LunchVegaz: “Wir setzen ausschließlich auf natürliche Zutaten aus ökologischer Erzeugung”

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Govinda Thaler, CEO von LunchVegaz © LunchVegaz

Das Unternehmen LunchVegaz steht für Bio Frischegerichte ohne Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker. Die vollwertigen, pflanzenbasierten Fertiggerichte basieren auf regionalen Zutaten in BIO Qualität und werden in der eigenen Bio Manufaktur hergestellt. Wird sprachen mit Govinda Thaler, CEO von LunchVegaz, über die Entwicklungen im Unternehmen, neue Produkte und den Markt für BIO Fertiggerichte.

Wofür steht LunchVegaz?

LunchVegaz steht für eine neue Generation der schnellen, frischen Küche. Wir kreieren Fertiggerichte auf eine neue Art – wodurch die neue Kategorie von Fertiggerichte entstanden ist: Bio Frischegerichte. Wir wollen, dass man auch auf die Schnelle nicht auf eine vollwertige und gesunde Mahlzeit verzichten muss. Unsere Bio Manufaktur kreiert fertig zubereitete Gerichte – ohne die üblichen Zusatzstoffe, die für die Haltbarkeit oder zur Geschmacksverstärkung bei konventionellen Fertiggerichten verwendet werden.

Wir setzen ausschließlich auf natürliche Zutaten aus ökologischer Erzeugung und verzichten bewusst auf Konservierungsstoffe sowie Geschmacksverstärker. Bio-Qualität ist für uns unabdingbar. Wir gelten als Vorreiter im High Convenience Bereich, da unsere Gerichte, Dank unserer eigenen Verpackungstechnik, frisch und trotzdem lange haltbar sind. Unsere Gerichte werden nur im Vakuum verpackt geliefert, um so den größtmöglichen Nährstoff- und Vitamingehalt garantieren zu können. Deswegen steht Lunch Vegaz für frisch und natürlich, rein pflanzlich und ohne Zusatzstoffe – mit regionalen Bio Zutaten.

Welche Produkte kamen bei Ihrem jüngsten Auftritt auf der Biofach besonders gut an?

Es freut uns zu sehen, dass unser Klassiker Bio Chili sin Carne immer wieder besonders gut ankommt. Selbst für fleischliebende Gäste zählt, neben unserem Bio Thai-Curry, das Chili mit Sonnenblumen Hack zu den Lieblingen. Besonders spannend war für uns, wie auch für die Gäste, das neue “SonnenblumenVleisch”. Als Hack-Variante verwenden wir es bereits in unserem Chili-Rezept. Dieses Mal haben wir unsere Neuheit “Sonnenblumen-Geschnetzeltes” vorgestellt – was sehr gut ankam. Es besitzt eine verblüffende Bissfestigkeit und die fasrige Textur war für viele überraschend.

Wer sind Ihre Handelskunden?

LunchVegaz liefert deutschlandweit an Einzelhandel, Großverbraucher, Kitas, Schulen, Kantinen, Gastronomie und Foodservice.

Ist es richtig, dass Sie nun auch die Gemeinschaftsgastronomie stärker fokussieren wollen?

Ja, das ist richtig. Insbesondere in Kitas und Krankenhäusern setzen wir uns aktiv mit dem Thema Gesundheit & Nachhaltigkeit auseinander. Bei Kindern und Patienten, in Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern ist der Einsatz von Bio- Lebensmitteln besonders sinnvoll und uns ein Anliegen. Wir möchten die Qualität der Ernährung entscheidend verbessern und wollen dort ansetzen, wo der Konsument selten selbst entscheiden kann. Dies bedeutet für uns kontinuierliche Aufklärungsarbeit – sowohl in den Unternehmen, als auch bei den Gästen und Patienten vor Ort. Mit unseren natürlichen Rezepturen möchten wir das Geschmacksempfinden, das Bewusstsein und die Wertschätzung für hochwertige Nahrungsmitteln sensibilisieren.

Welche Verpackungen setzen Sie ein?

Noch immer stehen wir vor der Herausforderung die optimale nachhaltige Verpackung zu finden, die gleichzeitig den hohen Anforderungen der Barrierefunktion zur Haltbarkeit der Lebensmittel entsprechen. Dies ist ja auch vor dem Hintergrund der Lebensmittelverschwendung bedeutsam. Ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel verderben, bevor sie jemals den Konsumenten erreichen.

Um also zu verstehen, wie nachhaltig eine Verpackung und ihr Rohstoff tatsächlich ist, muss nicht nur der Rohstoff, sondern der gesamte Lebenszyklus betrachtet werden, wie zum Beispiel Transport, Produktschutz und Haltbarkeitsgarantie. Mit Beginn von LunchVegaz haben wir auf PET-Schalen zurückgreifen müssen, da Bio-Plastik nicht die geforderte Sauerstoffbarriere ermöglicht, um die Gerichte haltbar zu machen. Diese werden wir vollständig auf detektierbares Material umstellen (die automatischen Sortieranlagen können schwarzes Plastik nicht erkennen und nicht recyceln).

Als erstes Unternehmen gehen wir jetzt aber auch mit “Bagasse-Schalen” auf den Markt, für die wir nur 5 Tage Haltbarkeit einbüßen müssen. Das natürliche Matererial Bagasse ist ein Nebenprodukt aus der Rohrzuckerherstellung. Jährlich weden etwa 185 Millionen Tonnen Zucker hergestellt, wobei etwa 55,5 Millionenen Tonnen Bagasse anfallen – die zu einem großen Teil noch nicht genutzt werden. Die Zuckerrohrpflanze ist eine sehr schnell nachwachsende Ressource, für die keine Wälder abgeholzt werden müssen. Denn als natürliches Nebenprodukt der Zuckerproduktion benötigt Bagasse keine zusätzlichen Anbauflächen und hat keinen Einfluss auf den Bestand unserer Wälder. Das Material ist wasserresistent und fettdicht, mikrowellenfest, ofengeeignet und eignet sich für hervorragend für das Verpacken von kalten und warmen Speisen. Wir bauen sehr darauf, dass sich die Verpackungsindustrie mit der wachsenden Nachfrage bald weiterentwickelt was nachhaltige Lösungen angeht.

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© Lunch Vegaz

Welche Fleischalternativen kommen zum Einsatz?

In unseren Kreationen verwenden wir Tofu, Soja und SonnenblumenVleisch. Das SonnenblumenVleisch erweist sich für uns als spannende Alternative zu Soja: es besteht zu 100% aus Sonnenblumenprotein, das als Nebenprodukt bei der Sonnenblumenöl Gewinnung entsteht. Das Sonnenblumenprotein “Heliaflor” enthält alle essentiellen Aminosäuren sowie B-Vitamine und ist reich an Ballaststoffen. Die Sonnenblume liegt mit ihren weltweiten Anbauflächen auf Platz vier hinter Öl- und Kokospalme sowie Soja. Die Verfügbarkeit des Rohstoffs ist daher jederzeit gegeben und außerdem gentechnikfrei. Der Produktionsprozess findet in Deutschland statt. Die Rohware stammt aus EU-Landwirtschaft und der Anbau findet komplett in Europa statt.

Was verstehen Sie unter „Bio von hier“?

Unsere Bio Manufaktur befindet sich im Startup-Dorf Rothenklempenow, in dem sich in den letzen Jahren ein spannendes Netzwerk entwickelt hat. Zusammen mit der BioBoden Genossenschaft, der Höfegemeinschaft Pommern, Tlaxcalli und Projekt N treten wir für eine nachhaltige Wirtschaft, zukunftsfähige Landwirtschaft und die gegenseitige Unterstützung ein. Die BioBoden Genossenschaft sichert hier als eine Gemeinschaft Flächen und ganze Höfe deutschlandweit für die ökologische Landwirtschaft und hat in den letzten Jahren rund 3200 Hektar Land für 55 Partnerhöfe gesichert.

Das besondere an unserer Gemeinschaft ist die direkte Verbindung zur Landwirtschaft. Neben unseren ausschließlich verwendeten Bio-Zutaten bevorzugen wir regionale Produkte aus der Höfegemeinschaft Pommern und arbeiten mit den Bio Bauern unserer Region zusammen. Wir sind davon überzeugt mit der Gemeinschaft die Region zu beleben und Bio Qualität zur Norm zu machen und somit das Potenzial ökologischer Landwirtschaft weiter auszubauen. In unserer Idealvorstellung beziehen wir in Zukunft unsere Zutaten nur noch über die Gemeinschaft.

Welche weiteren Innovationen planen Sie für 2020?

Mit unserer Produktinnovation auf Sonnenblumenprotein-Basis möchten wir dieses Jahr neue Rezepturen und Gerichte entwickeln. Wir wollen Bio-Mahlzeiten in der Gemeinschaftsverpflegung zur Norm zu machen und fokussieren uns auf innovative Konzepte. Dies passiert natürlich nicht von Heute auf Morgen: wir arbeiten beispielsweise daran, dass 2020 wenigstens eine Bio-Mahlzeit auf der Speisekarte von Kitas und Krankenhäusern zur Verfügung steht. Zudem haben wir ein innovatives Catering-Konzept entwickelt dass sich bezüglich der Lebensmittelverschwendung nachhaltiger gestalten lässt und auch auf Events gesunde Mahlzeiten anbietet.

Wie entwickelt sich die Nachfrage nach bio-veganen Fertiggerichten?

Immer mehr Menschen sind in ihrem beruflichen und privaten Alltag so eingespannt, dass das Bedürfnis, Zeit zu sparen wächst. Vermehrt suchen Verbraucher im Kühlregal dabei vollwertige Mahlzeiten. Dabei ist zu beobachten, dass immer mehr Verbraucher nicht nur nach komfortablen Food-Produkten suchen, die ihren Tagesablauf vereinfachen – mehr und mehr Menschen entscheiden sich für eine bewusste Ernährung, die auch mit einer wachsenden Umweltverantwortung ineinander greift. Konsumenten wollen durch ihre Ernährung das eigene Wohlbefinden steigern, weswegen Konservierungsmittel, Farbstoffe und Geschmacksverstärker eine immer niedrigere Toleranz erfahren. Mit dem wachsenden Gesundheits- und Umweltbewusstsein steigt auch Nachfrage nach veganen Angeboten. Das tolle daran ist, dass immer weniger Menschen dabei an Verzicht denken, sondern an Genuss.

 

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