Rügenwalder Mühle mit enormen Wachstum

Godo Röben. Foto: Gero Breloer für die Rügenwalder Mühle

In einem Gastbeitrag für vegconomist skizziert Godo Röben, Geschäftsführer der Rügenwalder Mühle, die Unternehmenssicht auf das Jahr 2019:

Wir sind mit 2019 sehr zufrieden – seit fast genau einem Jahr ist wieder richtig Schwung im vegetarischen und veganen Markt, die Zuwächse sind enorm: Anfang des Jahres ging es gleich mit 20 % Wachstum los, aktuell liegen wir bei über 40 %. Und für die letzten Wochen des Jahres erwarten wir Wachstumsraten von 70 bis 80 %. Und das, obwohl wir in im letzten Jahr bereits einen mittleren, zweistelligen Millionenbetrag Umsatz mit den vegetarischen und veganen Produkten gemacht haben.

Aber das Wachstum betrifft nicht nur uns, sondern den gesamten Markt der alternativen Proteine. Es kommen immer neue Vertriebsschienen wie Systemgastronomie oder Kantinen hinzu, immer mehr Start-ups, Konzerne und Mittelständler springen auf den Zug auf, auch in der Fleisch- und Wurstbranche. Und neben Fleischalternativen kommen nun auch immer mehr Alternativen zu Fisch und Käse auf die Agenda der Hersteller.

Allerdings kommt es durch das starke Wachstum vermehrt zu Lieferengpässen bei den Rohstoffen. Aber auch dort tut sich eine Menge: Im Rohwarenbereich werden unsere Bemühungen mehr aus Europa und Deutschland zu beziehen – anstatt aus Nordamerika – immer erfolgreicher. Wir sind schon bei rund 50 % Anteil Soja aus Europa. Außerdem bekommen wir auch immer mehr Angebote und Anfragen von heimischen Landwirten, die hier vor Ort alternative Proteine anbauen möchten. Wir unterstützen die Vorhaben intensiv, aber hier muss sich auch im Bereich der Forschung noch einiges tun. Das Thema „regionale Rohstoffe“ steht 2020 definitiv auf unserer Agenda.

Außerdem starten wir 2020 mit einer neuen Produktgruppe: Vegetarische und vegane Alternativen werden neben Frischfleisch im Bereich Ultrafrische mit einer Haltbarkeit von um die 10 Tage in der Kühltruhe erhältlich sein. Hier sind noch weniger Zusatzstoffe bei der Produktion nötig und die frischen Produkte können – ähnlich wie rohes Hackfleisch – sehr vielfältig eingesetzt werden.

Die Zukunft scheint also rosig auszusehen, doch in jungen Märkten kann es auch immer wieder zu „Verwirbelungen“ kommen. Das wurde auf dem deutschen Markt für alternative Proteinquellen in der Vergangenheit schon sichtbar: Nach einem unglaublichen Start 2015 / 2016 gab es bis 2018 eine Stagnation, der Markt hat sich bereinigt. Seit 2018 sehen wir wieder große Zuwächse und Beratungen wie AT Kearney und JP Morgan sagen voraus, dass in den nächsten 10 Jahren ein Markt von 100-400 Mrd.$ entsteht. Lang- und mittelfristig wird es also trotz normaler Verwirbelungen weiter ein Wachstum geben.

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