Der biozyklisch-vegane Anbau auf dem 6. Zukunftsdialog Agrar & Ernährung in Berlin

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Diana von Webel (Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt) und Anja Bonzheim (Förderkreis Biozyklisch-Veganer Anbau) © Phil Dera für DIE ZEIT
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Der Förderkreis Biozyklisch-Veganer Anbau war dieses Jahr als Kooperationspartner der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt erstmals mit einem Workshop und einem Infostand auf dem 6. Zukunftsdialog Agrar & Ernährung in Berlin vertreten.

Bei der jährlich stattfindenden Veranstaltung, organisiert von den Zeitschriften „DIE ZEIT“ und „agrarzeitung“, suchen Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft, Politik und landwirtschaftlicher Praxis konstruktive und zukunftsweisende Lösungen für Themen wie Klimawandel, Tierwohl, Umweltwirkungen, Globalisierung und Digitalisierung.

Der biozyklisch-vegane Anbau ist ein neuer globaler Ökostandard mit nachhaltigem Innovationspotential für den gesamten Agrar- und Ernährungsbereich. Als eine vegane, rein pflanzenbasierte Form ökologischer Kreislaufwirtschaft werden jegliche kommerzielle Nutz- und Schlachttierhaltung sowie die Verwendung tierischer Dünge- und Betriebsmittel wie Gülle, Mist und Schlachtabfälle und auch andere Präparate tierischen Ursprungs ausgeschlossen. Ein dauerhafter Erhalt der Bodenfruchtbarkeit wird durch den Einsatz rein vegetabilen organischen Materials, insbesondere biozyklischer Humuserde, sowie durch Maßnahmen zur Förderung des Bodenlebens gewährleistet, was zu erheblichen Ertragssteigerungen führen kann.

Durch die konsequent vegane Ausrichtung dieser Anbauform werden die mit der Nutztierhaltung verbundenen Risiken, wie sie auch im bislang üblichen, nicht-veganen Ökolandbau gegeben sind, mit ihren Auswirkungen auf Klima, Böden und Gewässer aber auch auf die menschliche Gesundheit (multiresistente Keime) und die Welternährung (geringe Flächeneffizienz) deutlich reduziert. Ansätze und Maßnahmen wie weite Fruchtfolgen, systematische Mischkultur, eine schonende und abwechslungsreiche Bodenbearbeitung, Mulchen, das Anlegen von Hecken und Blühstreifen sowie die Schaffung von Habitaten innerhalb der Betriebsfläche sorgen zudem für eine nachweisliche Förderung der Biodiversität.

In einem dreistündigen Workshop mit dem Titel „Ertragssteigerungen und Klimaschutz durch biozyklische Humuserde – Potentiale und Lösungsansätze einer kreislaufbasierten, veganen Form des Ökolandbaus“ (Referenten: Anja Bonzheim, Dr. agr. Johannes Eisenbach und Daniel Fischer) wurden die Grundlagen, Potentiale sowie die weltweit kontrollier- und zertifizierbaren IFOAM-akkreditierten Richtlinien des biozyklisch-veganen Anbaus dargestellt. Zur Sprache kamen dabei auch die aktuelle internationale Verbreitung und die Wirtschaftlichkeit dieses Anbaus, betriebliche Beratungsmöglichkeiten für die Umstellung und zukünftige Forschungs- und Kooperationsperspektiven. Ein besonderer Fokus lag zudem auf den neuesten Forschungsansätzen zu den Eigenschaften biozyklischer Humuserde, die bahnbrechende neue Praktiken für eine zukunftsfähige Landwirtschaft versprechen.

Mit der Präsentation des biozyklisch-veganen Anbaus beim 6. Zukunftsdialog erhielten wichtige Stakeholder und Entscheidungsträger im Agrar- und Ernährungssektor die Möglichkeit, erstmals diese neue Anbauform kennenzulernen, die von ihren Grundprinzipien her praktikable Lösungsansätze bietet zu den planetaren Herausforderungen unserer Zeit und deshalb in Zukunft noch weiter in den Fokus des Interesses rücken dürfte.

 

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