SPIEGEL: Wer in Deutschland vegan lebt, reduziert seinen CO2-Fußabdruck um zwei Tonnen

Sinnbild des ökologischen Fußabdrucks: Ein Baum mit halb Blättern und Rasen unter sich und eine Seite mit kahlen Ästen und verdörrtem Boden.
© jozsitoeroe – stock.adobe.com

Das Magazin SPIEGEL hat von dem Ökologen Joseph Poor der britischen Universität Oxford den Fußabdruck eines deutschen Veganers berechnen lassen. Dieser produziert statt elf nur neun Tonen Treibhausgase, bei ansonsten unverändertem Lebensstil.

Die Berechnung knüpft an eine Studie der Universität Oxford vom letzten Jahr an, über die vegconomist bereits berichtete. Diese befasst sich mit den Auswirkungen der derzeitig praktizierten Landwirtschaft rund um den Globus und untersucht die damit verbundenen ökologischen Probleme. Als Kernergebnis der Studie steht fest, dass die globale Fleisch- und Milchwirtschaft den größten ökologischen Fußabdruck auf dem Planeten hinterlässt und damit besonders negative Auswirkungen auf Mensch und Natur hat.

Die Ergebnisse der Studie basieren auf einem umfassenden Datensatz zur globalen Agrarwirtschaft. Untersucht wurden 40.000 Agrarbetriebe in 119 Ländern und darüber hinaus auch eine Fülle von Lebensmitteln, die circa 90 Prozent der gesamten Nahrungsmittel ausmachen. Analysiert wurde der Einfluss aller Umweltfaktoren entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Erzeuger bis zum Endverbraucher – der Landnutzung, die produzierten Klimagase, die Frischwassernutzung und die verursachte Wasser- und Luftverschmutzung.

Die Untersuchungen der Oxford University zeigen, dass die Agrarflächen auf der Welt um bis zu 75 Prozent reduziert werden könnten, wenn man auf Fleisch- und Milchprodukte verzichten würde. Tierprodukte liefern außerdem nur circa 18 Prozent aller Kalorien und 37 Prozent der benötigten Proteine. Dabei beanspruchen sie jedoch ungefähr 83 Prozent der global genutzten landwirtschaftlichen Flächen und verursachen über 60 Prozent aller in der Landwirtschaft produzierten Treibhausgas-Emissionen.

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