen ausschließlich aus echten Zutaten. Zudem wird bei industriell produziertem Eis häufig enorm viel Luft eingeschlagen, um es fluffiger zu machen, mit dem Ergebnis, dass die Hälfte das gekauften Eises oft nur Luft ist. Wir verwenden einen geringen Luftaufschlag von nur 20%. Bei unserem Eis ist also nichts drin, was nicht reingehört. Wir entwickeln ständig neue Sorten, um die Eiswelt damit ein Stück spannender zu machen. Dabei wollen wir nicht unbedingt ausgefallen sein, sondern das beste Eis machen, das wir uns vorstellen können.

Wie verlief die Eis-Saison 2018 für Sie?
Markus: Sehr gut. Wir konnten die Marke weiter erfolgreich positionieren und das bestehende Sortiment ausbauen. Besonders stolz sind wir auf unser erstes Stieleis in den Sorten Chai Latte und Mango Lassi, das wir 2018 gelauncht haben. Aber auch die anderen Produkte, die im Lebensmitteleinzelhandel zu kaufen sind, wie unsere 500 ml und 100 ml Becher (ab April auch 130 ml) oder die Eis-Mixe, finden großen Anklang. Manchmal fühlt sich alles noch sehr unwirklich an und wir können kaum glauben, was sich seit der Gründung 2013 alles verändert hat. Neben den genannten Produkten haben wir ja auch zwei Eisläden in Hamburg und ein stetig wachsendes Team, das jeden Tag die Philosophie von Luicella’s lebt und mit voller Hingabe umsetzt – das macht uns sehr stolz. Übrigens: Am 30.3. eröffnen wir unseren ersten Laden in Lübeck und Ende April kommt ein dritter Laden in Hamburg dazu.

Neben konventionellen Sorten führen Sie auch vegane Eissorten. Sind Veganer eine ernstzunehmende und wichtige Zielgruppe für Eishersteller?
Luisa: Absolut! Vegan hat mittlerweile seinen “Trendcharakter” verloren, ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und für viele zu einer echten Lebenseinstellung geworden. Deshalb können und wollen wir diese wachsende Zielgruppe nicht ignorieren und haben unsere Eis-Mixe für zu Hause so entwickelt, dass sie nicht nur mit Sahne oder Milch, sondern auch mit veganen Alternativen wie Hafer-oder Kokosdrinks hervorragend funktionieren.

Nach dem stationären Eisverkauf kamen die Eis-Mixe und weiteres Zubehör. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Luisa: Als lokales Unternehmen wollten wir unsere Produkte auch denen zugänglich machen, die nicht in Hamburg oder Umgebung wohnen und nicht Möglichkeit haben, eine unserer Eisdielen zu besuchen. Zudem möchte man ja auch mal gemütlich zu Hause auf der Couch Eis genießen, ohne dafür das Haus verlassen zu müssen. Und: Unsere Läden sind nicht ganzjährig geöffnet, d.h. mit den Eis-Mixen und den 100 bzw. 500 ml-Bechern kann man Luicella’s Ice Cream an 365 Tagen genießen – so oft und wo immer man will.

Wie groß ist derzeit das Interesse von Handelsketten an Ihren Produkten? (wo sind Sie schon gelistet?)
Markus: ​Neben unserem Online-Shop, kann man unsere Produkte deutschlandweit in rund 2.500 Märkten u.a. bei Real, Kaufland und Famila sowie in einigen Edeka- und Rewemärkten kaufen. Wir arbeiten natürlich kontinuierlich am Ausbau unserer Listung.

Wie genau hat sich alles unternehmerisch verändert seit Ihrem Besuch in „Die Höhle der Löwen“?
Markus: Bis September 2017 waren wir in Hamburg schon recht gut bekannt – überregional natürlich eher weniger. Das hat sich mit der Teilnahme an „DHDL“ quasi über Nacht schlagartig geändert. Wir waren auf viel vorbereitet, aber die Erfolgswelle hat uns förmlich überrollt und unseren bis dato kleinen Eis-Kosmos völlig auf den Kopf gestellt. Neben der überraschend nationalen Popularität, haben wir auch dank unseres Investors Frank Thelen, der uns nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite steht, ein neues Brand-Design entwickelt, unseren Online-Shop überarbeitet und unsere Präsenz im LEH massiv ausbauen können. Auch der B2B-Bereich ist ein spannender: Wir sind bereits in einigen Restaurants und Cafés in Hamburg, aber auch in weiteren deutschen Städten vertreten. Außerdem haben wir einige unserer Eis-Mixe auch in einem größeren Gebinde entwickelt, um es Gastronomen zu ermöglichen, selbst tolles, hausgemachtes Eis zu kreieren.

Was waren die größten Herausforderungen vor, während und nach der Gründung?
Luisa: Den Entschluss zu fassen, sich selbstständig zu machen ist an sich schon eine der größten Herausforderungen gewesen. Die Komfortzone als Angestellter zu verlassen und volles Risiko zu gehen bedarf einer großen Portion Mut, denn man läuft ja immer Gefahr, dass der erhoffte Erfolg ausbleibt. Das wichtigste ist, eine Vision zu haben, sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und dafür alles zu geben. Was Selbstständigkeit bedeutet habe ich erst gemerkt, als es so weit war: In der ersten Zeit nach der Eröffnung des ersten Eisladens habe ich das gesamte Eis noch selbst gemacht. Morgens und abends produzierte, tagsüber verkaufte ich. Manchmal hatte ich wochenlang keinen Tag Pause. Doch wenn gegen Feierabend alle Eiskübel in der Auslage leer und die Kunden glücklich waren, war das jeden Stress und schlaflose Nacht wert. Und nach wie vor überwiegt der Stolz über die Möglichkeit, Tag für Tag die eigenen Ideen mit einem großartigen Team an meiner Seite verwirklichen zu können. Mein Tipp für Gründer: Sucht Rat bei Menschen, die mehr Wissen haben als man selbst. Und Geduld ist die Mutter aller Tugenden!

Können sich die Eisliebhaber 2019 auf neue Produktentwicklungen von Ihnen freuen? (Wenn ja, welche?)
Luisa: Eisliebhaber werden in diesem Jahr mal wieder voll auf Ihre Kosten kommen. Es wird einige neue Sorten geben, wie z.B. „Schoko Deluxe“, ein Schokoladeneis mit unglaublichen elf Prozent Kakaoanteil – klingt erstmal nicht so viel, ist es aber für ein Eis, das noch cremig sein soll. Auch das Thema Toppings könnte eine Rolle spielen, mehr verraten wir aber noch nicht. Denn Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude.

Was ist Ihre Vision mit der Marke Luicella’s in den nächsten 3 Jahren?
Markus: Unser langfristiges Ziel​​ist es natürlich unser Portfolio weiter auszubauen, die Menschen mit immer neuen Sorten glücklich zu machen und dauerhaft in vielen weiteren Märkten zu finden zu sein. Wir können uns auch vorstellen noch weitere Läden zu eröffnen, so wie demnächst in Lübeck.

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