• Der Fleischindustrie drohen im Jahr 2020 hohe Verluste durch innovative pflanzliche Lebensmittel



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    Nach einem aktuellen Marktbericht von CB Insights könnte der globale Markt für Tierfleisch im Jahr 2020 Verluste in Höhe von bis zu 2,7 Mrd. USD verzeichnen. Wesentliche Gründe hierfür sind demnach die sich ändernden Konsumgewohnheiten der Verbraucher, die weltweit verstärkt nach nachhaltigeren und grausamkeitsfreien Lebensmitteln suchen, sowie die steigende Zahl an Großinvestoren, die immer größere Kapitalsummen in die alternative Proteinindustrie investieren.

    Dem Bericht zufolge wuchs der Gesamtmark für Lebensmittel in 2019 um 2,2%, während allein der Markt für pflanzliche Lebensmittel im Vergleich dazu um ganze 11,4% zulegen konnte. Im März und April diesen Jahres verzeichnete die pflanzliche Fleischindustrie einen Umsatzanstieg von erstaunlichen 264%. Diese Zahlen machen immer noch nur einen Bruchteil des weltweiten Umsatzes mit tierischem Fleisch aus, aber sie zeigen, dass pflanzliche Alternativprodukte zunehmend die internationalen Märkte erobern.

    Innovationen in der Lebensmitteltechnologie haben eine Vielzahl pflanzlicher Alternativprodukte aus Bohnen, Erbsen, Algen oder auch Pilzen hervorgebracht. Im vergangenen Jahr sammelten allein US-amerikanische Start-ups für pflanzliche Lebensmittel und Getränke über 1,7 Mrd. USD Investmentkapital in über 300 Transaktionen. Die Anleger konzentrieren sich zunehmend auf die Bereiche Nachhaltigkeit, Umwelt und Gesundheit.

    © Beyond Meat

    Neue Alternativmarken wie Beyond Meat und Impossible Foods sicherten sich bereits enorme Investitionen und Vertriebspartnerschaften und sorgen für einen noch nie dagewesenen Medienrummel. Unternehmen auf pflanzlicher Basis haben hohe Erwartungen seitens der Verbraucher zu erfüllen, weshalb auch ihre pflanzlichen Alternativprodukte überwiegend nach höchsten Qualitätsstandarts produziert werden.

    In den USA kontrollieren vier Tierfleischproduzenten – Tyson Foods, JBS, Cargill und National Beef – mehr als zwei Drittel der gesamten US-Rindfleischverarbeitung. Drei dieser Unternehmen haben bereits vor der Pandemie begonnen, pflanzliche Produkte in ihr Portfolio aufzunehmen. Seit der Pandemie ist die Verschiebung dann noch offensichtlicher geworden. Virusausbrüche in vielen tierverarbeitenden Fabriken haben nicht nur in den USA die Fleischversorgungsketten lahmgelegt. Der Bericht von CB Insights schätzt, dass die Verluste für diese Branche im Jahr 2020 mehr als 20 Mrd. USD betragen könnten.

    Auch bei Milchalternativen war 2020 ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen: In der ersten Märzwoche stieg der Absatz von Hafermilch vor dem Hintergrund der rückläufigen Nachfrage nach Milchprodukten gegenüber dem Vorjahr um 347%. Dean Foods, der größte Milchproduzent in den USA, und Borden Dairy Co., eines der ältesten Milchunternehmen in den USA, meldeten Insolvenz an. Im Mai berichtete CNBC, dass in der Milchindustrie täglich geschätzte 3,7 Millionen Gallonen Tiermilch entsorgt werden müssen.

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