Agrarwirtschaft

Anbau 2022: Aufwärtstrend bei Soja aus Österreich geht ungebremst weiter – Eiweißlücke wird kleiner

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Österreichs Landwirtschaft setzt in der aktuellen Knappheit von Agrarrohstoffen ein starkes Zeichen zur Verbesserung der Eigenversorgung mit Eiweißkulturen: die Anbauflächen von Sojabohnen wurden für die diesjährige Ernte auf 92.488 Hektar ausgeweitet. Die Flächen des Vorjahres konnten um 16.702 Hektar übertroffen werden, die Steigerung macht 22 Prozent aus.

Laut Einschätzung des Vereins Soja aus Österreich kann unter normalen Bedingungen mit dieser Ausweitung des Anbaus eine zusätzliche Erntemenge von 45.000 Tonnen erwartet werden. Dadurch lässt sich die Eiweißlücke in Österreich weiter reduzieren. Der Anstieg geht zu vier Fünftel auf konventionell wirtschaftende Landwirte zurück. Der Sojabohne kommt bei den aktuell hohen Düngerpreisen besonders zugute, dass sie ohne Stickstoffdünger auskommt. 35 % der heimischen Sojaflächen werden von Biobauern kultiviert. Insgesamt widmen sich 14.763 Bauern auf ihren Äckern dem Sojaanbau, das sind um 2.591 mehr als im Vorjahr, was einen neuen Rekord darstellt. Der Anbau wird vom Neusiedler- bis zum Bodensee in jedem Bundesland durchgeführt, im Durchschnitt hat jeder vierte Ackerbauer Soja in seine Fruchtfolge eingebaut.

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Österreich gesamt

Die Sojabohne setzt ihren Aufwärtstrend in Österreich fort und ist laut jüngster Flächenerhebung durch die AMA klarer Gewinner der jetzigen Anbausaison. „Der Sprung um 16.700 Hektar ist in dieser Größenordnung bisher noch nicht da gewesen. 92.488 Hektar sind ein neuer Höchstwert in Österreich“, freut sich Karl Fischer, Obmann des Vereins Soja aus Österreich. Die Anbaufläche dieser eiweißreichen Feldfrucht hat sich in den letzten 15 Jahren verfünffacht. Soja baut somit seine Position in Österreichs Landwirtschaft weiter aus und ist bei uns stabil die viertgrößte Ackerkultur nach Mais, Weizen und Gerste, bei Biobauern ist sie sogar schon auf Platz zwei.

Die Flächen bei konventionell wirtschaftenden Bauern sind mit 24 % stärker gestiegen als jene bei ihren Kollegen aus dem Biolandbau. Ein starkes Argument für die Ausweitung waren mit Sicherheit die substanziell gestiegenen Düngerkosten, die teilweise das Vierfache vergangener Jahre ausmachten. Die Sojabohne benötigt keinen Stickstoffdünger, weil sie Stickstoff aus der Luft über Bakterien an der Wurzel binden kann. Weiterhin haben die starke Nachfrage aus dem Futtermittelbereich, aber auch die steigenden Perspektiven in der Herstellung von hochwertigen Lebensmitteln aus Sojabohnen als beträchtliche Hebel für die Anbauausweitung gewirkt.

Die Anzahl der Sojabauern hat in Österreich um 2.591 auf insgesamt 14.763 zugenommen. Damit hat jeder vierte Ackerbauer in Österreich Sojabohnen auf seinen Feldern. Im Durchschnitt bewirtschaftet ein heimischer Landwirt auf seinen Äckern 6,26 Hektar Sojabohne, 5,23 Hektar sind es beim konventionellen Landwirt, beim Biobauern sind es 9,89 Hektar.

„Der Ausweitung des Sojaanbaus bei uns in Österreich hilft dem Regenwald in Südamerika und damit dem Klima. Vor allem aber werden wir von Importen unabhängiger, das ist in Zeiten wie diesen wichtiger denn je“, so Karl Fischer abschließend.

sojaanbau österreich 2022
© Soja aus Österreich

Entwicklung nach Bundesländern

Sojabohnen wurden im heurigen Frühjahr in jedem Bundesland ausgesät, vom Boden- bis zum Neusiedlersee. Wie auch bei anderen Kulturen konzentriert sich der Anbau auf die drei großen Ackerbundesländer Niederösterreich, das Burgendland und Oberösterreich. Dort liegen 85 % der heimischen Sojaflächen.

Niederösterreich – neue Nummer 1

Die Fläche nimmt um fast 7.000 Hektar zu, das ist ein überdurchschnittliches Plus von 29 %.  Damit überholt Niederösterreich das Burgenland und ist mit einer Sojafläche von 30.928 Hektar erstmals in Österreich Nr. 1. Der Bioanteil macht in diesem Bundesland 47 % aus. 4.707 Landwirte in Niederösterreich kultivieren Soja auf ihren Feldern, davon sind 34 % Biobauern. Durchschnittlich pflegt ein Niederösterreichischer Ackerbauer 6,57 Hektar Sojabohne auf seinen Feldern.

Burgenland – Top im Segment Bio

Die Sojaflächen steigen um 2.047 Hektar auf insgesamt 28.016 Hektar. Das Wachstum teilt sich zu gleichen Teilen auf konventionelle Landwirte und Biobauern auf. 51 % der Sojaflächen des Burgenlandes stehen bei Biolandwirten, das ist der höchste Wert in Österreich. 2.662 Landwirte befassen sich im Burgenland mit der Sojabohne. Mit knapp mehr als 10 Hektar Soja je Betrieb hat das Burgenland die größten Strukturen.

Oberösterreich – erstmals über 20.000 Hektar

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© Soja aus Österreich

Der Anstieg von gleich 31 % ist relativ betrachtet besonders stark ausgefallen. Ein Plus von 4.775 Hektar bringt ein Gesamtergebnis von 20.190 Hektar. Der Anstieg geht zum Großteil auf konventionelle Landwirte zurück, die 91 % der Sojaflächen dieses Bundeslandes bewirtschaften. 4.313 Ackerbauern haben in OÖ Sojabohnen auf ihren Feldern im Anbau berücksichtigt, im Durchschnitt mit jeweils 4,68 Hektar.

Steiermark – Soja neue Nr.3 nach Mais und Ölkürbis

In der agrarisch eher kleinstrukturierten und veredlungsintensiven Steiermark ist mit einem Plus von 2.253 Hektar oder 37 % ein großer Sprung nach vorne gemacht worden, der Weizen wurde überholt. Mit 8.433 Hektar stehen knapp 10 % der heimischen Sojabohnen in der Steiermark, davon 6 % bei Biobauern. Die Durchschnittsfläche je Ackerbauer macht 3,84 Hektar aus.

Kärnten – 20 % Wachstum

Auch in Kärnten hat die Sojafläche heuer deutlich zugenommen und zwar auf 4.648 Hektar. Das Plus beträgt 772 Hektar oder 20 % und geht überwiegend auf konventionelle Landwirte zurück, die drei Viertel der Sojafläche dieses Bundeslandes bewirtschaften. Im Durchschnitt hat ein Kärntner Betrieb 5,63 Hektar Soja auf seinen Feldern stehen.

Wien – einziges Bundesland mit Flächenrückgang

Auf den Äckern Landwirtinnen und Landwirte der Bundeshauptstadt hat die Sojafläche heuer abgenommen und beträgt 214 Hektar nach 310 im Vorjahr. Das Minus kommt überwiegend bei konventionellen Bauern zustande. Soja muss aber auch bei Biobauern etwas Federn lassen, sie machen 43 % der Gesamtfläche an Soja in Wien aus.

Salzburg – Soja überholt Feldgemüseanbau

48 Hektar Soja bedeuten auch in Salzburg einen neuen Rekord. 19 Salzburger Bauern haben Soja in ihre Anbauplanung berücksichtigt, im Durchschnitt mit 2,53 ha je Betrieb.

Tirol und Vorarlberg – Wachstum von kleiner Basis

Jeweils drei Landwirte haben sich in den westlichen Bundesländern um die Sojabohne angenommen und kultivieren den Anbau auf insgesamt elf Hektar, das sind um drei Hektar mehr als im Vorjahr.

Weitere Informationen dazu finden Sie auf www.soja-aus-oesterreich.at.

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