EU PROTEIN2FOOD-Projekt: Pflanzliche Eiweißalternativen ebnen den Weg für nachhaltige Ernährungsmuster

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© European Union

Das von der EU finanzierte PROTEIN2FOOD-Projekt wird heute auf der Konferenz “Food for the future: Accelerating the protein transition” in Brüssel seine Endergebnisse vorstellen. PROTEIN2FOOD wird von der Universität Kopenhagen geleitet und besteht aus einem Team von 18 Partnerinstitutionen aus 13 Ländern. PROTEIN2FOOD ist insofern einzigartig, als es Akteure der gesamten Wertschöpfungskette im Lebensmittelbereich, selbst kleine und mittlere Unternehmen (KMU), zusammenbringt, um innovative, qualitativ hochwertige, proteinreiche Nahrungsmittelpflanzen und Lebensmittel zum Nutzen der menschlichen Gesundheit, der Umwelt und der landwirtschaftlichen Artenvielfalt zu entwickeln. Ziel des Projekts war es, die Auswahl an pflanzlichen Eiweißprodukten zu vergrößern, um den Verbrauchern zu helfen, ihre Aufnahme von tierischem Eiweiß zu verringern.

PROTEIN2FOOD’s Ergebnisse

Die Befriedigung der weltweit wachsenden Nachfrage nach nahrhaften, erschwinglichen und ökologisch nachhaltigen Lebensmitteln, insbesondere Proteinen, ist eine einzigartige Herausforderung, der sich das von der EU finanzierte Projekt PROTEIN2FOOD seit fünf Jahren verschrieben hat.

Unter Verwendung hochwertiger Protein-Saatpflanzen (z.B. Quinoa, Amaranth und Buchweizen) und proteinreicher Leguminosen (z.B. Lupine, Faba-Bohne, Linsen) hat das Projekt mit proteinreichen Nahrungsmittelpflanzen gearbeitet und neue proteinreiche Nahrungsmittel-Prototypen auf pflanzlicher Basis entwickelt, wie z.B. neuartige Säuglingsnahrung auf Linsenbasis oder auch Milchalternativen. Mit diesen Produkten will das Projekt die Auswahl an pflanzlichen Eiweißprodukten vergrößern, um den Verbrauchern zu helfen, ihre Aufnahme von tierischem Eiweiß zu verringern.

Die wichtigsten Ergebnisse des Projeks sind:

  • Identifizierung wichtiger genetischer Marker in den ausgewählten Pflanzen für die Proteinproduktion. Dies führte zur Entdeckung von zwei Quinoa-Sorten, die im Vergleich zu anderen Sorten einen viel höheren Proteingehalt aufweisen, was zur Verbesserung der Proteinproduktion in Europa beitragen könnte.
  • Entwicklung umweltfreundlicher und ressourceneffizienter Verarbeitungsmethoden, wie z.B. die wässrige Verarbeitung zur Herstellung neuer Linsen-, Faba-Bohnen- und Lupinen-Proteinisolate, die vorher nicht auf dem Markt erhältlich waren. Diese Verfahren umfassen weniger Verarbeitungsschritte, berücksichtigen Nebenströme und erhöhen die Ausbeute an Inhaltsstoffen.
  • Untersuchung der  Marktbedingungen und sozioökonomischen Aspekten der Proteinpflanzen, die zeigten, dass Quinoa auf 70% der europäischen Ackerflächen die am besten geeignete Kulturpflanze ist, gefolgt von blauer Lupine (23%).
  • PROTEIN2FOOD-Alternativen, wie z.B. die linsenbasierte Milchalternative, sind besser für die Umwelt als Soja- und traditionelle tierische Proteinprodukte.

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    High-Protein Brot und Pasta: Universität Cork © European Union

Dr. Emanuele Zannini, wissenschaftlicher Berater für PROTEIN2FOOD und leitender Forschungskoordinator am University College of Cork, sagte: “Wir haben neue Generationen von nahrhaften Lebensmittelprototypen entwickelt, die sowohl die natürlichen Ressourcen im Blick haben als auch schmackhafter und nachhaltiger sind als die bereits auf dem Markt befindlichen Alternativen. PROTEIN2FOOD hat eine beeindruckende Menge an Wissen entwickelt, das wir auf der Abschlusskonferenz gerne weitergeben werden.”

Eine politikorientierte Konferenz

Die Konferenz ist kostenlos und soll Forscher, politische Entscheidungsträger und Vertreter der Industrie zusammenbringen, um die Ergebnisse des Projekts vorzustellen, die Chancen und Hindernisse beim Übergang zu qualitativ hochwertigeren, proteinreichen pflanzlichen Lebensmitteln zu erörtern und die politischen Instrumente und Auswirkungen zu untersuchen, die dazu beitragen können, dass der Übergang Europas zum Erfolg wird.

Als Hauptredner der Veranstaltung werden Nick Jacobs, Direktor des Internationalen Expertengremiums für nachhaltige Lebensmittelsysteme (IPES-Food) und Professor Sir Charles Godfray, Direktor der Oxford Martin School und Direktor des Oxford-Martin-Programms zur Zukunft der Ernährung, anwesend sein.

 

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