Nach Zentis: Auch Molkereifamilie Ehrmann steigt bei Elosun ein

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© Elosun GmbH

Der Konfitürenhersteller und Fruchtveredler Zentis war bereits im letzten Jahr beim Sonnenblumenspezialisten Elosun aus Bayern eingestiegen, nun hat sich auch die Molkereifamlie Ehrmann an dem Start-up beteiligt.

Das Aachener Traditionsunternehmen Zentis hatte bereits im Januar 2019 seine Minderheitsbeteiligung im unteren zweistelligen Millionenbereich an der Elosun GmbH bekanntgegeben. Das Münchner Start-up Elosun ist ein Spin-off des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) in Freising und ist explizit auf die Herstellung und den Vertrieb von hochwertigen Sonnenblumenproteinen spezialisiert, die vorrangig für die Lebensmittelindustrie eingesetzt werden und unter dem Namen “Sunbloom” vermarktet werden.

Pflanzliche Proteine sind in der EU und in den USA ein attraktiver Wachstumsmarkt. Die steigende Zahl von Menschen, die sich dauerhaft oder temporär vegetarisch und vegan ernähren, wird die Nachfrage zukünftig noch erheblich ausweiten. Aktuelle Schätzungen gehen von einer Steigerung des Marktvolumens auf rund 12 Milliarden Euro bis 2024 aus. Auch das Sonnenblumenprotein wird von diesem Trend profitieren.

Schon heute werden Sonnenblumenöl sowie Sonnenblumenkerne vermehrt von der Lebensmittelindustrie genutzt und vom Verbraucher hochgeschätzt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung haben nun erstmals ein spezielles Verfahren entwickelt, mit dem sich nicht nur Öl, sondern auch hochwertige Lebensmittelproteine gewinnen lassen. Das Besondere: Im Vergleich zu bestehenden veganen Angeboten aus Soja und Erbsen zeichnet sich das Sonnenblumenprotein durch sein Geschmacksprofil aus und ist zudem frei von Allergenen oder genetisch veränderten Organismen.

„Wir freuen uns, mit Zentis ein innovatives Familienunternehmen als starken Partner gewonnen zu haben. Dadurch profitieren wir künftig von einem breiten Netzwerk und langjähriger Erfahrung in der Lebensmittelindustrie“ erläuterte Thomas Stuchly, CEO der Elosun GmbH vor einem Jahr. „Wir sind Experte in der Gewinnung und dem Vertrieb von pflanzlichen Proteinen und bieten damit eine umweltfreundliche Alternative zu tierischen Proteinquellen. Die positiven Eigenschaften bieten ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten vor allem bei Fleisch- und Milchersatzprodukten. Des Weiteren wurden vegane Applikationen für feine Back- und Süßwaren, Soßen und Dressings, Brotaufstriche sowie Proteinriegel entwickelt.”

Aktuell besitzt Elosun die weltweiten Exklusivrechte an diversen Patenten, die das Fraunhofer-Institut als Technologiegeber hält. Die Produktion findet ausschließlich in der EU unter höchsten Qualitätsanforderungen statt. Die Inbetriebnahme der ersten Produktionsstätte ist fürs laufende Jahr 2020 geplant.

Laut Elosun werden Sonnenblumen heute nahezu ausschließlich zu Speiseöl verarbeitet. Dabei werden jedoch nur ca. 40% der Saaten als Öl genutzt. Die Restbestandteile, welche viele wertvolle Ballaststoffe und Proteine enthalten, werden bisher lediglich als Tierfutter verwendet oder gar nicht genutzt. Das Fraunhofer-Institut hat ein Verfahren entwickelt und patentiert, das die ganzheitliche Nutzung von Sonnenblumensamen gewährleistet. Dabei werden die Sonnenblumensamen geschält, kaltgepresst und entölt. Die Verarbeitung erfolgt schonend unter deutlich geringeren Temperaturen, als dies bislang in der Industrie üblich ist, um die wertvollen Proteine nicht zu schädigen.