Luxushandtaschen aus Apfelleder überzeugten in der Schweizer „Höhle des Löwen“

Clutch aus Apfelleder
Tanja Schenker ist die Designerin und Gründerin des veganen Taschenlabels "Happy Genie". Foto: Frédéric Chastellain - © Happy Genie
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Tanja Schenker ist Designerin und Gründerin des Luxuslabels Happy Genie. Sie produziert nachhaltige und vegane Taschen aus Apfelleder. Mit ihrem innovativen Konzept trat sie in der Schweizer Ausgabe der „Höhle der Löwen“ auf und sicherte sich einen Deal. Doch dieser platzte kurz nach der Show.

Die Höhle der Löwen zeigt keine Berührungsängste mit dem Thema vegan. In der dritten Folge der ersten Schweizer Staffel nahm auch das vegane Taschenlabel Happy Genie teil. Vor der eigentlichen Sendung konnte die Gründerin und Designerin Tanja Schenker in einem Portrait ausführlich von ihrem veganen Lebensstil erzählen. In der Show stellte sie dann ihre Luxustaschen aus Apfelleder vor, mit denen sie Pionierarbeit in der veganen Fashionszene leistet.

Pflanzliches Leder aus Foodwaste

Das Leder wird aus den Überresten der Apfelsaftproduktion hergestellt. Der sogenannte Trester wird getrocknet und pulverisiert. Das Pulver wird mit Farbe und Bindemittel gemischt und Schicht für Schicht auf einen Canvas aufgetragen. Abschließend folgt die Prägung, die dem Material die lederartige Struktur gibt. Am Ende sieht die pflanzliche Alternative wie Leder aus und fühlt sich auch so an.

Die Produktion und die Weiterverarbeitung des Leders finden in Italien statt. Schenker arbeitet mit einem kleinen Familienbetrieb in Norditalien zusammen, in dem die Taschen von Hand verarbeitet werden. Sogar die Metallkomponenten werden vor Ort in Italien gefertigt.

Die Löwen sind von den veganen Taschen begeistert

Nachhaltig, fair und vegan – so ein Produkt sieht man nicht oft in der Höhle der Löwen. Interessanterweise war ausgerechnet der Löwe Tobias Reichmuth, der sonst in nachhaltige Unternehmen investiert, nicht von Happy Genie überzeugt. Es scheiterte aber nicht an den Taschen, sondern daran, dass er nicht in eine Solo-Gründerin investieren wollte. Mittlerweile hat Schenker ihre langjährige Mitarbeiterin zur Mitgründerin gemacht.

Dafür waren die beiden Investoren Jürg Marquard und Bettina Hein überzeugt. Sie boten einen Deal von 200.000 Franken (ca. 178.000 Euro) für einen Firmenanteil von 25%, den Schenker in der Show annahm.

Später stellte sich allerdings heraus, dass die Löwen andere Vorstellungen davon hatten, wie das zusätzliche Kapital eingesetzt werden sollte. Dies führte schließlich zum Bruch mit den Löwen.

Fairness entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Für Schenker ist es wichtig, faire Löhne zu bezahlen ­— sowohl den Produzenten in Italien als auch ihrem eigenen Team in der Schweiz. Sie budgetierte deshalb für sich und ihre Mitgründerin, sowie für Praktikanten und Aushilfen, jährliche Lohnkosten in der Höhe von 100.000 Schweizer Franken (ca. 89.000 Euro). Das klingt zwar nach viel, gerade für ein Startup, doch aufgeteilt auf mehrere Mitarbeiter, fällt der Lohn schlussendlich bescheiden aus. Für Marquard war das trotzdem nicht nachvollziehbar. Aus seiner Sicht sollte das Geld in der Anfangsphase eines Unternehmens hauptsächlich in dessen Entwicklung und nicht in Löhne gesteckt werden.

Da keine Einigung gefunden werden konnte, wurde der Deal aufgelöst. Für Schenker hat sich der Auftritt dennoch gelohnt. Nach der Show kamen zahlreiche Anfragen aus der ganzen Welt ein.

Zahlreiche Artikel über die vegane Lederalternative

In den Schweizer Medien hat der Zwist mit dem Verleger und Investorenschwergewicht Marquard für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Über das innovative Produkt aus Apfelleder wurde jedoch meist positiv berichtet. Selten schaffen es Taschen aus Lederalternativen in die Berichterstattung von Printmedien und führenden Onlinemagazinen.

Tanja Schenker will das erhöhte Interesse nun für die Internationalisierung nutzen. Im laufenden Jahr ist sie mit ihrem Label an diversen Fashion Shows weltweit vertreten.  Wir hoffen, dass das Thema vegane Mode und Lederalternativen damit noch stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.

Dieser Artikel stammt von Mirjam Walser, Mitgründerin von Faloa, dem Onlineshop für vegane, nachhaltige und faire Mode. (Launch 2019)

 

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