Fleisch- und Milchprodukte übertreffen Öl als größte Umweltverschmutzer

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Das „Institute for Agriculture Trade and Policy“ (IATP) hat zusammen mit der gemeinnützigen Landwirtschaftsorganisation „GRAIN“ eine bedeutende Studie veröffentlicht, die die Emissionen von 35 der weltweit größten Fleisch- und Molkereiunternehmen analysiert und fragt, wie sie mit diesen Auswirkungen umgehen, um Klimakatastrophen zu vermeiden. „Die kurze Antwort: Diese Unternehmen verfolgen Wachstumsstrategien, die ihre Emissionen tatsächlich erhöhen“, heißt es in dem Bericht: „Big Meat and Dairy are Heating up our Planet.“

Der am 18. Juli veröffentlichte Bericht zeigt, dass sich die 35 größten Fleisch- und Molkereiunternehmen auf Länder konzentrieren, die einen enorm überproportionalen Anteil an der weltweiten Fleisch- und Milcherzeugung und dem Verbrauch haben. „Diese Länder (USA, europäische Länder, Kanada, Brasilien, Argentinien, Australien, Neuseeland und China) sind für mehr als 60 Prozent der Emissionen aus der globalen Fleisch- und Milchproduktion verantwortlich – etwa doppelt so viel wie der Rest der Welt pro Kopf“.

Die Untersuchung ergab, dass fünf der wichtigsten Akteure bei Großfleisch, „JBS“, „Tyson“, „Cargill“, „Dairy Farmers of America“ und „Fonterra“, zusammen mehr Treibhausgasemissionen verursachen, als die Anbieter von fossilen Brennstoffen „ExxonMobil“, „Shell“ oder „BP“. Darüber hinaus überwiegen die Emissionen der 20 wichtigsten Akteure in den Bereichen Fleisch- und Milchprodukte die Emissionen ganzer Länder wie Deutschland, Großbritannien, Kanada oder Australien. Weniger als die Hälfte dieser Unternehmen hat die Absicht, ihre Emissionsziele zu reduzieren.

Der größte Fleischproduzent der Welt, JBS, kündigte der Wall Street an, dass der weltweite Fleischkonsum zunimmt und sie immens profitieren werden. JBS prognostizierte einen Anstieg des Pro-Kopf-Fleischverbrauchs auf 48 kg bis 2030. Die Studie argumentiert jedoch: „Um die JBS-Zahlen zu relativieren, wird in einem neuen Greenpeace-Bericht festgestellt, dass der durchschnittliche Pro-Kopf-Fleischkonsum bis 2030 auf 22 kg und bis 2050 auf 16 kg sinken muss, um einen gefährlichen Klimawandel zu vermeiden.“

Es ist bezeichnend, dass diese Ergebnisse von einem Institut für Landwirtschaft stammen. Doch signalisiert dies vielleicht, dass solche Organisationen sich der Notwendigkeit der vorliegenden Situation bewusst werden. Erfreulicherweise fasst der Bericht zusammen: „In den nächsten zehn Jahren müssen wir zusammenarbeiten, um einen gerechten Übergang unserer Agrarwirtschaft zu schaffen, der dazu beiträgt, ländliche Gemeinschaften und unseren Boden wiederherzustellen und unseren Planeten zu erhalten.“