Vegane Ernährung könnte vor Alzheimer schützen

Alzheimer & Veganismus
© Alexander Raths – stock.adobe.com

In der medizinischen Forschung ist der Trend Veganismus mittlerweile Gegenstand zahlreicher Studien und Untersuchungen. So auch in der Alzheimerforschung, bei der im speziellen die Ernährungs- und Lebensweise von Menschen als Risikofaktor Untersuchungsgegenstand sind. Mehrere Studien haben bereits gezeigt, dass eine Kombination von genetischen, umweltbedingten und lebensstilbezogenen Faktoren den Beginn und das Fortschreiten der Alzheimerkrankheit beeinflusst.

Die Alzheimerkrankheit (AK) gehört weltweit zu den häufigsten Todesursachen bei älteren Menschen. Neben unterschiedlichen Gefäßerkrankungen, werden vor allem auch Stoffwechselanomalien wie Fettleibigkeit und Diabetes mit Alzheimer in Verbindung gebracht. Eine gesunde Ernährung, körperliche Aktivität und das soziale Engagement spielen eine wichtige Rolle bei der Verringerung des Alzheimer-Risikos.

Die Ernährungsweise für sich genommen, ist einer der wesentlichen Faktoren in der Pathogenese der Alzheimerkrankheit. So wurde z.B. festgestellt, dass ein hoher Verzehr von Tierfleisch bei bestimmten Populationen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko verbunden ist. Laut dem “Chicago Health and Aging Projekt”, dem New Yorker “Columbia Aging Project” und der finnischen Studie “Cardiovascular Risk Factors, Aging, and Dementia study”, erhöht der Konsum von gesättigten Fettsäuren, die hauptsächlich durch Milch- und Fleischprodukte aufgenommen werden, das Risiko an Alzheimer zu erkranken.

Neben den Inhaltsstoffen von tierischen Produkten, wird auch ein hoher Cholesterinspiegel mit der AK in Verbindung gebracht. Ein hoher Verbrauch an gesättigten Fettsäuren und / oder ein hoher Cholesterinspiegel im Blut, können die Bildung von sogenannten “Amyloid-Plaques” im Gehirn fördern, was möglicherweise ein zusätzliches Krankheitsrisiko darstellt.

Vegane Ernährung als Risikovorsorge

Um die genannten Risikofaktoren zu minimieren, wird häufig eine tierfreie, pflanzliche Ernährungsweise empfohlen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die mediterrane Küche. Kennzeichen der mediterranen Ernährung sind ein hoher Bestandteil von Gemüse, Obst, Getreide, Hülsenfrüchten und ungesättigten Fettsäuren, sowie ein geringer Anteil an Fleisch, Geflügel und gesättigten Fettsäuren. Pflanzliche Nahrungsmittel sind reich an Vitaminen und diese können zu einer Verringerung des AK-Risikos beitragen. Deshalb ist Alzheimer-Sterblichkeitsrate in den mediterranen Regionen der Welt auch die deutlich geringer.

Bereits im Jahr 2013 wurden von Experten im Rahmen der „International Conference on Nutrition and the Brain“ Ernährungsrichtlinien für die Alzheimer-Prävention festgelegt. Diese Leitlinien umfassten damals folgende Kernpunkte:

  • Minimieren Sie die Aufnahme von gesättigten Fetten und Transfetten.
  • Molkereiprodukte und Fleisch sollten durch Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen und Linsen) und Vollkornprodukte als primäre Hauptnahrung ersetzt werden.
  • Konsumieren Sie lieber Lebensmittel mit Vitamin E, statt auf Nahrungsergänzungsmittel zurückzugreifen. Zu den gesunden Lebensmitteln, die Vitamin E enthalten, gehören Nüsse, Samen, Vollkornprodukte und Blattgemüse. Die empfohlene Tagesdosis (RDA) für Vitamin E beträgt 15 mg täglich.
  • Eine zuverlässige Quelle für Vitamin B12, die mindestens die RDA (2,4 μg pro Tag für Erwachsene) bietet, sollte ein Teil der täglichen Ernährung sein.
  • Wenn Sie mehrere Vitamine zuführen, wählen Sie diejenigen ohne Eisen und Kupfer aus und nehmen Sie Eisenergänzungen nur auf Anweisung des Arztes.
  • Obwohl die Rolle von Aluminium in der AK noch Gegenstand weiterer Untersuchungen ist, sollten diejenigen, die ihren Konsum dahingehend minimieren möchten, die Verwendung von Kochgeschirr, Antazida, Backpulver oder anderen Produkten, die Aluminium enthalten, vermeiden.
  • Treiben Sie regelmäßig Sport, mindestens einen 40-minütigen regen Spaziergang 3-mal pro Woche.