Förderung in Höhe von 1 Million Euro an Start-Ups für Engagement in nachhaltig produzierte Mode

Preisträgerinnen Lab Leather World Change Award 2019
© H&M Foundation
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Unter den diesjährigen Gewinnern des von der H&M Foundation verliehenen Global Change Awards befindet sich unter anderem ein peruanisches Unternehmen, das veganes Leder herstellt. Um nachhaltige Innovationen in der Modeindustrie weiter zu stärken, hat die Foundation zudem eine Initiative in Zusammenarbeit mit Indiegogo ins Leben gerufen, bei der Konsumenten über Crowdfunding an der Weiterentwicklung der fünf ausgewählten Start-Ups aktiv als Förderer, Unterstützer und Tester teilhaben können.

“Die Gewinner des Global Change Award beweisen, dass es möglich ist, die negativen Auswirkungen der Modeindustrie auf die Umwelt zu verbessern. Sie stellen eine wahrhaftige Inspiration und großartige Partner für jede Modefirma dar, die positiv zum Schutz unseres Planeten und unseren Lebensbedingungen beitragen möchten”, sagt Karl-Johan Persson, Vorstandsmitglied der H&M Foundation und CEO der H&M Hennes & Mauritz AB. “Die Initiative mit Indiegogo liefert eine zusätzliche wichtige Komponente, da sie auch die Öffentlichkeit als zentralen Bestandteil aktiv an dem Prozess teilhaben lässt, nachhaltige Mode zu entwickeln und zu unterstützen.”

Veganes Startup mit Labor-Leder unter den Gewinnern

Aus insgesamt 6.640 Beiträgen aus 182 Ländern hat das prominente Expertenpanel fünf Gewinner für den diesjährigen Award gekürt und mit unterschiedlichen Summen unterstützt. Eine Förderung in Höhe von 150.000 Euro ging dabei an das Start-Up “Lab Leather”, welches zum peruanischen Unternehmens Le Qara gehört. Das Startup produziert veganes biologisch abbaubares Leder unter der Verwendung von Mikroorganismen. Basierend auf exotischen peruanischen Blumen und Früchten stellt das Material mit einer zu tierischem Leder identischen Materialbeschaffung eine vielversprechende Alternative für die Zukunft dar, die ohne Kompromisse hinsichtlich ihrer Qualität sowohl Tierleid erspart, als auch die bei der konventionellen Lederherstellung notwendige Gerbung umgeht. Diese ist in vielerlei Hinsicht schädlich für die Umwelt, da für diesen Prozess Toxine und Schwermetalle sowie große Wassermengen verwendet werden.

Gewinner erhalten zusätzlich einjähriges Coaching

Neben einem Anbieter eines digitalen System aus Deutschland, das zum Ziel hat, den Kreislauf von der Produktion bis zum Recycling eines Kleidungsstücks zu schließen und einer mineralstoffbasierten biologisch abbaubaren Membran für Outdoor-Bekleidung aus der Schweiz, wurde auch ein britisches Unternehmen geehrt, das mitwachsende Kinderkleidung herstellt. Eine weitere Förderung geht an ein kenianisches Startup, das Textilien aus Brennnesseln herstellt und damit auch zur Existenzsicherung lokaler Landwirte beiträgt.

Neben der finanziellen Förderung erhalten alle Gewinner Zugang zu einem einjährigen Innovationsbeschleunigungs-Programm der H&M Foundation in Kooperation mit Accenture und dem KTH Royal Institute of Technology in Stockholm, New York und Hongkong. Das Programm wird um virtuelle Coaching-Sessions ergänzt, da sich diese Methode der H&M Foundation zufolge als wertvolle Maßnahme für die Jungunternehmer erwiesen hat und die Entwicklungsphasen um mehrere Jahre verkürzt.

Finanzierung als größte Hürde für Innovation

Unter allen eingereichten Projekten nannten 45% der Unternehmer die Finanzierung als größte Hürde zur Verwirklichung ihrer Ideen.
Dem soll die ergänzte Initiative des Crowdfunding mit ihrem großen, bisher aber noch weitestgehend unausgeschöpften Potenzial ebenfalls entgegenwirken. Im Vergleich zum vergangenen Jahr hat die Ausschreibung der Awards einen erheblichen Zuwachs an Beiträgen aus Schwellenländern mit einem Wachstum um fast 200% mit Projekten afrikanischer und 90% mit Innovationen asiatischer Unternehmen zu verzeichnen. Die größte Anzahl an Projekten stammten aus Indien, Nigeria und Pakistan. 47% der eingereichten Ideen kamen von Frauen geführten Startups, rund 34% der Beiträge wurden von Studenten eingereicht und 41% der Bewerber waren zwischen 25 und 34 Jahren alt.

 

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