In dieser Podcast-Reihe interviewt Alex Shandrovsky Investoren und Unternehmen zu den Benchmarks für die Finanzierung von alternativen Proteinen im Jahr 2025 und deckt die Investitionsstrategien erfolgreicher CEOs von Climate Tech und führender Risikokapitalgeber auf.
Podcast-Moderator Alex Shandrovsky ist strategischer Berater für zahlreiche globale Beschleuniger und Unternehmen im Bereich Lebensmitteltechnologie, darunter führende Unternehmen für alternative Proteine und zelluläre Landwirtschaft. Sein Schwerpunkt liegt auf Investor Relations und der Skalierung von Agrar- und Lebensmitteltechnologieunternehmen nach der Kapitalbeschaffung. Dieser Podcast wird über die Medienpartner Foodtech Weekly und vegconomist vertrieben..
Episode 65: Agronomics
In dieser Folge spricht Alex mit Jim Mellon, dem milliardenschweren Unternehmer und Executive Director von Agronomics, einem führenden börsennotierten Unternehmen im Bereich der zellulären Landwirtschaft.
Jim liefert eine ehrliche, schonungslose Analyse (Post-Mortem) zum jüngsten Scheitern der Branchenlieblinge Believer Meats und Meatable. Er führt deren Niedergang auf massive Ausgabenüberschreitungen und „überdimensionierte“ (over-specced) Anlagen zurück. Diesem Modell stellt er seine aktuelle „frugal“ Strategie gegenüber. Er verrät, wie das Portfoliounternehmen Clean Food Group eine voll funktionsfähige Produktionsstätte in Liverpool für nur 1 Mio. £ erwarb – ein Bruchteil der Kosten eines Neubaus.
Zudem erläutert Jim seine aggressive Expansion in den Nahen Osten und beschreibt die spezifischen Energievorteile sowie die 50-prozentigen staatlichen Subventionen, die die VAE zum nächsten logischen Zentrum für Fermentation machen. Hören Sie die vollständige Folge, um Jims Prognose für die nächsten 12 Monate zu erfahren und warum er glaubt, dass „Edelstahl ewig hält“.
Key Facts: Agronomics Limited
- Ziel: Investitionen in „Clean Food“ (Zelluläre Landwirtschaft und Präzisionsfermentation) mit Fokus auf IP-Eigentum und Asset-Light- oder Distressed-Asset-Modellen.
- Meilenstein: Das Portfoliounternehmen Clean Food Group hat vor Kurzem eine Produktionsstätte für 1 Mio. £ erworben und wird im nächsten Jahr voraussichtlich Tausende Tonnen Öl produzieren; Meatly erhielt in Großbritannien die Zulassung für Haustiernahrung.
Alex’ Top-Erkenntnisse:
1. Das „Frugal“ Playbook: Kauf von Distressed Assets
Die Ära des Baus von Mega-Anlagen auf der grünen Wiese ist vorbei. Jims Erfolgsstrategie besteht darin, notleidende Industrieanlagen (Distressed Assets) zu identifizieren und umzufunktionieren. Durch den Kauf einer Anlage in Liverpool für 1 Mio. £ (quasi zum Schrottwert) statt eines Neubaus sinken die Kapitalkosten von ca. 25 % des Umsatzes auf 4 %. „Wir haben erkannt, dass Edelstahl ewig hält. Wenn man also Edelstahl erwerben kann, der vielleicht schon seit 50 Jahren in Betrieb ist, und ihn überholt, ist das viel billiger, als ihn in China fertigen zu lassen… Wir haben 1 Million Pfund dafür bezahlt… Das bedeutet, dass die Kapitalkosten für dieses Unternehmen… 4 % des Umsatzes betragen“, sagt Mellon.
2. Warum die Giganten fielen: Over-Specing und Überbewertung
Jim bietet eine unverblümte Einschätzung dazu, warum Believer Meats und Meatable in die Insolvenz gingen. Es war nicht nur der Marktabschwung; es war ein internes Versagen beim Management der Burn-Rate und eine Obsession mit dem Bau von „State-of-the-Art“-Anlagen, welche die Unit Economics noch nicht tragen konnten. Mellon betont: „Das symptomatische Problem der Unternehmen, die für Investoren schlecht gelaufen sind, waren übermäßige Ausgaben und Überbewertung… Believer Meats… baute eine hochmoderne Anlage in North Carolina, die ehrlich gesagt überdimensioniert war. Und Meatable hat meiner Meinung nach ebenfalls zu viel ausgegeben… Mietverträge von 1,6 Millionen Euro pro Jahr… hohe Gehälter. Viele unnötige Aktivitäten.“
3. Wie „Gut“ aussieht: Frugal + Opportunistisch + Kontrollierte IP + Marktnähe
Jim liefert eine klare Checkliste für den Erfolg: Gründer, die vorsichtig wirtschaften, die kritische Technologie (IP) selbst besitzen und in naher Zukunft – nicht erst in einem Jahrzehnt – marktfähige Produkte verkaufen können. „Wir suchen also nach Unternehmen, die ein „frugal mindset“ haben, die opportunistisch denken, die über IP verfügen, die absolut unter ihrer Kontrolle steht, und die einen identifizierbaren Markt haben, der nicht so weit entfernt ist. Wir können tatsächlich sehen, dass sie Produkte recht schnell verkaufen“, sagt Mellon.
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