Studien & Umfragen

Analyse: Alternative Proteine könnten der EU-Wirtschaft bis 2040 jährlich 111 Mrd. Euro einbringen

Eine neue Analyse des Systemwandel-Unternehmens Systemiq, unterstützt von GFI Europe, hat ergeben, dass pflanzliche Lebensmittel, kultiviertes Fleisch und Fermentation der Wirtschaft der EU bis 2040 jährlich 111 Milliarden Euro einbringen könnten, wenn sie als strategische Priorität behandelt werden. Dies ist vergleichbar mit dem BIP-Beitrag des europäischen Weinsektors.

Darüber hinaus könnte die Branche 414.000 hochwertige Arbeitsplätze in Bereichen wie Wissenschaft, Landwirtschaft und Logistik unterstützen, sofern politische Unterstützung und Investitionen bereitgestellt werden, um Entwicklung und Skalierung zu ermöglichen. Unter Berücksichtigung der gesamten Lieferkette wäre der Binnenmarkt für alternative Proteine 79 Milliarden Euro wert, was vergleichbar mit dem Bruttoinlandsprodukt Litauens im Jahr 2024 ist. Der Exportmarkt wäre 60 Milliarden Euro wert, was den derzeitigen Exporten der EU nach Südkorea entspricht.

Um diese Vorteile zu erreichen, empfiehlt der Bericht, dass EU-Institutionen und nationale Regierungen jährlich 690 Millionen Euro in die Forschung und 720 Millionen Euro in die Skalierung investieren. Dies soll einen Bruchteil des Betrags darstellen, den die EU und ihre Mitgliedstaaten in andere neue Industrien investiert haben.

Die Untersuchung fügt hinzu, dass Regulierungsbehörden für europäische KMU, die versuchen, innovative Produkte auf den Markt zu bringen, für mehr Klarheit sorgen sollten, da der Genehmigungsprozess für neuartige Lebensmittel schwer zu durchschauen ist und eine Barriere für Unternehmen im Bereich alternativer Proteine darstellt.

„Eine Wachstumschance für Europa“

Die Analyse stellt fest, dass alternative Proteine die Widerstandsfähigkeit der EU-Landwirtschaft stärken könnten, indem sie die Abhängigkeit der Union von Importkulturen verringern und gleichzeitig neue Marktchancen für Europas Ackerbauern bieten. Beispielsweise könnten Fleisch- und Milchalternativen auf Pflanzenbasis die Nachfrage nach Rohstoffen wie Erbsen, Ackerbohnen, Linsen und Kichererbsen mehr als verdoppeln. Dies stünde im Einklang mit den Zielen der EU für eine autarkere und nachhaltigere Proteinversorgung und würde gleichzeitig helfen, die Fruchtbarkeit der landwirtschaftlichen Flächen zu verbessern, indem atmosphärischer Stickstoff im Boden gebunden wird.

Alternative Proteine könnten auch die Nachfrage nach Zucker- und Stärkepflanzen wie Zuckerrüben erhöhen, die als Rohstoffe für fermentationsbasierte Lebensmittel verwendet werden können. Viele dieser Pflanzen werden derzeit für die Biokraftstoffindustrie angebaut, für die jedoch ein erheblicher Nachfragerückgang erwartet wird. Der Markt für alternative Proteine könnte Landwirten somit zukunftssichere Einkommensquellen bieten.

Eine bereits im vergangenen Jahr von Systemiq veröffentlichte Untersuchung kam zu dem Schluss, dass innovative Methoden der Lebensmittelproduktion mittels Fermentation der britischen Wirtschaft bis 2050 zusätzliche 9,8 Milliarden Pfund einbringen könnten. Dies gilt jedoch nur, wenn die entsprechende Unterstützung vorhanden ist.

„Alternative Proteine sind eine Wachstumschance für Europa“, sagte Rupert Simons, Partner bei Systemiq. „Mit öffentlichen Investitionen von nur 1,4 Milliarden Euro pro Jahr können die EU und ihre Mitgliedstaaten die Ernährungssicherheit erhöhen, Arbeitsplätze schaffen und eine wirtschaftliche Wertschöpfung von über 100 Milliarden Euro generieren. Wir fordern die europäischen Staats- und Regierungschefs auf, das Potenzial dieser Branche zu erkennen und die entsprechenden Regulierungen und Investitionen zu deren Unterstützung auf den Weg zu bringen.“

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