foodwatch kritisiert Steuersenkung für die Gastronomie und schlägt stattdessen vor, die Mehrwertsteuer für Obst und Gemüse abzuschaffen und die auf Tierprodukte zu erhöhen.
Zu der vom Bundeskabinett beschlossenen Mehrwertsteuer-Senkung für gastronomische Betriebe erklärt Dr. Chris Methmann, Geschäftsführer von der Verbraucherorganisation foodwatch:
„Während Kitas, Schulen und Krankenhäuser sparen müssen und Verbraucher:innen unter hohen Lebensmittelpreisen ächzen, bekommen Fast-Food-Konzerne ein Steuergeschenk – allein McDonald’s spart jährlich 140 Millionen Euro. Die Union revanchiert sich bei der Gastro-Lobby für Wahlkampfunterstützung und Parteispenden – erst mit Instagram-Fotos bei McDonald’s, jetzt mit hunderten Millionen aus der Staatskasse. Statt Pommes und Burger zu fördern, braucht es endlich eine Steuerpolitik, die gesundes Essen bezahlbar macht, etwa durch eine Steuerbefreiung für Obst und Gemüse – kombiniert mit einer höheren Steuer auf Fleisch und Milch.“
Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie kostet in den nächsten zwölf Jahren bis zu 48 Milliarden Euro
Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft wird eine Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie auf sieben Prozent in den nächsten zwölf Jahren bis zu 48 Milliarden Euro kosten. foodwatch schätzt, dass allein McDonald’s rund 140 Millionen Euro jährlich und die gesamte Fast-Food-Branche rund 500 Millionen Euro spart.
foodwatch kritisiert die engen Verbindungen zwischen CDU/CSU und Gastro-Lobby. So sprach sich beispielsweise Angela Inselkammer, Vizepräsidentin des Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) im Wahlkampf explizit für Friedrich Merz als Kanzler aus und McCafé war Sponsor des CDU-Parteitags.
foodwatch schlägt eine Steuerbefreiung für Obst und Gemüse vor
foodwatch schlägt alternativ Maßnahmen vor, um eine gesündere und nachhaltigere Ernährung zu fördern. Wenn man die Mehrwertsteuer für Obst und Gemüse abschafft und jene auf Fleisch und Milch erhöht, hätte Deutschland laut dem staatlichen Thünen-Institut jährlich 20.000 weniger vermeidbare ernährungsbedingte Todesfälle, 19 Millionen Tonnen weniger CO2-Emissionen und 5,5 Milliarden Euro geringere Umwelt- und Gesundheitskosten.






