Zur Lebensmittelindustrie und ihrer Abhängigkeit von tierischem Protein

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Eine Koalition von 57 Großinvestoren, zusammen 2,4 Billionen Dollar schwer, hat global tätige Nahrungsmittelkonzerne dazu gedrängt, ihre Proteinbeschaffung zu diversifizieren und ihre Abhängigkeit von tierischem Protein zu verringern. Diese Initiative beruht auf den Prognosen eines aktuellen Berichts der „FAIRR Initiative“ mit dem Titel „plant-based profits“, der in Zusammenarbeit mit den Investoren erarbeitet wurde.

Der Bericht prognostiziert, dass der Markt für alternative Proteine, einschließlich innovativer Lebensmittel, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 8,29 Prozent weiter expandieren und bis zum Jahr 2020 ein Volumen von 5,2 Milliarden USD erreichen wird. Als Beispiel für die positiven Entwicklungen in diesem Bereich dient der „Impossible Burger“, der als alternatives Nahrungsmittel rein pflanzliche Inhaltsstoffe besitzt. Dieser Burger stellt eine nachhaltige und gesunde Fleischalternative dar. Gerade einmal 18 Monate nach der Markteinführung ist der Impossible Burger heute bereits in über 500 US-Restaurants erhältlich. Investoren, wie der Singapurer Staatsfond Temasek, finanzierten dieses Projekt bislang mit über 250 Millionen USD. Ein anderer prominenter Akteur der Fleischindustrie – Tyson Foods – gab kürzlich bekannt in das Start-Up Unternehmen Memphis Meats, welches sich auf Labor-Fleisch spezialisiert hat, zu investieren.

Teil des Berichts war ebenfalls eine Analyse von 16 multinationalen Food-Unternehmen, um festzustellen, wie gut sie derzeit positioniert sind, um von der steigenden Nachfrage nach alternativen Proteinen zu profitieren. Untersucht wurden dabei die Geschäftsbereiche Unternehmensstrategie, Prozessüberwachung, F&E Investitionen und Kundenbeziehungen. Der Bericht stellt fest: Nestlé und Tesco sind für diesen Übergang am besten aufgestellt. Alle analysierten Unternehmen haben bereits mindestens ein eigenes alternatives Proteinprodukt auf den Markt gebracht, jedoch haben bislang nur drei Unternehmen (M&S, Nestlé und Unilever) konkrete Ziele erarbeitet, ihr Portfolio an alternativen Proteinen zu erweitern. Allen Unternehmen fehlt bislang allerdings eine kohärente Strategie, alternative Proteinprodukte zu vermarkten um den Absatz zu steigern.

Jeremy Coller, Gründer der FAIRR-Initiative und CIO von Coller Capital, sagt: „Der heutige Bericht zeigt, dass alternative Proteine ​​schnell zum Mainstream werden. Vom Fleischer bis hin zum Verkäufer nimmt der globale Lebensmittelsektor die pflanzlichen Alternativen zu tierischen Proteinprodukten zunehmend wahr, was das Wachstum des alternativen Proteinmarktes um acht Prozent jährlich zeigt. Es ist wichtig, dass alle Lebensmittelhersteller und Einzelhändler, die den Investoren verpflichtet sind, jetzt mindestens ein eigenständiges, alternatives Proteinprodukt im Programm haben. Letztendlich wird dieser neue Trend durch die Unfähigkeit der globalen Fleischindustrie selbst verstärkt, denn sie schaffen es nicht, die durch die weltweite Nachfrage nach tierischem Protein entstandenen Probleme im Umwelt-, Gesundheits- und Tierschutz richtig zu behandeln und zu lösen; und das wiederum schafft ganz neue Möglichkeiten für Nahrungsmittelkonzerne und ihre Shareholder.“