Food & Beverage

ProVeg: Die Nachfrage nach pflanzlichen Lebensmitteln ist nicht „verschwunden“, sondern hat sich verlagert

Schlagzeilen über „rückläufige Umsätze mit pflanzlichen Produkten“ und Gerüchte über einen nachlassenden Trend sorgen für dramatische Klickzahlen, lassen jedoch die tieferen Zusammenhänge eines der transformativsten Lebensmittelmärkte unserer Zeit außer Acht. Die Nachfrage der Verbraucher nach pflanzlichen Lebensmitteln verschwindet keineswegs, sondern entwickelt sich weiter und verlässt eine Phase des schnellen, von Neuheiten getriebenen Hypes, um sich zu einer Mainstream-Realität zu entwickeln, die Gewohnheiten prägt.

Nach Jahren explosiven Wachstums und innovativer Entwicklungen durchläuft der pflanzliche Sektor derzeit eine natürliche Neukalibrierung. Frühe Anwender haben eine unglaubliche Expansion der Kategorie vorangetrieben, aber mit zunehmender Reife des Marktes verändert sich das Verbraucherverhalten. Die Käufer von heute sind anspruchsvoller: Sie jagen nicht mehr den neuesten pflanzlichen Produkten im Regal hinterher, sondern legen Wert auf Geschmack, Vertrautheit, Preis-Leistungs-Verhältnis und Alltagstauglichkeit.

Dies sollte nicht mit einem nachlassenden Interesse verwechselt werden. In ganz Europa ändern Millionen von Menschen weiterhin ihre Essgewohnheiten: Ein erheblicher Teil der Bevölkerung in Großbritannien und Deutschland bezeichnet sich mittlerweile als Flexitarier, und ein beträchtlicher Anteil der Verbraucher plant, im kommenden Jahr mehr pflanzliche Lebensmittel zu essen. Haushalte in den Niederlanden, Spanien und Frankreich kaufen weiterhin pflanzliche Produkte, was auf ein anhaltendes Engagement über die ersten Trendzyklen hinaus hindeutet.

Was wirklich im Einzelhandel passiert

Die Verkaufsdaten zeichnen ein differenziertes Bild. Während einige Märkte, wie beispielsweise Großbritannien, kurzfristig eine stagnierende oder leicht rückläufige Einzelhandelsleistung aufweisen, wachsen andere wichtige europäische Märkte wie Deutschland, Frankreich und Italien stetig. In diesen Regionen erfreuen sich pflanzliche Produkte – von Milchalternativen bis hin zu vielseitigen Fleischersatzprodukten – einer anhaltenden Nachfrage seitens der Verbraucher.

© proveg international
© ProVeg International

Unterdessen rationalisieren Einzelhändler ihr Sortiment, konzentrieren sich auf Produkte mit hoher Wiederkaufrate, die in puncto Geschmack und Preis überzeugen, und integrieren pflanzliche Produktlinien in Kernkategorien, anstatt sie als Neuheiten isoliert zu behandeln. Dies spiegelt eine strategische Verlagerung hin zu einer Mainstream-Positionierung wider und ist kein Rückzug.

Foodservice: Integration statt Isolation

Im Foodservice-Bereich sieht es ähnlich aus. Traditionelle rein vegane Lokale stehen unter Druck, aber pflanzliche Gerichte sind auf gemischten Speisekarten in Cafés, Schnellrestaurants und Casual-Dining-Restaurants beliebt. Wenn Betreiber pflanzliche Optionen neben bekannten Favoriten anbieten, steigen die Bestellungen, und die Verbraucher, insbesondere Flexitarier, reagieren positiv darauf.

Was das bedeutet

Die heutige pflanzliche Landschaft erfordert strategische Verfeinerung, keinen Rückzug. Hersteller sollten Geschmack, Einfachheit und Wert in den Vordergrund stellen. Einzelhändler können durch die Optimierung ihres Sortiments um bewährte Verkaufsschlager punkten, und Gastronomiebetreiber sollten pflanzliche Produkte in ihr Mainstream-Angebot integrieren, um die Attraktivität zu steigern.

Kurz gesagt: Die pflanzliche Bewegung ist nicht vorbei, sondern reift heran. Die Zukunft gehört den Marken und Betreibern, die erkennen, dass sich die Nachfrage der Verbraucher verändert hat, aber nicht verschwunden ist. Mit dem Fokus auf Qualität, Alltagstauglichkeit und Mainstream-Integration nimmt die nächste Welle des pflanzlichen Wachstums bereits Gestalt an. Den vollständigen Artikel und umsetzbare Erkenntnisse finden Sie im New Food Hub von ProVeg. Weitere Unterstützung erhalten Sie unter corporate@proveg.org.

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