Food & Beverage

Veganuary-Umfrage: Eier fehlen beim Einstieg in die pflanzliche Ernährung mehr als Fleisch

Eier landen im Veganuary auf Platz zwei der meistvermissten tierischen Produkte / Marktpotenzial für pflanzliche Ei-Alternativen ist groß.

Eine offizielle Umfrage von Veganuary hat ergeben: Eier belegen Platz zwei der tierischen Produkte, die während des veganen Probemonats von den Befragten am meisten vermisst werden – gleich nach Käse und weit vor Fleisch. Christopher Hollmann, der Veganuary Deutschland leitet, schließt daraus: „Das Angebot an pflanzlichen Ei-Alternativen hat großes Potenzial in Gastronomie und Einzelhandel.“

Jeden Januar und darüber hinaus unterstützt Veganuary Menschen beim Einstieg in die pflanzliche Ernährung, zum Beispiel mit einer 31-tägigen E-Mail-Serie. Unter den Empfängern führt die Organisation jedes Jahr offizielle Umfragen durch. So lässt sich nachvollziehen, welche Hürden sie beim Einstieg in die pflanzliche Ernährung wahrnehmen – und ableiten, welche Erwartungen diese Zielgruppe an den pflanzlichen Markt hat. Aktuelle Ergebnisse der Umfrage zeigen: 16 Prozent der Befragten geben an, während ihres veganen Probemonats von tierischen Produkten Eier am meisten vermisst zu haben. 

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© Lumixera – stock.adobe.com

Markt für pflanzliche Ei-Alternativen hat großes Potenzial 

Damit liegen Eier im Ranking weit vor Fleisch (Hühnerfleisch 4 Prozent, anderes Fleisch 3 Prozent). „Pflanzliche Fleischalternativen sind in unserer Gesellschaft bereits sehr etabliert. Sie zeigen: Wo es eine Vielfalt an Produkten gibt, die einen gewohnten Geschmack bieten, wird das tierische Pendant kaum bis gar nicht vermisst“, so Christopher Hollmann. 

Für pflanzliche Ei-Produkte sieht er deshalb großes Potenzial: „ln den letzten Jahren gab es einige erfolgreiche Innovationen sowohl im B2B-Bereich der Großgastronomie als auch im Einzelhandel.“ Rührei, Spiegelei, pochiertes Ei, ein klassisches Frühstücksomelette aus der Pfanne oder Alternativen zum Backen – all diese Produktinnovationen gibt es bereits. 

„Ein wichtiger nächster Schritt in der Entwicklung dieses wachsenden Angebots ist, neue pflanzliche Formate klassischer Produkte und Gerichte sichtbar und zu attraktiven Preisen in Supermarktregalen und auf Speisekarten zu etablieren“, sagt Hollmann.

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© JUST Egg

Nachhaltige Ernährungsgewohnheiten mit Preisgestaltung fördern 

Die Preisgestaltung von Lebensmitteln spielt eine elementare Rolle in der pflanzlichen Ernährungswende: Bedingt durch die Vogelgrippe stiegen zuletzt die Eierpreise in den USA stark an. In der Folge wuchs Just Egg – eine Marke, die Ei-Alternativen aus Mungobohnen herstellt – im Januar 2025 nach eigenen Angaben fünfmal schneller als im Vorjahreszeitraum. Die pflanzlichen Produkte sprachen laut dem Unternehmen eine Zielgruppe an, die sich zu 91 Prozent weder vegan noch vegetarisch ernährt. 

Hierzulande stieg 2024 der Pro-Kopf-Konsum von Fleisch im Vergleich zum Vorjahr um 300 Gramm leicht an. Vor allem Hühnerfleisch wurde zu Ungunsten von Tieren, Klima und Umwelt vermehrt gekauft. Gefallene Preise begünstigten diesen Anstieg, wie Dr. Josef Goos, Leiter des Bundesinformationszentrums für Landwirtschaft (BLE), dem Spiegel gegenüber erklärte.

„Im Fall von Chicken-Produkten mangelt es beim Einkauf nicht an überzeugenden pflanzlichen Alternativen – das deuten auch unsere Umfrageergebnisse an. Nur 4 Prozent der Befragten vermissten Hühnerfleisch während ihres Veganuary“, so Christopher Hollmann.

Ein preislicher Vorteil pflanzlicher Alternativen gegenüber Fleisch und anderen tierischen Produkten ist dabei entscheidend: „Die Preisgestaltung ist ein äußerst effektiver Hebel für Wirtschaft und Politik, um nachhaltige Ernährungsgewohnheiten zu fördern. Damit haben wir handfeste Möglichkeiten, unser Ernährungssystem so umzugestalten, dass es die globale Gesundheit, Tiere und unseren Planeten schützt, statt ihnen zu schaden.“

Veganuary logo
© Veganuary

Veganuary lässt Zielgruppe ganzjährig wachsen 

Die internationale Organisation Veganuary, die mittlerweile mit offiziellen Kampagnen in 20 Ländern aktiv ist, arbeitet daran, dass die Zielgruppe für pflanzliche Produkte weltweit wächst – und zwar nachhaltig. Die Umfrage zeigt seit Jahren stabile Ergebnisse, wenn es um die langfristigen Effekte des Veganuary geht: 2025 erklärte mit 81 Prozent wiederholt die große Mehrheit der Befragten, auch nach Veganuary ihre Ernährung grundlegend umstellen zu wollen. 31 Prozent derjenigen, die sich vor Veganuary noch nicht vegan ernährten, möchten weiterhin rein pflanzlich essen. Und 72 Prozent der Befragten, die nicht planen, sich weiterhin vegan zu ernähren, wollen ihren Konsum von Tierprodukten mindestens halbieren. 91 Prozent geben an, es sei wahrscheinlich, dass sie in Zukunft eine pflanzliche Ernährung erneut ausprobierten. 

Weitere Informationen zur Umfrage: veganuary.com

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