Amidori: “Nicht einfach Lebensmittel, sondern ganzheitlicher Ansatz.”

Amidori Gründer Friedrich Büse
© Amidori Food Company

Das vegane Fleischalternativen nicht immer nur aus Soja bestehen müssen beweist das Unternehmen “Amidori“. Mit einer Basis aus Sonnenerbsen und Hafer, hat das Unternehmen den Anspruch, Fleischalternativen mit Biss zu produzieren – und das ressourcenschonend und mit umweltverträglicher Produktion. Wir haben den Gründer Friedrich Büse im Interview zu den unternehmerischen Entwicklungen und den Zukunftsplänen in diesem Segment befragt.

Wie entwickelt sich Ihre Marke?
Wir arbeiten von Anfang an daran, unsere Marke sowohl im B2B-, als auch im B2C-Geschäft zu etablieren. Momentan liegt unser Fokus darauf, das B2B-Geschäft national sowie international voranzutreiben. Hierbei konzentrieren wir uns auf die Zusammenarbeit mit Unternehmen aus den Bereichen Systemgastronomie, Gastronomie sowie großen Lebensmittelkonzernen. Zu unseren Kunden aus diesen Bereichen zählen z.B. ausgewählte Hyatt Hotels oder IKEA.

Im Endverbrauchersegment zählen mittlerweile ca. 50 über Deutschland verteilte Einzelhändler zu unseren Kunden und wir sind darüber hinaus in mehr als 250 Coop Filialen in Norwegen gelistet.  Desweiteren vertreiben wir einen Teil unserer Produktpalette über den Onlineshop “alles vegetarisch” der Firma AVE – Absolute Vegan Empire.

Welche Produkte laufen besonders gut?
Da wir im B2B-Kontext Individuallösungen für die speziellen Anforderungen unserer Kunden entwickeln, unterscheiden sich die Produkteigenschaften hier je nach Wunsch von Kunde zu Kunde maßgeblich. So bekommen wir im B2C-Bereich zum Beispiel großen Zuspruch für unsere Produkte “M¡dori® Minced” und “M¡dori® Pulled in Marinade Thymian Knoblauch”.

Was unterscheidet Ihre Marke von anderen Anbietern in diesem Segment?
Wir stellen nicht einfach Lebensmittel her, sondern verfolgen bei allem was wir tun einen ganzheitlichen Ansatz. Klar, es dreht sich im Kern um den Umgang mit pflanzlichen Proteinen, jedoch spielen auch soziale, ethische und ökologische Aspekte eine zentrale Rolle.

So beschäftigen wir uns gemeinsam mit unseren Partnern – dem Fraunhofer IVV, der Emsland Group, verschiedenen europäischen Universitäten und Instituten – intensiv mit Themen wie etwa der Forschung an innovativen Technologielösungen, geeignetem Saatgut, dem Anbau unserer Rohstoffe in europäischer Mehrfelderwirtschaft, sowie der biologischen Wertigkeit & Bioverfügbarkeit der von uns hergestellten Lebensmittel. Hieraus resultiert u.a. ein Zugang zu exklusivem Know-How und besonders hochqualitativen und sicheren Rohstoffen, direkt aus unserem Heimatmarkt Europa.

Außerdem widmen wir uns von Anfang an Themen wie etwa der Stärkung des Bewusstseins für eine gesunde Ernährung und einem aktiven Beitrag zur Verringerung der Lebensmittelverschwendung, sowie des Klimawandels. Unter dieser Maxime stellen wir schmackhafte Produkte mit 100 Prozent Biss auf Basis von pflanzlichen Proteinen her. Dabei verzichten wir bewusst, komplett auf den Einsatz des innerhalb unserer Branche am weitesten verbreiteten Rohstoffs Soja.

Wie planen Sie die Bekanntheit Ihrer Marke zu vergrößern?
Von Anfang an setzen wir stark auf den Bereich der Gastronomie. Durch unsere immer weiter wachsende und weit über den regionalen Raum agierende Street Food Flotte, sowie durch Kooperationen mit Gastronomen und etablierten Unternehmen aus der Systemgastronomie, bringen wir den Verbrauchern unsere Produkte näher, ohne dass diese im ersten Schritt selbst an den Herd müssen.

Seit Ende letzten Jahres erzählen wir unsere Geschichte auch über die einschlägigen Social-Media-Portale und treten nun auch online in den direkten Kontakt mit Endverbrauchern. Aus strategischen Gründen haben wir uns bisher noch ganz bewusst zurückgehalten. Ab 2019 kann man jedoch europaweit verstärkte Marketingaktivitäten von uns erwarten. Um diese Aktivitäten voll entfalten zu können, sind wir dabei die starken Partnerschaften mit dem europäischen LEH und anderen Vertriebspartnern weiter auszubauen.

Mit welchen Neuheiten kann man von Ihnen im Jahr 2018 noch rechnen?
In 2018 kann man definitiv noch eine Line-Extension von uns erwarten. Die richtigen Überraschungen folgen dann 2019, wenn wir unser Sortiment um Produkte aus Gemüsen und Früchten erweitern.

Pflanzenbasierte Fleischalternativen versus kultiviertes Fleisch – ist (in Zukunft) Platz für beide da?
Definitiv. Einerseits wird es wohl noch eine Weile dauern bis das sogenannte in-vitro-meat zu einem für den Verbraucher akzeptablen Preis auf den Markt kommen wird und andererseits, wird es wohl auch immer Verbraucher geben, die aus den verschiedensten Gründen kein tierisches Fleisch essen wollen. Denn ob dieses dann aus lebenden Tieren oder einer Petrischale stammt, spielt für diese Verbraucher längst keine Rolle mehr.

Weiterhin befinden wir uns mit der Entwicklung von Fleischalternativen auf Pflanzenbasis immer noch relativ am Anfang. Hier wird es in Zukunft wohl noch weitere Sprünge in der zu erreichenden Fleisch-Ähnlichkeit der Produkte geben.

Wenn Interesse besteht: An wen kann sich der Handel bei Ihnen im Hause wenden?
Für den Handel im DACH-Raum gibt es unter [email protected] eine zentrale Anlaufstelle bei unserem Leiter für diesen Bereich, Hr. Christian Kraus.

Für internationale Interessenten ist der leichteste Weg eine Nachricht an unsere [email protected], von dort aus findet die Anfrage dann ihren Weg an den entsprechenden Ansprechpartner.

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