Georgia-Pacific und Bast Fibre Technologies Inc. schließen globalen Lizenzvertrag für nachhaltige Fasern für Vliesstoffanwendungen ab

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© Bast Fibre Technologies Inc.

Bast Fibre Technologies Inc. (BFTi) und Georgia-Pacific gaben gestern über ihren Geschäftsbereich Konsumgüter den Abschluss eines globalen Lizenzabkommens für eine Reihe von Patenten bekannt, die sich auf den Einsatz intakter pflanzlicher Bastfasern in einer Vielzahl von Vliesstoffprodukten und -verfahren beziehen. Im Rahmen der Vereinbarung wird BFTi unter Lizenz von Georgia-Pacific die nächste Generation nachhaltiger Vliesstoff-Fasern entwickeln, verarbeiten und vermarkten, dies mit dem Ziel, beim Übergang von synthetischen Materialien zu vollständig natürlichen, leistungsfähigeren Lösungen Branchenführer zu werden.

Bastfaser, auch Phloemfaser genannt, wird intakt aus dem Rindenbast der Pflanzengruppe der Bastfamilie, einschließlich Hanf, Flachs, Jute und Kenaf, gewonnen. Die wesentliche Rolle der Faser im Lebenszyklus der Pflanze – der Transport von Nährstoffen bei gleichzeitiger Unterstützung der Pflanzenstruktur – bietet auch wichtige Leistungsvorteile wie eine hohe natürliche Saugfähigkeit und Nassfestigkeit, die für viele Vliesstoffprodukte entscheidend sind.

Vliesstoffe sind hochtechnologische Gewebe, die aus vielen verschiedenen Fasern hergestellt und sowohl bei Verbraucher- als auch für Industrieanwendungen eingesetzt werden. Vliesstoffprodukte sind in fast allen Bereichen des täglichen Lebens und der Gesellschaft zu finden, einschließlich absorbierender Hygieneprodukte, Reinigungstücher und Teebeutel.

Da viele Länder dabei sind, strengere Gesetze einzuführen, die darauf abzielen, Einwegkunststoffe deutlich zu reduzieren, erkennt die Vliesstoffindustrie die dringende Notwendigkeit, alternative Fasern zu entwickeln, die natürlich und vollständig nachhaltig sind. Die meisten der heute in der Vliesstoffindustrie verwendeten Fasern sind entweder synthetisch oder halbsynthetisch. Verbesserte Kennzeichnungsvorschriften werden die Konsumenten in vielen Ländern bald über die angemessene Entsorgung von synthetischen Vliesstoffen und die negativen Auswirkungen von Einwegkunststoffen auf die Umwelt informieren.

“In den letzten Jahren haben wir sehr eng mit unseren Landwirtschafts- und Supply-Chain-Partnern zusammengearbeitet, die wie wir zum Ziel haben, die Vliesstoffindustrie von synthetischen Fasern auf natürliche Bastfasern umzustellen”, sagte Noel Hall, CEO und Vorsitzender von BFTi. “Die Auswechslung von synthetischen Chemiefasern durch rein natürliche Fasern wie Hanf erfordert detaillierte Kenntnisse der Agronomie, der Verarbeitung von Naturfasern und ein umfassendes technisches Wissen sowohl über Verfahren zu Herstellung von Vliesstoffen als auch über die Absatzmöglichkeiten.”

“Dass Georgia-Pacific das Potenzial von Bastfasern auf dem Vliesstoffmarkt erkannt hat, ist lobenswert. Georgia-Pacific schätzte es, dass wir am besten in der Lage sind, das globale Potenzial der Bastfaser-IP zu maximieren und dem Unternehmen gleichzeitig zu ermöglichen, sich darauf zu konzentrieren, die Kernkunden im nordamerikanischen Foodservice-, Industrie- und Club-Segment mit dem eigenen Portfolio von Bastfaserprodukten zu bedienen.”

Es wird erwartet, dass durch die kürzlich verabschiedeten Gesetze für den Hanfanbau in Kanada und den USA in Zukunft ein ausreichend großes Hanffaservolumen vorhanden sein wird, um den Übergang von synthetischen zu natürlichen Fasern für viele Einweg-Vliesstoffmärkte zu ermöglichen.

BFTi wird die Fasern auf der IndexTM 2020 in Genf, Schweiz, vom 31. März bis 3. April 2020 ausstellen und präsentieren.