Food & Beverage

PIONEER-Netzwerk: Neue internationale Studie bestätigt günstige Stoffwechseleffekte von Leguminosen

Systematischer Review im Rahmen des LeguPlan-Projekts in Nutrition Reviews veröffentlicht.

Körnerleguminosen wie Linsen, Kichererbsen oder Bohnen können akute Stoffwechsel-reaktionen nach Mahlzeiten günstig beeinflussen und damit einen wichtigen Beitrag zur Prävention kardiometabolischer Erkrankungen leisten. Das zeigt ein neu veröffentlichter systematischer Review aus dem Forschungsprojekt LeguPlan, der in der internationalen Fachzeitschrift Nutrition Reviews erschienen ist.

Die Publikation fasst die Ergebnisse von 40 humanen Interventionsstudien zu den akuten Effekten von Körnerleguminosen auf kardiometabolische Zielgrößen zusammen und ergänzt damit die laufenden Interventionsstudien des LeguPlan-Projekts. LeguPlan wird aus dem Titel „Zukunftsfähige, umwelt- und ressourcenschonende Landwirtschaft und ökologischer Landbau“ im Rahmen der Eiweißpflanzenstrategie (EPS) des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gefördert und von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) als zuständigem Projektträger betreut.

Körnerleguminosen gelten als zentrale Bestandteile nachhaltiger Ernährungsmuster. Aufgrund ihres hohen Gehalts an pflanzlichem Protein, Ballaststoffen und Mikronährstoffen stehen sie zunehmend im Fokus der Ernährungsforschung. Das LeguPlan-Projekt untersucht, inwieweit eine leguminosenreiche Ernährung postprandiale Stoffwechselreaktionen abschwächt und ob sich dadurch kardiometabolische Risikofaktoren wie Blutzucker, Insulin oder Blutfette positiv beeinflussen lassen – insbesondere bei Risikogruppen.

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© Rawf8 – stock.adobe.com

Zentrale Ergebnisse des Reviews

Die Auswertung der 40 eingeschlossenen Humanstudien zeigt:

  • In der Mehrzahl der Studien führten leguminosenreiche Mahlzeiten zu einer geringeren postprandialen Blutglucose- und Insulinantwort im Vergleich zu stärkehaltigen Kontrolllebensmitteln wie Weißbrot oder weißem Reis. 
  • Einzelne Studien liefern Hinweise auf ein erhöhtes Sättigungsgefühl sowie ein reduziertes Hungergefühl nach dem Verzehr von Leguminosen, wobei die Ergebnisse hierzu insgesamt heterogen sind. 
  • Effekte auf weitere kardiometabolische Parameter wie Blutlipide oder die Gefäßfunktion wurden bislang nur vereinzelt untersucht und zeigen kein einheitliches Bild. Insgesamt bestätigen die Ergebnisse, dass Körnerleguminosen als Lebensmittel mit geringer glykämischer Wirkung einzustufen sind und einen günstigen Einfluss auf den postprandialen Stoffwechsel haben können.

Bedeutung für Forschung und Praxis

Die Publikation unterstreicht das präventive Potenzial von Leguminosen im Hinblick auf kardiometabolische Erkrankungen. Gleichzeitig werden zentrale Forschungslücken deutlich: Bisherige Humanstudien vergleichen überwiegend leguminosenreiche Mahlzeiten mit stärkehaltigen Kontrolllebensmitteln. Der Vergleich unterschiedlicher Proteinquellen – insbesondere pflanzlicher und tierischer Proteine – wurde bislang kaum untersucht. Hier setzt das LeguPlan-Projekt an. Erste Auswertungen aus der ersten Interventionsstudie zeigen, dass leguminosenreiche Mahlzeiten nicht nur die postprandiale Glukose- und Insulinantwort, sondern auch die Triglyceridwerte abschwächen und zugleich zu einer stärkeren subjektiven Sättigung bei geringerem Hungergefühl führen.

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