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Ernährungswende: Mit weniger Fleisch die planetaren Grenzen wahren

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„Die planetaren Grenzen sind erreicht. Den Konsum wieder in Bahnen zu lenken, die innerhalb dieser Grenzen liegen, ist unsere zentrale Stellschraube“, sagt Dr. Jenny Teufel im Podcast „Wenden bitte! Der Podcast zu Wissenschaft und nachhaltigen Transformationen“ des Öko-Instituts.

Um die Ressourcen zu schützen, die wir zum Überleben brauchen, so Teufel, müssen die Menschen in den Industrieländern deutlich weniger Fleisch- und Milchprodukte konsumieren – im besten Falle nur noch 15 Kilogramm Fleisch pro Jahr statt wie heute rund 55 Kilogramm. So können das Klima entlastet und auch weitere Nachhaltigkeitsziele erreicht werden.

Das Problem: Mit der wachsenden Bevölkerung steigt auch der Bedarf an Lebensmitteln. Um das derzeitige Versorgungniveau zu halten, muss die Nahrungsmittelproduktion zukünftig deutlich gesteigert werden. Derzeit entstehen in der Landwirtschaft in Deutschland rund 61 Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr. Das sind etwa acht Prozent der Emissionen des ganzen Landes. Der größte Teil kommt aus der Tierhaltung, was zu einem hohen CO2-Fußabdruck tierischer Produkte führt. Daneben verursachen auch sogenanntes „Flugobst“, also Obst, das mit dem Flugzeug transportiert wird, und der Reisanbau, viele Treibhausgase.

Dr. Jenny Teufel
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Klimaneutrale Produkte gibt es nicht

Klimaneutrale Lebensmittel gibt es laut Teufel nicht, auch wenn das so manches Label im Supermarkt behauptet. „Die wichtigste Option ist, die Klimaauswirkungen eines Produkts so weit wie möglich zu minimieren.“

Auch vegane Ersatzprodukte haben Umweltwirkungen, etwa Mandelmilch. Diese wird aus Mandeln gewonnen, die in Kalifornien unter viel Wassereinsatz angebaut werden und dort zur Wasserknappheit beitragen. Jenny Teufel verneint daher die Frage, ob wir am besten alle vegan leben sollten. „Deutlich weniger Fleisch essen, leistet einen großen Beitrag zum Klima- und Artenschutz.“

Unabhängiger von globalen Lieferketten werden

Spätestens seit dem Angriffskrieg in der Ukraine wird klar, dass die globalen Wertschöpfungsketten auch bei Lebensmitteln zu Abhängigkeiten führen. Teufel sieht auch hier die Reduktion der Tierhaltung als eine Lösung. Wird zudem mehr heimisches Futter – statt Soja aus Südamerika – verfüttert, haben „wir schon einen großen Schritt getan“. Da Bauern aber mit Alternativen wie Ackerbohnen aktuell noch zu wenig einnehmen können, muss die Agrarförderung der EU umgestaltet werden, so Teufel.

Wissen statt Alltagsberatung

Der Podcast „Wenden bitte!“ des Öko-Instituts richtet sich an alle mit politischem und ökologischem Interesse aus Politik, Wissenschaft, Medien, NGOs und Öffentlichkeit. Den Podcast moderiert Nadine Kreutzer, Journalistin und Moderatorin unter anderem mit Schwerpunkt auf Nachhaltigkeitsthemen. 45 bis 60 Minuten spricht sie mit Mandy Schoßig, Leiterin Öffentlichkeit & Kommunikation, und jeweils einem Gast über anstehende Nachhaltigkeitstransformationen – genug Zeit für die „Langstrecke der Umweltpodcasts“.

Der Podcast ist unter folgendem Link verfügbar: www.oeko.de/podcast/episode/wie-viel-fleisch-wollen-wir-morgen-noch-essen.

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