OATLY: “Wir möchten Konsumenten und die ganze Lebensmittelindustrie dazu bewegen, unsere Ernährung klimafreundlicher zu gestalten”

Helge Weitz, General Manager Oatly DACH © OatlyAB

Am 22.8 ist der Welt-Pflanzenmilch-Tag, der World Plant Milk Day.  Aus diesem Anlass wird vegconomist rund um diesen Tag einige Interviews mit Anbietern von Pflanzendrinks veröffentlichen. Auch auf unserer englischen Seite werden wir Interviews mit internationalen Pflanzendrinkherstellern präsentieren. Den Anfang dieser Interviewreihe macht heute der schwedische Hafermilch-Pionier Oatly. Helge Weitz, General Manager Oatly DACH, verrät uns mehr über die Aktivitäten des Unternehmen in der Kategorie pflanzenbasierter Milchalternativen und gibt eine Einschätzung über die zukünftigen Marktentwicklungen in diesem Bereich.

Was sind Ihre Gedanken zum World Plant Milk Day, planen Sie dazu spezielle Aktivitäten?

Tatsächlich sind wir gerade sehr aktiv da draußen… Wir haben letztes Jahr erfolgreich das Quorum für unsere Petition, die eine verpflichtende CO2e-Kennzeichnung von Lebensmitteln fordert, erreicht und bereiten uns momentan auf unsere Anhörung vor dem Petitionsausschuss am 14. September vor. In diesem Zusammenhang haben wir eine Initiative zur CO2e-Transparenz von Lebensmitteln gegründet, im Rahmen derer wir gemeinsam mit anderen bekannten Lebensmittelherstellern, wie FRoSTA, Rügenwalder Mühle, MyMüsli, Veganz, fritz-kola und Freche Freunde, die Politik zum Diskurs über unsere Forderung aufrufen. Diesbringen wir in der Kampagne „Hey Bundestag! Lass uns reden.“ auf den Punkt. Auf unserer dazugehörigen Website „Bundestagsanhörung.de“ kann man uns sogar noch Tipps für die Rede vor dem Petitionsausschuss geben.

Wie sieht euer derzeitiges Produktportfolio aus?

Wir sind im März 2018 mit unseren Haferdrinks in Deutschland im Lebensmitteleinzelhandel gestartet – seitdem ist viel passiert, u.a. haben wir auch unsere Produktpalette erweitert. Wir haben gerade ein paar Neuheiten in die deutschen Kühlregale gebracht: neue Haferdrinks, Kochprodukte, wie Sahneersatz und eine Créme Fraiche-Alternative sowie drei Frischkäse-Alternativen. In unserem Heimatland Schweden gibt es noch weitere haferbasierte Produkte, wie z.B. Joghurt oder Eis.

© OatlyAB

Es gibt immer mehr Pflanzendrinkangebote, wie differenzieren Sie sich?

Oatly ist ein Pionier auf dem Gebiet der Haferdrinks – schließlich gibt es das Unternehmen bereits seit über 20 Jahren in Schweden, wo wir den Haferdrink erfunden haben und somit genug Zeit hatten, ihn zu perfektionieren. Wir unterscheiden uns aber auch in der Art und Weise, wie wir als Unternehmen handeln. All unsere Entscheidungen sind primär von Nachhaltigkeit geprägt. Unsere Mission, die Welt ein klein wenig besser zu machen, indem wir den Umstieg von Kuhmilch-Produkten auf pflanzliche Alternativen für die Menschen einfach gestalten, steht immer an oberster Stelle. Wir möchten Konsumenten und die ganze Lebensmittelindustrie dazu bewegen, unsere Ernährung klimafreundlicher zu gestalten. Daher stehen in unserer aktuellen Kampagne in Deutschland zur Petitionsanhörung auch nicht unsere Produkte im Fokus, sondern unsere Mission – in dem Fall konkret die Klima-Transparenz von Lebensmitteln.

Welche Innovationen werden Sie in den nächsten Monaten auf den Markt bringen?

Ganz aktuell haben wir eine Halbliter-Variante unserer Barista Edition auf den Markt gebracht, damit wir beispielsweise für Single-Haushalte oder Reisende ein passendes Format anbieten können und somit ggf. Food Waste reduzieren.

Welchen Marktanteil wird Pflanzenmilch Ihrer Meinung nach in zehn Jahren haben?

Eine der größten und wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit ist der Klimawandel und dabei ist es wichtig zu wissen, dass die globale Lebensmittelproduktion ungefähr ein Viertel der Treibhausgasemissionen, die zum Klimawandel beitragen, erzeugt. Die Menschen beginnen das zu verstehen und handeln entsprechend, v.a. die jungen Generationen. Aktuell haben Pflanzendrinks noch einen Anteil von gut 10 Prozent am gesamten Milchmarkt in Deutschland. Wir gehen aber davon aus, dass es in den nächsten 10 Jahren einen drastischen Wandel im Konsum geben wird und dadurch deutlich mehr Pflanzendrinks als Kuhmilch konsumiert werden.